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„Status: Es ist kompliziert“ – warum Facebook nicht mehr zufrieden mit dir ist

Zu viele Selfies, zu wenig ernsthafte Inhalte – bis vor ein paar Jahren haben das Teile der Facebook-Community kritisiert. Inzwischen hat sich viel geändert, doch das bringt jetzt andere Stakeholder auf den Plan, die nicht erfreut sind.

In Goethes Zauberlehrling wurde das geflügelte Wort „Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los.“ etabliert. Ein Jüngling zauberte sich den Weg frei, war stolz auf sein Können, um bald jedoch zu bemerken, dass er der Situation seines Kunststücks nicht mehr gewachsen ist. Ähnlich geht es dieser Tage auch Facebook. Denn die Kalifornier haben etwas geschafft, das vor wenigen Wochen noch strategisch an oberster Stelle zu finden war – und jetzt zum Dilemma wird.

Mehr Selfies anstatt News – Facebook will, dass du wieder Privates teilst

Böhmermann vs. Erdogan beschäftigt ganz Deutschland. Doch Facebook will dass du weniger News und mehr Privates postest. (Screenshot: t3n.de)
Böhmermann vs. Erdogan beschäftigt ganz Deutschland. Doch Facebook will dass du weniger News und mehr Privates postest. (Screenshot: t3n.de)

Facebook wollte die News-Zentrale der nunmehr 1,6 Milliarden Nutzer werden und hat das allem Anschein nach tatsächlich geschafft. Jedoch zum Leidwesen der Werbekunden. Denn die Facebook-Community teilt weniger Privates als noch vor ein paar Jahren, sondern inzwischen viel zu viele Nachrichten. Das Sharing-Verhalten sei nach wie vor stark, heißt es von Unternehmensseite, jedoch werden weniger Inhalte über das eigene Leben veröffentlicht.

„Privates spielt sich vor allem auf Snapchat und Instagram ab.“

Ein Grund dafür sieht Facebook auch und vor allem in den stetig wachsenden Freundeslisten. Noch bis vor ein paar Jahren hatte man sich hauptsächlich mit echten Freunden verbunden und sich gegenseitig auf dem Laufenden gehalten, erklärt das Unternehmen. Inzwischen reihen sich aber auch eine Menge flüchtige Bekannte und berufliche Kontakte ein, denen man nicht unbedingt alles aus dem eigenen Privatleben erzählen möchte.

Derzeit etablieren sich zudem kleinere Plattformen bei den Nutzern, die eher dazu verleiten, private Dinge zu teilen. Snapchat ist so ein Beispiel. Aber auch Instagram, das Mark Zuckerberg im April 2012 für eine Milliarde US-Dollar übernahm. Dort seien Nutzer bewusst zurückhaltender, wenn es darum geht, mit wem sie sich verbinden. Auf Instagram ist es beispielsweise nicht unüblich, dass Nutzer ihr Profil verstecken und Anfragen nur von Freunden aus dem engeren Kreis bestätigen.

Neue Funktionen sollen wieder mehr Lust auf private Einblicke machen

„What's on your mind?“ – derartige Sätze sollen dich zu mehr privaten Statusupdates verleiten. (Screenshot: t3n.de)
„What's on your mind?“ – derartige Sätze sollen dich zu mehr privaten Statusupdates verleiten. (Screenshot: t3n.de)

Im Facebook-Team ist man seit längerer Zeit sensibilisiert. So wurden verschiedene Funktionen eingesetzt, die an dem aktuellen Zustand etwas ändern sollen. Im Status-Eingabefeld lesen Nutzer beispielsweise Sätze wie „What’s on your mind?“, die zu intimeren Postings aufrufen. Zudem gibt es seit 2015 die „An diesem Tag“-Funktion, die Erinnerungen aus vergangenen Jahren hervorholt – und Nutzer im besten Fall erneut dazu bringt über sie zu reden.

Erst vergangene Woche wurde zudem ein weiteres Tool veröffentlicht, das wieder mehr private Einblicke liefern soll. Mit Facebook-Live-Video können Nutzer aktuelle Erlebnisse filmen und von den Freunden in Echtzeit anschauen lassen. Damit begibt man sich ein Stück weit auf die Spuren Snapchats. Ob es was bringt, wird sich jedoch noch zeigen müssen.

Vielleicht auch interessant: „Zuckerbergs Visionen: Wie sich Facebook seine eigene Zukunft vorstellt“

via www.bloomberg.com

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