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Steam im Visier: EU verhängt Millionenstrafe gegen Valve und andere Spielefirmen

Geoblocking bei Steam-Keys wird für Betreiberfirma Valve teuer. (Foto: Casimiro PT / Shutterstock.com)

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Die EU-Kommission hat eine Kartellstrafe gegen Steam-Betreiber Valve und fünf weitere Spiele-Publisher verhängt. Insgesamt müssen die Gaming-Firmen 7,8 Millionen Euro bezahlen.

Die EU-Kommission hat Valve, den Betreiber der Spiele-Vertriebsplattform Steam, zur Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 1,6 Millionen Euro verurteilt. Der Grund: Valve hatte Videospielverlegern die Möglichkeit gegeben, Aktivierungsschlüssel für Spiele an einzelne Länder zu koppeln. Ein beispielsweise in Tschechien gekaufter Aktivierungsschlüssel für einen Spiele-Download funktionierte daher nicht in Deutschland. Diese Geoblocking-Maßnahmen verstoßen nach Einschätzung der EU-Kommission jedoch gegen das europäische Kartellrecht.

Neben Plattformbetreiber Valve wurden auch gegen fünf Games-Publisher Geldstrafen verhängt. Die sollen Valve dazu aufgefordert haben, die Aktivierungsschlüssel für einzelne Spieletitel mit der Geoblocking-Funktion zu versehen. Insgesamt sollen rund 100 Videospiele von den Maßnahmen betroffen gewesen sein. Die Spieleverlage Bandai Namco, Capcom, Focus Home, Koch Media und Zenimax müssen daher jetzt Geldbußen zwischen 340.000 und mehr als 2,8 Millionen Euro an die EU zahlen.

Diese Grafik der EU-Kommission soll Veranschaulichen, warum eine Kartellstrafe gegen Valve und die fünf Spiele-Publisher verhängt wurde. (Grafik: EU-Kommission)

Als Belohnung für ihre Zusammenarbeit mit der EU-Kommission erhielten alle fünf Publisher bei der Festsetzung der Geldbußen einen Nachlass in Höhe von 10 bis 15 Prozent. Nach Angaben der Kommission hat sich die Valve-Führung hingegen nicht kooperativ gezeigt, weswegen die Geldbuße gegen das Unternehmen nach dem Standardsatz berechnet wurde.

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Strafe wegen Geoblocking: Valve lehnt ein Schuldeingeständnis ab

Ein Valve-Sprecher bestreitet gegenüber Techcrunch den Vorwurf, man habe nicht mit den EU-Wettbewerbshütern zusammengearbeitet. „Während der siebenjährigen Untersuchung kooperierte Valve umfassend mit der Europäischen Kommission und lieferte wie gefordert Beweise und Informationen. Jedoch hat es Valve abgelehnt, einen Gesetzesbruch zuzugeben, wie es von der EU-Kommission gefordert wurde“, heißt es in einem Statement.

Die für Wettbewerbsfragen zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärt indes: „Die heute wegen der Geoblocking-Praktiken von Valve und fünf PC-Videospieleverlagen verhängten Geldbußen dienen als Erinnerung daran, dass es den Unternehmen nach dem EU-Wettbewerbsrecht untersagt ist, den grenzüberschreitenden Verkauf vertraglich zu beschränken.“

Nach Angaben von Valve wurde die Geoblocking-Praxis im Zusammenhang mit Steam-Aktivierungsschlüsseln 2015 eingestellt. Einzige Ausnahme bilden seitdem rechtliche Gründe. Beispielsweise, um hierzulande den Verkauf von in Deutschland verbotenen Spielen zu unterbinden.

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