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Ratgeber

Steuererklärung: Mit diesen Apps und Online-Diensten gibt’s Geld vom Finanzamt

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Steuererklärung vor allem online: Gerade einmal acht von 29 Millionen deutschen Steuererklärungen wurden auf Papier erledigt. (Bild: JohannesS / Shutterstock)

Apps und Services: Steuererklärung to go

An eine etwas andere Zielgruppe richten sich diverse Apps und Online-Services, die dir bei der Steuererklärung helfen. Wer nicht dazu verpflichtet ist, eine Steuererklärung zu erstellen, ist bei diesen Diensten gut aufgehoben. Denn trotz Anmeldung wird in allen uns bekannten Fällen eine Gebühr erst dann fällig, wenn man sich nach Eingabe der relevanten Daten dazu entschließt, auch wirklich eine Steuererklärung abzugeben.

Man sollte daher zumindest seine Daten in das entsprechende Formular eintragen und prüfen, ob man eine Erstattung zu erwarten hat. Das Kalkül der Hersteller: In den meisten Fällen hat der Kunde eine Erstattung zu erwarten und hat dann schon alle erforderlichen Daten eingetragen – er kann dann also mit geringen Kosten und vertretbarem Aufwand die Steuerklärung veranlassen. Zugegeben, ein wenig befremdlich ist es schon, die Steuererklärung einfach über das Smartphone zu erledigen oder gar in einem Online-Speicher zu hinterlassen, doch die Idee ist überzeugend und wird nicht nur bei der Generation Y ihre Anhänger finden. Denn alle hier beschriebenen Anbieter erklären, dass sie die Daten nach deutschem Recht auf deutschen Servern verschlüsselt ablegen.

Steuer-Web: Online-Service von Wiso

Weitgehend automatisch soll die Steuererklärung mit Steuer-Web gehen. Der von Buhl stammende Dienst liest, sofern der Steuerpflichtige bereits einen Elster-Zugang hat, die dort hinterlegten Daten automatisch ein und kann anhand der Vorjahreseintragungen, die sich beispielsweise von Wiso oder Tax importieren lassen, viele erneute Eingaben sparen. Selbst auf das eigene Bankkonto kannst du Steuer-Web zugreifen lassen – per Umweg über Finanzblick, eine Finanzauswertungs-App, die ebenfalls zum Buhl-Sortiment gehört. Unterstützt werden hierbei 4.000 Banken deutschlandweit. Insgesamt geht hier vieles in der Tat mit einem höheren Grad an Automatisierung einher, als man das bisher gewohnt war. Die Abgabe der Steuererklärung kostet 29,95 Euro. Praktisch ist Wiso-Steuer-Web vor allem aufgrund der engen Verzahnung mit der Wiso-Steuer-Software. So lassen sich Steuererklärungen mit Notebook und Tablet erledigen.

Lohnsteuer kompakt: Aufgeräumt und übersichtlich

Einer der ersten Anbieter für Steuererklärungen via Web war Forium mit Lohnsteuer kompakt. Anders als bei vielen anderen Anbietern, bei denen man sich gleich mit persönlichen Daten anmelden soll, kannst du hier anonym testen, ob der Dienst für deine eigenen Bedürfnisse passt. Die Bedienerführung ist nüchterner als bei vielen anderen Anbietern und orientiert sich an den jeweiligen Themen und Formularen, wirkt aber angenehm aufgeräumt. Neben der Datenübernahme aus dem Vorjahr ist die Übernahme von exportierten Daten aus den gängigen Steuerprogrammen möglich.

Praktisch: Die Steuerberechnung erfolgt in Echtzeit, sodass man direkt sieht, welche Auswirkungen eine bestimmte Eingabe hat. So lässt sich beispielsweise prüfen, wo bestimmte Kosten am sinnvollsten angesetzt werden können. Der Dienst eignet sich für nahezu alle Steuerpflichtigen und geht im Funktionsumfang um einiges weiter als andere hier vorgestellte Apps oder Services. Lediglich in absoluten Ausnahmefällen wie bei nur beschränkt Steuerpflichtigen oder der Begünstigung nicht entnommener Gewinne oder Ansparabschreibungen muss der Dienst passen. Auch hier wird der Kaufpreis erst bei Abgabe der Steuererklärung fällig – je nach gewünschtem Service und Funktionsumfang zwischen 19,99 Euro und 24,99 Euro für eine Steuererklärung (bis zu fünf für 34,99 Euro).

Smartsteuer: Auch für Einsteiger geeignet

Smartsteuer ist eine browserbasierte Anwendung, die es bereits seit einigen Jahren gibt. Der Nutzer wird mit Hilfe eines Interviews durch diewichtigsten Fragestellungen geführt und muss, je nachdem ob Arbeitnehmer, Student oder Freiberufler, nur die jeweiligen Angaben machen. 24,99 Euro wird für die Erstellung und Übersendung einer Steuererklärung fällig.

Stellt man bei nicht verpflichtender Abgabe der Steuererklärung fest, dass man nachzahlen müsste, kann man die Abgabe immer noch unterlassen. Daten lassen sich aus der Vorjahreserklärung übernehmen, wenn du diese ebenfalls per Smartsteuer erledigt hast. Auch hier wirst du während der Dateneingabe mit passenden Erklärfilmen versorgt. Alles in allem hat sich der Dienst in den letzten Jahren gut weiter entwickelt und macht einen zeitgemäßen Eindruck. Der wichtigste Vorteil, abgesehen von dem ansprechenden Bedienkonzept, ist die Tatsache, dass man keine Software installieren muss und die Steuerfälle der Vergangenheit über Jahre hinweg in dem Dienst gespeichert werden. So kann man auch nach dem Wechsel des eigenen Rechners noch auf alte Daten der Vorjahre zugreifen.

Taxfix: Steuererklärung am Smartphone, noch nicht für alle Fälle

Bei der App Taxfix soll es im Idealfall ausreichen, die vom Arbeitgeber erstellte Steuerbescheinigung abzufotografieren und per OCR-Texterkennung umsetzen zu lassen. In unserem Fall wurden allerdings nicht alle Werte korrekt übernommen. Zur Beurteilung des Steuerfalls stellt die App einige Fragen nach weiteren anzurechnenden Punkten. Das dürfte in den meisten Fällen tatsächlich in gut einer halben Stunde erledigt sein, wie der Anbieter verspricht. Erst nachdem die App die Steuerschuld oder -rückzahlung errechnet hat, wird der Kunde, so er dann noch eine Steuererklärung abgeben will, mit 34,95 Euro zur Kasse gebeten. Das ist verglichen mit der Konkurrenz nicht wenig.

Dass sich mit einer solchen 08/15-Lösung nicht jedes Detail des Steuerrechts abbilden lässt, ist verständlich. Wenig überzeugend ist aber, dass selbst so etwas Gängiges wie gemeinsam veranlagte Ehepaare noch nicht vorgesehen sind. Die Funktion soll zwar im Laufe des Jahres 2018 kommen, das ist aber für die jetzige Steuererklärung wohl keine Lösung mehr. Immerhin teilt die App dies nach entsprechender Abfrage recht frühzeitig mit. Taxfix will zwar nach eigener Aussage auch nicht jeden glücklich machen, sondern erst einmal die einfachsten Fälle abdecken. Auch für Steuerzahler, die eine Wohnung vermieten, Rentner sind oder selbständige Einkünfte beziehen, ist Taxfix im Moment noch keine Option. Dennoch: Ein Projekt, das man sich sicher in den nächsten Jahren noch einmal ansehen kann – zum jetzigen Zeitpunkt aber vor allem für Singles im Arbeitsleben und Studenten ohne spezielle steuerliche Belange geeignet.

Taxbutler: Ohne Nacharbeit geht es nicht

Ebenfalls mit Text- und Belegerkennung arbeitet die App Taxbutler. Hier kannst du auf Basis einer Checkliste die wichtigsten Belege fotografieren und auswerten lassen. Die Steuer-App eignet sich sowohl für Angestellte als auch für Studenten, Rentner. Auch wenn hier in einigen Fällen etwas Nacharbeit nötig ist und bei unserem Test nicht alle Felder korrekt erkannt wurden, zeigt die App, wie Steuererklärung in einigen Jahren ablaufen kann, wenn wir dann immer noch mit Papierbelegen arbeiten. Taxbutler arbeitet mit Yourxpert zusammen, einem Steuerberatungsdienst, der für 1,99 Euro pro Minute telefonisch alle anfallenden Fragen zur Steuererklärung beantwortet.

Steuerbot: Grundfunktionen sollen dauerhaft kostenlos sein

Es gibt noch eine weitere App, die Steuerzahlern das Leben leichter machen soll. Steuerbot ist eine App für Android, iOS (auch als Web-App verfügbar), die wie ein virtueller Chat aufgebaut ist und sich an Nutzer wendet, die keinerlei Vorwissen in Steuerfragen mitbringen müssen. „So einfach wie Whatsapp“, versprechen die Macher. Abdecken kann die App allerdings bisher nur einfache Fälle. Immerhin will man schon im April oder Mai, also noch passend zur diesjährigen regulären Abgabefrist, die gemeinsame Veranlagung von Ehepartnern integriert haben. Dinge wie Vermietung und Verpachtung, Rentenbezüge oder ausländische Lohnzahlungen sind auch hier noch nicht vorgesehen, ebenso bestimmte Spezialfälle, die Kapitaleinkünfte oder Vorsorgeaufwendungen betreffen.

Die App soll bei den Standardfunktionen übrigens dauerhaft kostenlos bleiben, versichert uns Jochen Schöllig, einer der drei Gründer. Lediglich Zusatzfunktionen wie den Ausdruck und Versand ans Finanzamt will das Start-up aus Stuttgart kostenpflichtig anbieten. Ob das unterm Strich ein tragfähiges Erlösmodell ist und welche Funktionen dann tatsächlich nur für Geld zu haben sind, wird sich noch herausstellen.

Steuerfuchs: Wirkt inzwischen ausgereift

Ebenfalls schon seit einigen Jahren auf dem Markt ist der Steuerfuchs. Mit 14,95 Euro für die Übermittlung zählt der Dienst zu den günstigeren Angeboten, kann aber nach einigen Angaben durch den Steuerpflichtigen für alle Dinge, die man landläufig gegenüber dem Finanzamt erklärt, eingesetzt werden. Lediglich Spezialitäten wie Grenzgängereinkünfte, Einkünfte nach dem Doppelbesteuerungsabkommen oder Erträge aus Beteiligungen und Einkünfte aus Betriebsveräußerungen kann der Dienst nicht verarbeiten. Auch hier wird über ein Interview ermittelt, welche Daten der Steuerfuchs benötigt und welche Punkte übersprungen werden können.

Ebenfalls dabei: ein Belegabruf auf Elster-Basis, der lediglich einen entsprechenden Elster-Zugang erfordert. Neben einem Ratgeber mit Optimierungsvorschlägen gibt es eine Optimierungsfunktion, die nach Angaben des Herstellers tausende Varianten durchrechnet. Hat man sich dazu entschlossen, die Steuererklärung tatsächlich abzugeben, erfolgt die Bezahlung über ein Ticket-System, mit dem der Dienst konkret die Abgabe der Erklärung freischaltet.

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