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Steuerflucht wird immer beliebter

Rund 15 Billionen US-Dollar fließen weltweit in leere Firmenhüllen. (Foto: benjaminnolte – Fotolia.com)

Diese Meldung ist kaum überraschend, aber erschreckend: Rund 40 Prozent aller Investitionen auf der Welt sind in den Bereich Steuerflucht einzuordnen.


Wie der Internationale Währungsfonds (IWF) im Rahmen einer Analyse gemeinsam mit Fachleuten der Universität Kopenhagen herausgefunden hat, dienen nahezu 40 Prozent aller direkten Investments nur dazu, die Steuern für Konzerne zu reduzieren – und das weltweit. Darüber berichtet NTV.

Investitionen von 15 Billionen Dollar

Wie es in der Analyse heißt, fließen die Gelder in „leere Firmenhüllen ohne echte Geschäftsaktivität“. Demnach hat sich die Summe dieser Investitionen mittlerweile auf unglaubliche 15 Billionen US-Dollar erhöht. Bei NTV heißt es dazu, dass dieser Betrag der zusammengerechneten Wirtschaftsleistung von China und Deutschland entspreche.

Phantomkapital steigt

Obwohl es in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen gab, auch durch Kooperationen von Finanzbehörden, ist der Anteil des sogenannten Phantomkapitals gestiegen – und zwar von etwa 30 auf rund 40 Prozent der direkten Investments. Dabei gilt: Sind die Steuersätze in einem Land besonders hoch, entsteht mehr dieses Phantomkapitals.

Beliebte Steueroasen in Europa

Sitz der Briefkastenfirmen, in die das Geld transferiert wird, sind einige wenige Steueroasen. Darunter befinden sich als besonders beliebte Ziele Luxemburg und die Niederlande, wo die Steuersätze extrem niedrig sind. Die Folge: Die Hälfte des weltweiten Phantomkapitals wird hier gebunkert.

Interessante Randnotiz: Das kleine Luxemburg, das nicht mal eine Million Einwohner hat, zieht ebenso viel Kapital an wie die USA und bedeutend mehr als China. Die Macher der Studie bewerten diese Größenordnung als klares Indiz dafür, dass es sich dabei nicht um reale Investments handeln könne. Weitere Steueroasen sind unter anderem Irland, Singapur, Hongkong und die Britischen Jungferninseln.

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Ein Kommentar
Titus von Unhold
Titus von Unhold

„Die Macher der Studie bewerten diese Größenordnung als klares Indiz dafür, dass es sich dabei nicht um reale Investments handeln könne.“

Naja, in Luxemburg sind schlicht die meisten der europäischen Fonds registriert. Ja, das liegt auch am Steuersystem, allerdings ist seit 2008 alleine deren Kapitalvolumen von 1.080 auf 4.200 Mrd. Euro im Jahr 2018 angewachsen. Insbesondere der drohende Brexit hat zwischen 2016 und 2018 alleine etwas über 30 Prozent Wachstum gebracht.

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