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Falschparker, aufgepasst! Dieser Chatbot geht für euch gegen Strafzettel vor

Ein Chatbot hilft Autofahrern dabei gegen ihre Strafzettel fürs Falschparken vorzugehen. In London und New York ist der Dienst enorm erfolgreich. Jetzt wird ein Deutschlandstart geprüft.

Jeder Autofahrer bekommt früher oder später einen Strafzettel fürs Falschparken. Ärgerlich ist das vor allem dann, wenn man sich seiner Schuld gar nicht bewusst war. Der normale Rechtsweg: Einspruch einlegen, abwarten und hoffen. So tat es auch der Brite Joshua Browder mehr als einmal und bemerkte, dass seine Beschwerden ziemlich oft zum Erfolg führten. Grund genug für ihn, den Vorgang zu automatisieren – in Form eines Chatbots, der auch anderen Fahrzeugführern dabei hilft gegen Knöllchen vorzugehen.

Weltweit erster Chatbot-Anwalt ficht Strafzettel fürs Falschparken an

Weltweit erster Chatbot-Anwalt hilft dabei, deinen Strafzettel fürs Falschparken ungültig zu machen. (Screenshot: DoNotPay)
Weltweit erster Chatbot-Anwalt hilft dabei, deinen Strafzettel fürs Falschparken ungültig zu machen. (Screenshot: DoNotPay)

Auf der Webseite „DoNotPay“ können Anwender in einem Chatfenster ihr Problem schildern. Ein Algorithmus stellt auf Basis abgefragter Schlüsselbegriffe ein Gesamtbild der Situation her und formuliert im Anschluss ein individuelles Einspruchsschreiben. Da das Verfahren laut Browder sehr formalisiert ablaufe, ist die Erstellung des Dokumentes recht einfach. Die Erfolgsrate seines Dienstes lag zu Beginn des Jahres bei 47 Prozent. Seit 2015 sollen allein in London 150.000 Nutzer umgerechnet vier Millionen Euro an Strafgeldern gespart haben.

„Weltweit erster Roboter-Anwalt, der pro bono arbeitet.“

Der Erfolg beflügelte Browder anschließend sogar in die USA zu expandieren. Der inzwischen in Stanford studierende 19-Jährige hat seinen Dienst im März auch auf die Rechtslage in New York hin erweitert. Seit dem ist die Erfolgsrate sogar noch weiter angestiegen – insgesamt auf satte 64 Prozent. Ein beachtlicher Wert. Besonders erfreulich für Deutsche: Der Brite plant jetzt auch hierzulande einen Start und ist mit verschiedenen Anwälten im Gespräch, um die juristische Situation zu erfassen.

Joshua Browder sieht in seinem Angebot vor allem auch einen Beitrag zu einem gerechteren Justizsystem und hofft, dass es irgendwann normaler Teil des Gerichtswesens ist. Vielerorts braucht es nämlich einen Anwalt, der gegen die Strafzettel vorgeht. Nicht jeder Angeklagte kann sich den Juristen jedoch leisten und geht das Risiko eines abgelehnten Einspruchs gar nicht erst ein – obwohl er vielleicht sogar im Recht wäre. Auch deshalb nennt er seine Plattform „den weltweit ersten Roboter-Anwalt“, der zudem pro bono arbeitet.

Doch beim Einspruch von Strafzetteln für Falschparker sollte es nicht bleiben. Nutzer können sich inzwischen auch Flugkosten erstatten lassen bei langen Verspätungen. Eine andere Idee, die Browder derzeit umtreibt, befasst sich mit Flüchtlingen. Er möchte einen Chatbot programmieren, der beim Asylverfahren unterstützt. Das ist eine ziemlich Herausforderung, erklärt er, denn das Programm müsse Arabisch verstehen und das Dokument auf Deutsch produzieren. Er ist aber zuversichtlich, dass er den Service noch in diesem Jahr veröffentlicht.

Chat-Roboter sind derzeit auch im Social Web ein heißer Trend. Wir haben für euch drei Chatbots im Facebook Messenger genauer getestet. Schaut mal rein!

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