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Streetscooter-Gründer: „Batteriegetriebene Autos müssen nicht weit fahren“

Streetscooter-Erfinder Günther Schuh. (Foto: dpa)

Streetscooter-Gründer Günther Schuh hat sich in einem Zeitungsinterview zur Zukunft der Mobilität geäußert. Schuh meint: „Batteriegetriebene Autos müssen nicht weit und schnell fahren.“

Uni-Professor Günther Schuh von der RWTH Aachen ist mit dem Kurzstrecken-Elektrofahrzeug Streetscooter ein echter Coup gelungen. Der seit 2014 im Besitz der Deutschen Post befindliche Hersteller der gleichnamigen E-Autos erfreut sich einer stetig steigenden Nachfrage. 20.000 Streetscooter sollen pro Jahr hergestellt werden. In einem Interview mit der Taz erklärt Schuh seine Idee von der Zukunft der Mobilität und den angeblichen Denkfehler von Industrie und Politik. „Batteriegetriebene Autos müssen nicht weit und schnell fahren“, meint Schuh.

Streetscooter-Gründer: Reichweite von 150 Kilometern reicht aus

Vielmehr, so der Streetscooter und Ego-Mobile-Gründer, müssten sie das dringende Problem lösen, „das Gift aus unseren Städten“ zu verbannen. Dafür reichten kleinere Batterien und eine Reichweite von 150 Kilometern aus. Dass E-Autos die dieselbe Reichweite wie herkömmliche Autos haben und genauso viel kosten müssten, wie der Großteil der Industrie und Politik denke, sei „Blödsinn“, erklärt Schuh. Stattdessen müsse die Herstellung auf kleinere Volumina ausgerichtet werden, dafür brauche es etwa ein anderes Karosseriekonzept.

Laut Schuh, der Streetscooter 2010 gemeinsam mit Achim Kampker gegründet hat, verwende sein Unternehmen Aluminiumprofile statt tiefgezogener Karosserieteile. Allein das spare in der Anschaffung Millionen. Auch auf ein teures Presswerk werde beim Streetscooter-Ansatz verzichtet. Die Lackierung, für die eine 50 bis 70 Millionen Euro teure Anlage notwendig wäre, fällt ebenfalls weg. Beim Streetscooter kommt eine Außenhaut aus sogenannten Thermoplasten zum Einsatz.

Streetscooter der Deutschen Post
Streetscooter. (Bild: Deutsche Post)

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Insgesamt seien die Montagekosten dadurch nur halb so hoch wie bei klassischen Herstellern. Der Streetscooter, sagt Schuh im Gespräch mit der Taz, sei das erste E-Auto gewesen, „das die Betreiber weniger kostet als das vergleichbare Verbrennermodell“. Der Deutschen Post habe das gefallen. Zu seinen Zielen sagt Schuh, er wolle „eine öffentliche Debatte initiieren und zeigen, was machbar ist“. Etablierte Player sollen dadurch angeregt werden, sich in diese Richtung zu bewegen – „damit unsere Gesellschaft bei diesem Thema Fortschritte erzielt“.

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