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Interview

Stress im Job: Diese 3 Techniken aus der Verhaltenstherapie helfen sofort

Katastrophen-Skala, Grübelstuhl, Ruhewort: Gegen Stress im Job. (Bild: Shutterstock / Marcos Mesa Sam Wordley)

Jeder Berufstätige hat gelegentlich Stress im Job. Mit der Katastrophenskala, dem Grübelstuhl und dem Ruhewort lassen sich Belastungen und Ärger adressieren.

Stress im Job ist oft vermeidbar – etwa durch Disziplin und gute Planung. Doch es gibt auch Momente, in denen Berufstätige kurz davor sind, den Kopf zu verlieren. Wenn beispielsweise zwei neue Aufgaben ganz spontan hereinschneien, das Telefon in einer Tour klingelt und der Kita-Schluss immer näher rückt. Passiert das, lassen sich Druck und Hektik oft nicht vermeiden. Doch auch solche Situationen können Berufstätige mit ein paar Tricks aus der Verhaltenstherapie entschärfen, sagt Dr. Utz Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) in Konstanz. Der Gründer des Schlaf-Portals Letsleep.de empfiehlt vor allem drei Techniken: die Katastrophenskala, den Grübelstuhl und das Ruhewort.

Stress im Job: Berufstätige sollten nicht zu viele Kompromisse eingehen

Dr. Utz Niklas Walter: „Berufstätige sollten Stress im Job nicht unterschätzen.“ (Foto: IFBG)

t3n: Zu den größten Stressoren am Arbeitsplatz zählen Termindruck, ein schlechtes Arbeitsklima und ständige Erreichbarkeit. Muss man heutzutage lernen, sich mit solchen Belastungen zu arrangieren oder sollte man als Berufstätiger da lieber gleich das Weite suchen?

Dr. Utz Niklas Walter: Man sollte in jedem Fall nicht zu viele Kompromisse eingehen. Die hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften erlaubt es inzwischen vielen Berufstätigen, sich den Arbeitsplatz genau auszusuchen. Die Arbeitgeber wissen das auch und haben in den vergangenen Jahren viel unternommen, um Mitarbeiter vor Jobstress zu schützen. Von gesundheitsbezogenen Blitzbefragungen über die Ausbildung von Führungskräften zu Gesundheitsbotschaftern bis hin zum Erreichbarkeits-Kodex sind spannende Maßnahmen entstanden. Ein ganz neuer Ansatz ist auch die Erstellung von sogenannten Wohlfühl-Cards. Hier schreibt jeder Beschäftigte auf, wie er gerne arbeiten will beziehungsweise wann und über welche Kanäle er am liebsten kontaktiert werden möchte. Diese Wohlfühl-Cards werden dann innerhalb des Teams verteilt – und irgendwann auch weitestgehend gelebt.

t3n: Können Sie prominente Beispiele nennen, wo diese Wohlfühl-Cards im Einsatz sind?

Prominente Beispiele gibt es hier noch nicht. Diesen Ansatz haben wir zunächst selbst in unserem Unternehmen entwickelt und umgesetzt. Es wird sich erst noch zeigen, inwieweit sich die Wohlfühl-Cards auch in größeren Organisationen realisieren lassen, da es hier ja mehr Restriktionen gibt. Aus unserer Sicht ist es jedoch ein Ansatz, der ebenso für Team- oder Gruppenleiter in Großunternehmen interessant ist.

t3n: Welche Folgen kann negativer Stress auf uns haben?

Wenn ich mich am Arbeitsplatz nicht wohl fühle oder zu sehr gestresst bin, hat das einen erheblichen Einfluss auf meine Gesundheit und Arbeitszufriedenheit. Die Produktivität lässt nach, und es kann schnell zur inneren Kündigung kommen. All das ist natürlich nicht im Sinne der Arbeitgeber.

t3n: Sport zählt ja zu den besten Methoden, um Stress abzubauen. Nun kann aber nicht jeder im Büro eine Jogging-Pause einlegen. Welche Techniken können Sie empfehlen, um unmittelbar etwas zu tun?

„Wenn ich am Arbeitsplatz zu sehr gestresst bin, hat das einen erheblichen Einfluss auf meine Gesundheit.“

Sport ist eine tolle Möglichkeit, um Stress abzubauen. Er setzt jedoch nicht an den Ursachen von Stress an. Hier spielen eher Dinge wie beispielsweise die hohe Termindichte, der andauernde Konflikt mit meinem Kollegen oder die fehlende Wertschätzung durch meine Chefin eine Rolle. Manche dieser Stressoren kann ich selbst reduzieren, bei manchen benötige ich die Unterstützung des Arbeitgebers. Verhaltenstherapeutische Techniken wie die Katastrophenskala oder der Grübelstuhl können jedoch helfen, besser mit Stress umzugehen und ihn keinesfalls mit in den Feierabend beziehungsweise ins Bett zu nehmen.

t3n: Wie funktionieren diese Techniken genau? Und wie viel Übung braucht es, um sie zu erlernen?

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