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Analyse

Studie bemängelt: IT-Unternehmen fehlt oft der passende Partner

Sind es ausgerechnet IT-Unternehmen, die mit der Digitalisierung zu kämpfen haben? (Grafik: Shutterstock)

Eine Analyse von Bearingpoint zeigt: Statt auf Disruption setzen viele Technologieunternehmen nur auf „unterstützende Innovationen“. Das beeinflusst auch die Partnersuche. 

Nicht selten wollen IT- und Technologieunternehmen ihren Umsatz auf Basis von Partner-Ökosystemen erhöhen. Einzig, viele Firmen lassen Möglichkeiten zum Aufbau solcher neuen Partnerschaften „oftmals ungenutzt“, behauptet die Studie „Partnership ecosystems: A narrowing window of opportunity for IT & Technology companies?“ der Management- und Technologieberatung Bearingpoint.

In den vergangenen Jahren seien Unternehmen, die digitale plattformbasierte Geschäftsmodelle einsetzen, „überdurchschnittlich stark gewachsen“, heißt es in der Analyse, für die man 90 Führungskräfte von IT- und Technologieunternehmen in Europa, Asien und den USA befragt hat.

Aus Sicht von Bearingpoint werde sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch weiter verstärken. Grund dafür sei, dass plattformbasierte Geschäftsmodelle Mehrwert aus dem Partner-Ökosystem und den Netzwerkeffekten schöpfen können. Das gelte auch für IT- und Technologieunternehmen, die aufgrund ihrer Positionierung davon „stark profitieren können“, wie es heißt.

Ziel: Passenden Partner finden

Wichtig sei hierbei allerdings, dass sie „reagieren und die passenden Partner finden“, um überzeugende Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Nur: „Momentan scheint es so, also ob einige den Zug verpassen werden“, sagt Markus Laqua, Partner und Segmentleiter Telecommunications bei Bearingpoint.

Fest steht: IT- und Technologieunternehmen sind die Partner der Wahl für Unternehmen anderer Branchen, wie zum Beispiel Automobilhersteller, Banken und Versicherungen, Telekommunikations- und Medienkonzerne oder Unternehmen der Transportbranche.

Durch voranschreitende Vernetzung und Digitalisierung unterstützen diese Partnerschaften das Entstehen neuer branchenübergreifender Geschäftsmodelle. Allerdings arbeiten derzeit nur 18 Prozent der IT- und Technologieunternehmen tatsächlich mit Unternehmen aus anderen Branchen zusammen, will die Studie herausgefunden haben. Stattdessen würden sie zurzeit oftmals noch Partnerschaften mit anderen etablierten IT-Unternehmen (60 Prozent), Technologieanbietern (53 Prozent) und IoT-Unternehmen (26 Prozent) bevorzugen, heißt es.

Studie zu „digitalen Partnerschaften" (Grafik: Bearing Point)
Studie zu „digitalen Partnerschaften“. (Grafik: Bearingpoint)

Mangel an disruptiven Innovationen

Die Umfrage zeige zwei wichtige Trends: Zum einen, dass IT- und Technologieunternehmen „unglaublich hohe Erwartungen“ haben, wenn es darum geht, Umsatz, Innovation und Produktivität durch Partner-Ökosysteme zu steigern. Doch zugleich würden sie heute „fast schon kurzsichtig“ mit jenen Unternehmen zusammenarbeiten, die ihnen am ähnlichsten sind.

Indem sie „eher bestehende Produkte um Funktionen erweitern“, investieren bisher zumeist in „unterstützende Innovationen“, und eben nicht in „disruptive Innovationen“. Die Entwicklung komplett neuer Produkte und Dienstleistungen werde „einfach nicht in den Vordergrund gestellt“, sagt Laqua.

Die Studie zeige hingegen, dass die großen Chancen in der digitalen Transformation traditioneller Organisationen wie Automobil-, Banken- und Telekommunikationsunternehmen liegen, denn hier gebe es noch viel Potenzial für die Entwicklung branchenspezifischer Produkte und Dienstleistungen.

Die genannten Sektoren bräuchten neue Lösungsansätze, um sich mit Hilfe der neuen digitalen Technologien neu zu erfinden und in angrenzende Märkte vorzudringen. „Das zwingt sie allerdings auch dazu, sich Kenntnisse und Fähigkeiten digitaler Unternehmen anzueignen“, sagt Laqua.

Somit würden sie selbst zu Digitalexperten, und in zwei Jahren könnten sie schon deutlich unabhängiger sein als noch heute. Sollten IT- und Technologieunternehmen also nicht schnell handeln, dann verpassen sie diese Wachstumschancen“, prognostiziert der Experte.

Herausforderungen sind „technologischer Natur“

Immerhin 79 Prozent der IT- und Technologieunternehmen halten es laut Befragung für wichtig, Geschäftsmodelle durch Partnerschaften zu verändern, um das Wachstum zu unterstützen. Auf Geschäftsmodell-Innovationen und die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen würden sich in diesem Zusammenhang 58 Prozent der Unternehmen konzentrieren, heißt es.

Während sie jedoch den Wert der Entwicklung von Partnerschaften sehen, befänden sich 53 Prozent der Befragten immer noch in der Planungsphase für ihre eigene Digitalstrategie und den Aufbau von Partnernetzwerken. Nur 34 Prozent der IT- und Technologieunternehmen beschäftigen sich laut Bearingpoint schon umfassend mit Geschäftsmodell-Innovationen und neuen digitalen Angeboten.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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Das Beratungsunternehmen legt nahe, dass die Herausforderungen, denen sich IT- und Technologieunternehmen beim Management und der Verbesserung ihrer Partner-Ökosysteme stellen müssen, „vor allem technologischer Natur“ seien: 51 Prozent hätten mit einer „komplexen, veralteten IT-Umgebung“ zu kämpfen. Weitere 47 Prozent glauben angeblich nicht, dass sie über die richtigen Technologien und Plattformen verfügen, um die Monetarisierung über das gesamte Partner-Ökosystem hinweg zu managen.

IT-Unternehmen ohne Digitalstrategie?

Auch bei der Umsetzung einer Digitalstrategie scheint der IT-Sektor vergleichsweise zögerlich zu sein, schreiben die Studienautoren. Laut ihrer Analyse haben 46 Prozent der IT- und Technologieunternehmen eine Digitalstrategie definiert und setzen sie um. Im Vergleich dazu sind es beispielsweise im Telekommunikationssektor bereits 55 Prozent. Der zukünftige Geschäftserfolg hänge auch von den Technologieentscheidungen ab, die IT- und Technologieunternehmen in den kommenden Monaten und Jahren treffen werden, prognostiziert Laqua.

Neben den 90 Führungskräften von IT- und Technologieunternehmen, die man in Europa, Asien und den USA befragt hat, hat man auch die Meinung von 435 Führungskräfte aus den Bereichen Telekommunikation, Automobil, Transport, Banken und Versicherungen eingeholt. Laut Bearingpoint sei ein Ziel gewesen, den Fortschritt von IT- und Technologieunternehmen im Vergleich zu anderen Branchen zu bewerten, die den digitalen Wandel signifikant vorantreiben.

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