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Mängel bei der Digitalisierung deutscher Unternehmen kosten halbe Milliarde

So automatisiert geht es noch nicht überall zu: Viele Unternehmen würden die Digitalisierung zwar in Angriff nehmen, dabei allerdings allerdings noch „zu viel in Handarbeit” machen, heißt es. (Foto: Shutterstock)

2017 wurden insgesamt 540 Millionen Euro IT-Budget durch unzureichende Automatisierung von IT-Infrastruktur „verbrannt“, legt eine Studie nahe, für die 155 Unternehmen befragt worden sind.

Wie steht es um die Digitalisierung der Unternehmen im Land? Nicht besonders gut – wenn man der Studie „Cloud Automation Excellence” von Nexinto und Hewlett Packard Enterprise glaubt, für die 155 deutsche Unternehmen aus zwölf Branchensegmenten befragt worden sind.

Viele Firmen, heißt es lapidar, würden das Potenzial der Digitalisierung nicht vollends ausnutzen – mit gravierenden Folgen für Bilanz und Wettbewerbsfähigkeit. Da Wirtschaft heute digital funktioniere, sei es für deutsche Unternehmen aktuell „eine der dringendsten Herausforderungen”, ihre Geschäftsmodelle daran anzupassen, schreiben die Studienautoren.

Automatisierung digitalisierter Arbeitsabläufe

Die Automatisierung digitalisierter Arbeitsabläufe werde eine „zentrale Stellschraube”, zum einen für das eigene Bestehen am Markt und zum anderen für Innovationen. Deshalb würden laut der Studie zwei Drittel der Unternehmen eine durchgängige Automatisierung als wesentlichen Erfolgsfaktor betrachten. Lediglich sechs Prozent hätten angegeben, diese bereits komplett erreicht zu haben.

Allein für 2017, heißt es, hätten sie rund 540 Millionen Euro durch eine unzureichende Automatisierung ihrer digitalen Strukturen verloren. „Zwar ist es gut, dass Unternehmen die Digitalisierung in Angriff nehmen, dabei machen sie allerdings noch zu viel in Handarbeit”, urteilt Diethelm Siebuhr, der Geschäftsführer von Nexinto. Es bleibe „viel Potenzial auf der Strecke”, das etwa für neue Konzepte zur künstlichen Intelligenz eingesetzt werden könnte, sagt er.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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Zu den Hürden gehören laut Studie fehlende Budgets, Transparenz und starre Organisationsstrukturen. „Viele fürchten mit der Digitalisierung explodierende IT-Budgets. Die Automatisierung ist aber ein Mittel, um Kosten langfristig zu reduzieren. Dies ist auch ein maßgebliches Ziel von Unternehmen”, sagt Thomas Kitz, Director Sales-Service-Provider bei Hewlett Packard Enterprise.

Düstere Prognose für 2020

Dafür müssten sie „eine klare Roadmap aufstellen und umsetzen”, denn Automatisierung stelle sich nicht von allein ein, heißt es. Wenn sich nichts am Tempo automatisierter, digitalisierter Arbeitsabläufe verändere, könnten den Unternehmen bis 2020 sogar sechs Milliarden Euro entgehen, rechnen die Studienautoren schon einmal vor.

Immerhin: Bis dahin wollen die Unternehmen den Automatisierungsgrad von heute 36 Prozent auf 58 Prozent deutlich erhöhen – heißt es zumindest, gestützt auf die Studienergebnisse. Das sei ein ambitioniertes Ziel, sagt Carlo Velten, Senior-Analyst bei Crisp Research. Um es zu erreichen, müssten die Firmen in Technologien zur Automatisierung investieren sowie ihre althergebrachten Organisationsstrukturen neu überdenken. Dadurch allerdings würden sie sich auch Freiraum verschaffen, um sich mit eigenen Innovationen zu befassen.

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