News

Studie: Infoseiten zu psychischer Gesundheit geben sensible Daten preis

(Foto: Shutterstock-Stokkete)

Webseiten mit Infos zu psychischen Erkrankungen sollen Nutzerdaten an Dritte wie Google oder Facebook weitergeben. So könnten diese etwa erkennen, ob Nutzer sich auf Depressionen getestet haben.

Wer sich über psychische Erkrankungen informiert oder gar einen Selbsttest auf Depressionen macht, möchte ganz sicher nicht, dass diese Informationen an Konzerne wie Google, Amazon oder Facebook weitergeleitet werden. Genau das passiert aber offenbar in mehreren Fällen, wie eine Analyse der Londoner Organisation Privacy International (PI) ergeben hat. Süddeutsche Zeitung und NDR haben zuerst darüber berichtet. Demnach enthielten 97 Prozent der untersuchten 136 populären Websites zu psychischer Gesundheit in Deutschland, Frankreich und Großbritannien Elemente von Drittanbietern.

Tracking-Cookies auf Seiten zu Depressionen

Diese Elemente können harmlos sein, aber auch eingesetzt werden, um Besuchern maßgeschneiderte Werbung anzuzeigen. In manchen Fällen landen laut der Untersuchung Daten über das Nutzerverhalten bei Drittanbietern. Dabei handelt es sich oft um große Werbenetzwerke sowie Unternehmen wie Google, Amazon und Facebook. Auf den 44 untersuchten deutschen Webseiten fanden die Forscher im Schnitt mehr als acht Elemente von Drittanbietern, wie die Süddeutsche schreibt. In mehreren Fällen wurden demnach Tracking-Cookies zu Werbezwecken eingesetzt, über die sich Nutzer über Webseiten hinweg „verfolgen“ lassen.

PI empfiehlt Seiten mit sensiblen Themen wie psychische Gesundheit, auf sogenannte verhaltensorientierte Anzeigen komplett zu verzichten. Auf einigen der speziell untersuchten Seiten wurde laut PI darauf verzichtet, die Nutzer vor dem Hinterlegen von Cookies um Erlaubnis zu fragen. Das, so Ulrich Kühn, stellvertretender Leiter der Hamburger Datenschutzbehörde, verstoße gegen die DSGVO. Denn dort werden Gesundheitsdaten auf eine Stufe mit Informationen über sexuelle Orientierung, Religion oder Herkunft gestellt.

Infos über Depressionstest an Werbetreibende

Wie genau eine solche Datenweitergabe ausschauen kann, zeigt PI anhand eines Depressionstests. Werbetreibende, so die Kritik, könnten anhand der sprechenden URL einer solchen Seite erkennen, womit sich ein Nutzer befasst hat. Die Nutzer gingen davon aus, dass ein solcher Selbsttest anonym zu nutzen wäre. Stattdessen fand PI dort laut der Süddeutschen Zeitung jeweils Dutzende Tracker. In den untersuchten deutschen Fällen wurden immerhin die Antworten der Tests nicht mitübertragen. Laut PI sollen mehrere französisch- und englischsprachige Webseiten dies aber tun.

Mehr zum Thema:

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung