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Studie: So kämpfen Unternehmen gegen den Fachkräftemangel an

Fachkräftemangel: Spezifische Stellen sind schwer zu besetzen. (Foto: Shutterstock-Gorodenkoff)

Gutes Personal zu finden, fällt vielen Arbeitgebern in Zeiten des Fachkräftemangels schwer. Eine Befragung unter Unternehmen zeigt, was beim Recruiting funktioniert.

Vielerorts ist der Fachkräftemangel dramatisch zu spüren. In einer gemeinsamen Befragung der Jobsuchmaschine Indeed, der Zeitschrift Personalwirtschaft und des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) wird das erneut deutlich: 92 Prozent der 420 befragten Unternehmen geben darin an, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. 41 Prozent bezeichnen ihren Personalbedarf sogar als „dringlich“ oder „existenziell“. Was die Studie jedoch auch zeigt: Nur jedes zweite betroffene Unternehmen betreibt eine strategische Personalplanung und stellt beispielsweise Prognosen über Personalengpässe und -bedarf auf. Für die Studie wurden die Unternehmen gefragt, ob sie bestimmte Recruiting-Strategien nutzen und falls ja, wie sie funktionieren.

Fachkräftemangel: Kleine Unternehmen haben es schwer

„Viele Unternehmen leiden unter dem Fachkräftemangel, unabhängig von der Betriebsgröße“, sagt Anika Jansen vom Kofa. Vor allem kleine Unternehmen hätten es bei der Personalgewinnung jedoch ungleich schwerer. Den Grund dafür sieht sie vor allem darin, dass in der Regel weniger Ressourcen zur Verfügung stünden – wie etwa Angestellte, die sich ausschließlich mit der Personalgewinnung beschäftigen. Viele kleinere Unternehmen empfänden eine strategische Personalplanung zudem als zu zeitaufwendig. Die großen Unternehmen sähen sich hingegen mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert: Sie benötigten häufig schlicht eine höhere Zahl an Fachkräften und vor allem welche mit ziemlich spezifischem Stellenprofil.

„Viele Unternehmen leiden unter dem Fachkräftemangel, unabhängig von der Betriebsgröße.“

Viele Arbeitgeber gehen bei der Personalgewinnung jedoch auch neue Wege. So sucht etwa ein Viertel der befragten Unternehmen auch im Ausland nach Fachkräften. „Das ist immer noch zu wenig“, sagt Annina Hering von Indeed. Sie rät dazu, dass Unternehmen internationalen Bewerbern unbedingt mehr Offenheit signalisieren sollten – etwa durch mehrsprachige Stellenanzeigen. Was ihnen außerdem in die Karten spielen würde, seien Sonderleistungen wie Boni, umfassende Work-Life-Balance-Programme oder Dienstwagen, die auch privat genutzt werden können. Eine weitere – zunächst kurios – klingende Möglichkeit: Statt die Fachkräfte ins Unternehmen zu holen, könne man die Arbeit auch direkt zu den Fachkräften bringen.

„Unternehmen entscheiden sich zwar selten zu der Maßnahme, einen neuen Standort da zu eröffnen, wo die Fachkräfte sind. Wenn sie dies tun, funktioniert das aber in der Regel sehr gut“, sagt Anika Jansen vom Kofa. 73 Prozent der Unternehmen, die diesen Schritt gegangen sind, gaben an, dass das für sie gut oder sogar sehr gut funktioniert habe. Annina Hering von Indeed rät kleinen Unternehmen, denen das kaum möglich sei, neuen Mitarbeitern ein Büro in einem Coworking-Space in der Nähe des Wohnorts einzurichten oder ihnen das Arbeiten aus dem Homeoffice heraus zu ermöglichen. Besonders erfolgreich sei zudem der Aufbau einer Arbeitgebermarke: 76 Prozent sagen, Employer-Branding funktioniere bei ihnen gut bis sehr gut.

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