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Studie von Roland Berger: Die Luft wird für Inkubatoren immer dünner

Viele Startups vertrauen auf Inkubatoren und Akzeleratoren. (Grafik: Shutterstock)

Rund 200 Inkubatoren und Akzeleratoren hat Roland Berger international befragt. Nur etwa die Hälfte fokussiere sich allerdings konsequent auf eine Branche. Und das ist nur ein Teil der Kritik.

„Sie können nur überleben, wenn sie sich von der Masse abheben.“

Um Gründer und deren Startups in der Frühphase zu unterstützen, haben sich global Tausende Akzeleratoren und Inkubatoren etabliert. Nach Angaben der Unternehmensberatung Roland Berger soll sich die Anzahl in den vergangenen zehn Jahren weltweit beinahe verfünffacht haben.

Dieser rapide Anstieg führe mittlerweile zu einem „intensiven Wettbewerb“ unter den Programmen, heißt es. Diese und weitere Erkenntnisse stellen die Studienautoren in ihrer Analyse „Revisiting the market for innovation: How accelerators and incubators can reinvent themselves“ vor. Dafür hat man international rund 200 Akzeleratoren und Inkubatoren befragt.

Überleben durch Alleinstellungsmerkmale möglich

Grundsätzlich seien die Zeiten sind vorbei, in denen sich Akzeleratoren und Inkubatoren alleine mit Angeboten wie dem Bereitstellen von Büroflächen oder Mentoring-Programmen behaupten konnten, sagt etwa Jochen Ditsche, Partner von Roland Berger: „Sie können nur überleben, wenn sie sich von der Masse abheben.“ Dies gelinge insbesondere, wenn sie sich „konsequent auf eine Branche oder Technologie spezialisieren“ und ihr Geschäft internationalisieren, rät Ditsche.

Die klassischen Angebote an Startups sind nach wie vor sehr präsent (Grafik: Roland Berger)

Die klassischen Angebote an Startups sind nach wie vor sehr präsent (Grafik: Roland Berger)

Bisher, heißt es in der Studie, würden sich Anbieter überwiegend auf klassische Support-Funktionen wie Coaching (96 Prozent), Workshops (90 Prozent) oder die Vermittlung von Büroräumlichkeiten (86 Prozent) konzentrieren. Angeblich nur rund die Hälfte gewährt Gründern Zugriff auf spezielle Technologien. Immerhin 54 Prozent der befragten Einrichtungen seien auf bestimmte Branchen spezialisiert, allerdings nur 35 Prozent auf einen Technologiebereich wie Internet of Things, Big Data oder künstliche Intelligenz.

Spezialisierung auf Technologien (Grafik: Roland Berger)

Spezialisierung auf Technologien (Grafik: Roland Berger)

Fokus auf einzelne Industrien

Im internationalen Vergleich würden sich Institutionen in den USA (65 Prozent) schon am stärksten auf einzelne Industrien fokussieren, ist im Report zu lesen, gefolgt von Europa (59 Prozent) und der Region Nahost und Nordafrika (57 Prozent). „Nachholbedarf“ würden solche Anbieter auch auf internationaler Ebene zeigen, schreiben die Studienautoren: Nur knapp die Hälfte der Befragten verfolge schon eine internationale Strategie, expandiere in weitere Märkte oder gehe neue Partnerschaften ein.

Wachsende Spezialisierung als Strategie (Grafik: Roland Berger)

Wachsende Spezialisierung als Strategie (Grafik: Roland Berger)

Tipp: Schnittstellen-Funktion nutzen

Zudem sei Fakt, dass neue Wettbewerber wie Gründerzentren großer Unternehmen oder Programme von Venture-Capital-Fonds für Akzeleratoren und Inkubatoren zusätzliche Konkurrenz darstellten. Angesichts der hohen Liquidität an den Finanzmärkten seien Startups zudem nicht auf Investitionen dieser Anbieter angewiesen, sagt Ditsche.

Doch Unternehmen, Risikokapitalfonds und staatliche Institutionen seien wiederum potenzielle Kunden für etablierte Anbieter: „Akzeleratoren und Inkubatoren können mit ihrer großen Expertise in einem sehr dynamischen und unübersichtlichen Markt bei Investitionsentscheidung maßgeblich unterstützen“, sagt der Experte. So könnten sie sich zum Beispiel immer stärker als Schnittstelle zwischen Startups, Unternehmen, Kapitalgebern und der Forschung verstehen und als Plattformen für den Technologietransfer etablieren.

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