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E-Commerce

Suchlösungen für den Onlineshop – 10 Anbieter im Überblick

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Google Commerce Search - Funktionales, aber auch preisliches Schwergewicht aus Kalifornien

Google Commerce Search in der Version 2.0 soll bei 30.000 Shops im Einsatz sein. Ich bin bisher allerdings noch nicht darüber gestolpert. Bei Preisen ab 21.500 Euro pro Jahr dürfte klar sein, dass Commerce Search nicht für den KMU-Onlineshop in Frage kommt.

Funktional bietet Commerce Search im Grunde Hausmannskost. Die Lösung läuft auf Googles Servern, deren Skalierbarkeit über jeden Zweifel erhaben sein dürfte. Die Übertragung der Daten läuft per Export oder API. Neben einer algorithmischen Suche werden auch Wörterbücher verwaltet. Vor allem zur Synonymfindung sind auf jeden Fall gepflegte Wörterbücher erforderlich.

Die Verwaltung der Daten und die Anpassung der Ergebnisebene erfolgt mittels eines webbasierten Dashboards, eben Google-Style. Hier nimmt man Einfluss auf Ranking oder legt Filterregeln an. Auch Kampagnen können so verwaltet werden.

Google hat den Einstiegspreis für die Nutzung im letzten Jahr halbiert. Böse Zungen behaupten, das habe mit dem mangelnden Erfolg des Produktes zu tun. Mag sein. Wobei 21.500 Euro als neuer Einstiegspreis beileibe noch kein Schnäppchen sind...

Interessant für alle Analyticskunden ist, dass Commerce Search und Analytics Hand in Hand arbeiten können.

Nextopia ECommerce Site Search - Beachtenswerte Lösung aus Kanada

Das Produkt mit dem sperrigen Namen wird im Heimatland der Holzfäller programmiert. Als einziger Anbieter in der Übersicht bietet Nextopia eine Integration des Shops in Facebook an. Diese Einbindung kostet moderate 500 bis 1.000 Dollar im Jahr, wobei das 1.000 Dollar-Paket im Grunde das einzig ernsthaft nutzbare ist.

Neben dem Facebook-Gimmick ist ECommerce Site Search ein weiteres Produkt aus der Reihe der wörterbuchbasierten Suchen. Prinzipbedingt ist es so nur für Leute mit Spaß an hohem Pflegeaufwand oder Shops mit geringem Artikelvolumen oder chinesische Betreiber interessant, bei denen bekanntlich Personalkosten kein Faktor sind.

ECommerce Site Search wird per Datei gesteuert. Insofern ist es weniger flexibel als Systeme wie etwa Google CS oder Celebros.

Hinsichtlich der Preisgestaltung schweigt sich Nextopia aus. Betrachtet man die Facebook-Preise, wird man schätzungsweise ab 2.000 Dollar an das "echte" Produkt kommen können.

Nextopia läuft entweder als gehostete Lösung oder integriert in die jeweilige Shopping-Plattform. Nach eigenen Angaben verwenden bereits über 500 Onlineshops die Site Search des Unternehmens.

Searchperience - Reiner Crawler aus Deutschland

Searchperience, ein Produkt der Wiesbadener AOE Media GmbH nimmt in dieser Übersicht eine Sonderstellung ein. Denn Searchperience arbeitet rein Crawler-basiert. Prinzipbedingt entsteht so bei der Installation kaum Konfigurationsaufwand. Basis der Lösung ist das Open Source Projekt Apache Solr, eine komplett in Java implementierte Volltext-Suchmaschine, deren API aufgrund der Verwendung von HTTP/XML und JSON von jeder Programmiersprache aus angesprochen werden kann.

AOE Media bietet Pakete von 990 Euro oder 1.990 Euro monatlich an, wobei die Setup-Kosten mit Summen ab 1.000 Euro, respektive 2.500 Euro bei dem größeren Paket nicht unbeachtlich sind. Das günstigere Basic-Paket enthält die Verwaltung von 100.000 Artikeln und 100.000 Suchen pro Monat, während das größere Professional Paket 1 Mio. Artikel und 1 Mio Suchanfragen verwalten kann.

Legt man Wert auf über das Professional-Paket hinausgehende Leistungen, wie Sofortergebnisanzeige (Livesearch), Bildsuche und Separierung der Indizes nach Sprachversionen wird die Einholung eines individuellen Angebots erforderlich.

Das Basic-Paket stellt ein eher rudimentäres Grundsortiment mit Sofortsuche, Filtermöglichkeiten und Fehlertoleranz bereit. Wichtige Funktionen wie platzierte Suchergebnisse, ähnliche Produkte und Synonym-Suche erhält der Shopbetreiber erst ab dem Professional Paket.

Searchperience: Produktanzeige via Kategorie-Navigation
Searchperience: Produktanzeige über Suchfunktion

SearchSpring - Modern, aber ohne besondere Merkmale

SearchSpring aus dem amerikanischen Colorado Springs gehört zu den Produkten mit denen man bei KMU noch punkten kann. Das liegt vor allem am Preis, der mit maximal 6.000 Dollar pro Jahr bei 100.000 Produkten und ebensovielen Suchen noch im erschwinglichen Bereich angesiedelt ist. Kleine Shops mit 10.000 Artikeln und der gleichen Zahl Suchvorgänge, sind mit 1.200 Dollar im Jahr dabei, müssen aber dafür auch auf Teile der Funktionalität verzichten.

Im sogenannten Premiumpaket (6T/Jahr) bietet SearchSpring Filterfunktionen, Synonymverwaltung, ähnliche Artikel, Analytics Integration, Autovervollständigung, Sofortsuche (Suggest) und Marketingfunktionalitäten, wie die Kampagenverwaltung per Dashboard an.

Die Einbindung der Produkte in die gehostete Suche erfolgt per Feed. So ist eine permanente Aktualisierung gewährleistet. Referenzen finden sich spärlich. Die Suchergebnisseiten lassen zunächst keine Schwächen erkennen.

smecSearch - Algorithmisch, praktisch, aber auch gut?

In Österreich machen sich offensichtlich eine Menge Leute einen Kopf über das Thema E-Commerce. Gut, wenn man zum Einkaufen jedes Mal einen Bergpass überqueren muss, gewinnt das Thema Onlineshopping eine hohe Attraktivität, vor allem im Winter.

Die Linzer Firma Smarter Ecommerce GmbH bietet mit ihrer gewöhnungsbedürftig benamten Lösung smecSearch einen Vertreter der algorithmischen Onsite-Suchen auf.

Um die gehostete Lösung zu befüllen, bedient man sich hier ebenfalls eines Datafeed. Das Updaten des Index kann zeitgesteuert, manuell oder automatisch bei Änderungen im Produktbestand erfolgen. Diese Steuerung kann auch durch geeignete Warenwirtschaftssysteme geleistet werden. Dashboards, wie etwa bei Google CS oder Celebros existieren nicht.

Zum Grundleistungsumfang gehört bei smec die fehlertolerante Suche, Synonymwörterbücher, Filterfunktionen, Suchen ab dem Tippen des ersten Buchstabens und die Gruppierung ähnlicher Artikel.

Wie bei deutschsprachigen Produkten vielfach üblich, sucht man bei smec nach Preisinformationen vergeblich.

Fazit: Gutes muss nicht teuer sein!

Aus dem Blickwinkel eines Shopbetreibers im KMU-Umfeld kommen insbesondere die beiden deutschsprachigen Lösungen von Findologic und Exorbyte in Frage. Zu moderaten Preisen wird hier bereits einiges geboten, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Lösungen wie Google CS oder Celebros Salesperson bieten zwar den höchsten Komfort in jeglicher Hinsicht, sind dabei aber preislich jenseits von Gut und Böse und würden für den herkömmlichen Shopbetreiber eher das berühmte "Mit Kanonen auf Spatzen schießen" darstellen.

Haben wir einen wichtigen Suchanbieter vergessen? Welche Erfahrungen habt Ihr mit Suchfunktionen in Onlineshops gemacht?

(Bildquellenangabe Featured Image: Markus Wegner / pixelio.de)

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5 Reaktionen
Thomas Braun

Hallo Herr Petereit,

zunächst herzlichen Dank, dass Sie exorbyte Commerce Search bei Ihrer Übersicht berücksichtigt haben. Wir freuen uns sehr, dass unsere Lösung auch aus Ihrer Sicht eine klare Empfehlung für Shop-Betreiber ist.

Allerdings sind uns in Ihrem Bericht ein paar Aspekte aufgefallen, die wir nachstehend korrigieren müssen:
> Wir waren Vorreiter bei der Bereitstellung einer intelligenten Produktsuche als SaaS-Lösung. Unsere Suchlösung kann komplett online gebucht und vom Shop-Betreiber selbst anhand einfachster Schritte in den Shop integriert werden. Falls ein Kunde die Suche dennoch komplett bei sich installieren möchte, ist auch dies möglich.
> exorbyte Commerce Search gehört keineswegs zu einer „Gruppe der wörterbuchbasierten Suchen“. Die hohe Fehlertoleranz erreichen wir durch den Einsatz von Algorithmen – primär dem Levenshtein-Algorithmus, der nachweislich die stärkste Fehlertoleranz ermöglicht und sprachunabhängig ist. Jedoch nur durch unsere eigenentwickelte Technologie erreicht unsere Suche die extrem hohe Geschwindigkeit und Trefferquote.
> Dadurch ist es auch möglich, dass sogar unser Auto-Suggest hoch fehlertolerant arbeitet (nicht „nur“ die Suche wie bei anderen Anbietern).
> Mithilfe der Management-Konsole (Webinterface) können weit mehr als „nur“ Layout-Funktionen gesteuert werden. Bspw. können beliebig viele Facetten bzw. Filter für die Suchergebnisseite gesetzt werden, Aliase/Synonyme angelegt und gewichtet werden sowie Produkte und Suchbegriffe mit verschiedenen Rankings versehen werden und einiges mehr.
> Einen Kampagnen-Manager wird es in den nächsten Monaten ebenfalls geben.

Wie Sie sehen, steckt weit mehr hinter exorbyte Commerce Search. Klar, dass in diesem Rahmen nicht alles erörtert werden kann, aber dafür gibt es ja die jeweiligen Websites.

Beste Grüße
Thomas Braun

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Celebros

Interessanter Bericht, Herr Petereit.
Site-Search ist vielleicht nicht so attraktiv wie Social-Networking, und auch der Großteil der Shopper benutzt die Kategorie-Navigation, aber wenn wir in die Website-Analytics unserer Kunden schauen, sehen wir ein klares Muster - Besucher die die Suchbox benutzen, kaufen 2-4 mal eher etwas im Shop als nur die "Bummler" die über die Kategorie-Navigation gehen. Und diese Kunden können manchmal bis zu 50% des Gesamtumsatzes ausmachen! Daher ist es wichtig eine sehr gute Suchmaschine einzusetzen, um nicht diese Käufer leer ausgehen zu lassen.
Celebros ist ein Experte diesen wichtigen Teil des Online-Geschäftes zu bedienen. Wir sind vielleicht ein bisschen teurer als einige in der obigen Liste, aber mit einer bewährten ROI.

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Andrea

Hi, ich untersuche momentan für einen kleinen Teil in meine Bachelorthesis die Suchserver Facfinder und Apache SOLR. Hierbei geht es um im wesentlichen um Onlin-Shops. Was sind denn zwischen Solr und Factfinder die wesentlichen unterschiede bzw Vor- und Nachteile? Würde mich sehr über eine Antwort freuen.

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Christian

infinity iSearch hab ich auch vermisst. Wird z.B. von jpc.de genutzt.

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Tom

Ihr habt Fredhopper und Endeca vergessen - Staun!

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