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Sunnybag: Die Powerbank, die niemals leer geht

Stefan Ponsold hat 2010 das Startup Sunnybag gegründet. (Foto: Sunnybag / Sebastian Reich)

Mit Solarpaneelen löst Sunnybag ein Problem vieler Smartphone-Nutzer: Die Produkte des Startups laden das Handy unterwegs auf. Damit überzeugte es auch in der „Höhle der Löwen“ – vor den Kulissen.

Als Stefan Ponsold sein Startup Sunnybag gründete, da glaubten nicht alle an seine Idee. Der Österreicher hat eine Tasche mit integrierten Solarpaneelen entwickelt, die die Sonnenenergie in einem Akku speichern. Dieser kann dank USB-Anschluss alle möglichen Geräte aufladen. Sonnenstrom für unterwegs, sozusagen.

Doch der ökologischen Powerbank sagten einige ein baldiges Ende voraus. Denn 2010, bei der Gründung, hatte man noch eine andere Vorstellung von einem Akku. „Viele gingen davon aus, dass es in fünf Jahren Akkus mit Brennstoffzelle gibt und die Smartphones genauso wie die alten Nokia-Handys nur einmal die Woche aufgeladen werden müssen“, sagt Ponsold.

Wie wir heute wissen, sollte das ein Trugschluss sein. Weil Smartphones viel mehr Daten als frühere Handys fressen und weil wir sie viel häufiger nutzen, zählt der ständig leere Akku zu einem durchgängigen Problem digitaler Dauernutzer. Powerbanks, also Ladegeräte für unterwegs, helfen da nur bedingt: Der Nutzer muss sie erst aufladen und dann auch noch daran denken, sie mitzunehmen.

Das Startup von Stefan Ponsold will eine Lösung für all diese Probleme bieten: Bei Sunnybag ist der Akku in die Tasche integriert. Fällt Sonne auf die Solarpaneele, lädt sich das Gadget automatisch auf. Suche nach einer Steckdose? Unnötig. Seine Idee verkauft sich so gut, dass Ponsold mittlerweile nicht nur Taschen und Rucksäcke mit den Solarpaneelen anbietet. Er hat auch eine Art Tablet entwickelt, das als Akku taugt – das Powertab.

Sunnybag: Immer voller Akku – dank Sonne

Wie schnell ein Smartphone auflädt, hängt vom Wetter ab. Bei voller Sonneneinstrahlung dauert es nach Angaben von Ponsold zwei Stunden. Ist es bewölkt, können es auch schon mal drei Stunden werden. Bei dem Powertab können es auch drei bis sechs Stunden sein – dann ließen sich aber auch zwei bis drei Smartphones damit aufladen, so Ponsold. Wer die Tasche mit ins Büro nimmt, sollte sie ans Fenster stellen, damit der Akku auflädt. Sonst dürfe man sich nicht wundern, wenn der Akku nicht funktioniere. „Wir sind gute Techniker, keine Zauberkünstler“, sagt der Gründer.

Schon früh merkte Ponsold, dass er mit seiner Idee einen Nerv getroffen hatte. Zwei Monate nach der Gründung erhielt er einen Auftrag von Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation orderte Produkte im Wert von 25.000 Euro. Bei einem Einsatz im Südsudan lud sie damit ihre medizinischen Geräte. Auch im Freundeskreis sprach sich die Idee schnell herum. Die erste Tasche habe er selbst genäht, berichtet Ponsold. Immer wieder sprachen ihn Leute darauf an. „Da habe ich gesehen, dass man damit Geld verdienen kann“, sagt Ponsold im Gespräch mit t3n.de.

 „Wir sind sicher kein Hockeystick-Startup.“ 

Die Zahlen scheinen dies zu belegen: 2015 hat er nach eigener Aussage 555.000 Euro mit seinem Startup umgesetzt. Am Ende stand unter dem Strich ein leichter Verlust von 20.000 Euro. In diesem Jahr plant er mit einem leichten Gewinn. Das Wachstum sei nicht exponentiell, aber kontinuierlich: „Wir sind sicher kein Hockeystick-Startup“, sagt Ponsold. Aber die Wachstumsrate habe seit der Gründung jährlich zwischen 35 und 60 Prozent gelegen.

Besonders gut verkauft sich nach Angaben von Sunnybag die Powerbank. Bei Outdoor-Sportlern hat sich zudem das Produkt Leaf, das als wetterfest gilt, herumgesprochen. „Wir haben nicht einmal Werbung dafür gemacht“, sagt der Sunnybag-Gründer. Derzeit sammelt er auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter Geld für ein noch leistungsfähigeres Leaf-Produkt. Sunnybag verkauft seine Produkte sowohl über einen eigenen Onlineshop als auch über Plattformen wie Amazon.

Allerdings ist Ponsold mit seiner Idee nicht allein. Auch Dutzende anderer Unternehmen bieten Taschen mit integriertem Solarakku an. Dazu zählen beispielsweise die US-amerikanischen Firmen Voltaic, Goplug, Enerplex oder Sunlabz. Sie konzentrieren sich auf ein ähnliches Geschäftsmodell.

Sunnybag-Gründer Stefan Ponsold (links) und Philip Slapar stellen ihre Solartaschen in der „Höhle der Löwen“ vor. (Foto: Vox / Bernd-Michael Maurer)
Sunnybag-Gründer Stefan Ponsold (links) und Philip Slapar stellen ihre Solartaschen in der „Höhle der Löwen“ vor. (Foto: Vox / Bernd-Michael Maurer)

Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, will Stefan Ponsold mit der Leistung überzeugen. Er vergleicht seine Vision mit der des Uhrenherstellers Omega. Der habe sich klar positioniert als der Produzent mit dem präzisesten Chronographen, also der genausten Stoppuhr-Funktion. „Genauso wie für Chronographen die Präzision am wichtigsten ist, ist es bei Solarsystemen die Effizienz“, sagt er. Darauf setze er mit Sunnybag.

Sein Ziel will er mit hochwertigen Produkten erreichen. Deswegen setzt er beispielsweise auf dasselbe Modell von Solarpaneelen, mit der auch der Solarflieger „Solar Impulse 2“ ausgestattet war, der kürzlich die Erde umrundete. Auch bei den USB-Anschlüssen hat er sich informiert: Dort nimmt er die mit dem geringsten Widerstand. Sonst, so seine Rechnung, würde man die Energie, die man vorher eingespart habe, beim Aufladen wieder verlieren. „Man kann immer noch ein paar Prozent rausholen“, sagt Ponsold.

Vertriebspartnerschaft statt Investment

Künftig will er nicht nur Gadgets für Smartphones bauen, sondern auch bei Wearables und anderen Geräten ansetzen. Er nennt das Beispiel von Drohnen: Mit einem Solarpanel könne man möglicherweise 20 Prozent mehr Flugzeit herausholen, schätzt der Sunnybag-Gründer. Auch eine Smartwatch ließe sich autark betreiben. Er tüftelt bereits mit einigen Herstellern an neuen Lösungen.

Um sich Geld und Expertise für den künftigen Weg von Sunnybag zu holen, ist der Gründer am Dienstagabend in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ aufgetreten. Für zehn Prozent der Firmenanteile verlangte er 200.000 Euro. Am Ende erhielt er ein Angebot von Einzelhandelsexperte Ralf Dümmel: 200.000 Euro für zehn Prozent. Ponsold stimmte zu. Doch auch wenn der Deal vor den Fernsehkameras abgeschlossen wurde: Hinter den Kulissen steht er noch nicht. „Wir haben uns auf eine Vertriebspartnerschaft mit DS Produkte geeinigt“, sagt Ponsold.

Dass der Deal noch offen ist, liegt auch an Sunnybag. Wäre man den Deal eingegangen, so hätte man sich monatelang mit Verhandlungen herumschlagen müssen, sagt der Gründer. Das Startup habe sich aber lieber auf die Vorbereitung für die Ausstrahlung der Sendung konzentrieren wollen. Die Produktion einer Sunnybag dauert mehrere Monaten. Nach der Ausstrahlung wolle man weiterverhandeln, sagt Ponsold. Er sei aber auch anderen Investoren gegenüber nicht abgeneigt.

In der Sendung hatte der Unternehmer Jochen Schweizer die Bewertung als angemessen eingeschätzt. Ponsold selbst versuchte, mit Ralf Dümmel zu verhandeln. Er scheiterte aber damit, den Investor von 15 Prozent der Anteile für 200.000 Euro zu überzeugen. Rückblickend sagt der Gründer, dass die Situation schon hart gewesen sei. Er schätze die Bewertung, die er in der Sendung aufgerufen habe, als „fair“ ein.

Mehr über die Startups aus der dritten „Höhle der Löwen“-Staffel findet ihr auch unter den folgenden Links:

Ankerkraut: Dieses Hamburger Ehepaar verdient Millionen mit Gewürzen

Kale and me: Der Saftladen von der Elbe

Towell: Die Erfolgsgeschichte hinter dem Wunderhandtuch aus Hamburg

Sugarshape: Wie zwei Gründerinnen den BH-Markt aufmischen

Gloryfy: „Die Höhle der Löwen ist ein Klacks im Vergleich zur realen Welt“ 

 

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