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„Super Mediathek“: ARD und Verlage überlegen, deutschen Facebook-Rivalen aufzubauen

(Foto: ARD/Facebook)

Eine deutsche Alternative zu Facebook und Youtube? Genau das könnte eine „Super Mediathek“ mit Inhalten von Verlagen und Öffentlich-Rechtlichen werden. Aber es gibt viele Hürden.

Wenn es gemeinsam gegen einen übermächtigen Feind geht, vergessen sogar die ärgsten Streithähne wie der Deutschlandfunk berichtet.

Demnach könnten dort Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen, also vor allem Video- und Audio-Content, verfügbar gemacht werden. Die Verlage wiederum sollen Text- und Bildinhalte dazugeben. Wilhelm und viele seiner Kollegen diskutieren schon lange, inwieweit es klug ist, eigene Inhalte auf Facebook und anderen US-Plattformen zu veröffentlichen, mit denen diese ihre Attraktivität erhöhen und über entsprechende Werbung Milliarden machen.

Die ARD-Mediathek könnte bald zur Super-Mediathek und Alternative zu Facebook und Youtube werden. (Screenshot: ARD/t3n.de)

Zumal auch die Öffentlich-Rechtlichen von den oft überraschenden Änderungen der Algorithmen betroffen sind, wie Wilhelm sagte. Eine eigene Plattform wäre, so Wilhelm, „ein ganz großer Wurf, den Europa leisten könnte“. Mehrere ARD-Intendanten sollen ihre Unterstützung für die Idee signalisiert haben. Auch Döpfner erklärte laut Deutschlandfunk: „Dieser Vorschlag ist interessant und diesem Vorschlag wohnt auch eine absolut richtige Idee inne.“ Der Axel-Springer-Verlagsboss betonte aber, dass es wichtig sei, dass privater und öffentlicher Sektor getrennt blieben.

Facebook-Alternative von ARD und Verlagen: Viele Hürden

Das ist aber nur eine der vielen Hürden, die es noch zu nehmen gilt. So scheiterte vor einigen Jahren der Versuch von ARD und ZDF, mit „Germany’s Gold“ eine eigene Plattform zu starten, am Einspruch des Bundeskartellamts. Nötig wäre wohl eine Gesetzesänderung. Und technisch sind Facebook und Youtube meilenweit voraus, etwa was Vorschlagsalgorithmen angeht. Außerdem ist zu bedenken, dass die Verlage sicher eine Möglichkeit bräuchten, Geld für ihre Inhalte zu verlangen. Eine Überlegung ist eine solche Super-Mediathek aber sicher wert.

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3 Kommentare
chapterjason
chapterjason

Eine Überlegung? Sie ist es keineswegs wert, es wäre vom Grundgedanke bereits ein bezahltes Facebook, durch den Satz „Außerdem ist zu bedenken, dass die Verlage sicher eine Möglichkeit bräuchten, Geld für ihre Inhalte zu verlangen.“ scheint es ja dann noch teurer zu werden.

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Simi401
Simi401

Nicht zwingend. Wenn die Plattform zunächst kostenlos ist, müssten ARD, ZDF etc. ihre Inhalte wie bereits heute kostenlos anbieten. Die privaten Anbeiter, wie Verlage, Zeitungen usw. sollen hier unbedingt KEINE Werbung aufsetzen, sondern doch ruhig ein geeignetes, realistisches Bezahlmodell einführen. Denkbar wäre hier eine Art News-Spotify. Die privaten Inhalte kosten 10€ im Monat pauschal, das Geld wird je nach Nutzung des Nutzers unter den verlagen aufgeteilt (sodass bspw. die Bild von mir sicher keinen Cent sehen würde…). Moderiert, kontrolliert und konzipiert werden müsste das aber von unabhängiger Seite (bspw. öffentlich-rechtlich!).

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martige
martige

Auch wenn das mit den Verlagen gerne außen vor bleiben kann (vor allem Springer), da vorrangig hieraus ja die Hürden erwachsen – eine gemeinsame Mediathek mit Empfehlungs- / Kuratierungsfunktion würde ich sehr begrüßen. Derzeitig muss man halt ARD, ZDF, ARTE und FUNK gesondert absuchen und leicht ist da etwas übersehen, was es einem Wert wäre anzusehen. Auch wenn sich zu Beiträgen ein gewisser Diskurs der Zuschauer durch eine ordentliche Kommentarfunktion entspinnen könnte, wäre das ein Gewinn.

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