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Surface Laptop im Teardown: „Eine russische Matrjoschkapuppe aus der Hölle”

Microsofts Surface Laptop ist praktisch nicht zu reparieren. (Foto: iFixit)

Die Reparatur-Experten von iFixit haben Microsofts neues Surface Laptop auseinandergenommen, um es auf seine Reparaturfähigkeit zu untersuchen. Ihre Erkenntnis: Es ist unreparierbar.

Microsoft Laptop: „Das Laptop ist nicht dafür konstruiert, repariert oder geöffnet zu werden.“

Microsoft erstes klassisches Laptop aus eigener Entwicklung, das Surface Laptop, hat in ersten Tests äußerst gute Noten erhalten. Es sei schnell, hübsch, das Display toll und die Akkulaufzeit top. Die Reparatur-Experten von iFixit haben keine so positiven Worte für das Notebook aus Redmond übrig, denn das Gerät sei schlichtweg nicht zu reparieren.

Der Alcantara-Bezug muss abgelöst werden, um an das Innere des Surface Laptop zu gelangen. (Foto: iFixit)

Der Alcantara-Bezug muss abgelöst werden, um an das Innere des Surface Laptop zu gelangen. (Foto: iFixit)

Während zum Öffnen anderer Notebooks noch Schrauben zu finden sind, ist das beim Microsoft Laptop nicht der Fall: Die Bastler mussten den weichen und ohnehin umstrittenen Alcantara-Bezug per Heißlüfter ablösen, der mit dem Rest des Gehäuses fest verklebt ist. Beim Ablösungsprozess könne der Bezug leicht zerstört werden, bei Unachtsamkeit mit der Heißluftpistole könnte außerdem die eine oder andere Keyboardtaste schmelzen.

Schrauben – nicht einmal proprietäre – gibt es nicht  am Surface Laptop. (Foto: iFixit)

Damit nicht genug: Auch nach Entfernung der Alcantara-Hülle finden die iFixit-Bastler noch Unmengen an Klebstoff und festgelötete Bauteile: So seien Prozessor, RAM und interner Speicher fest mit dem Mainboard verlötet, sodass es keine Möglichkeit gäbe, sie auszutauschen. Die Kopfhörerbuchse könne ferner nur ausgebaut werden, wenn Kühlkörper, Lüfter, Display und das Mainboard entfernt werden. Darüber hinaus sei der Akku fest mit dem Gehäuse verklebt, sodass er nicht ohne Weiteres ausgetauscht werden könne.

Microsoft Laptop: Bei Defekt wohl nur kompletter Austausch möglich

Aufgrund der unmöglichen Reparierbarkeit des Surface Laptops verleihen die iFixit-Bastler null von zehn Punkten, wobei eine zehn die Bestnote darstellt. „Könnten wir ihm eine -1 von zehn geben, würden wir das machen“, teilen die Bastler dem Magazin Motherboard per E-Mail mit. Weiter beschreibt iFixit das Laptop als eine „russische Matrjoschkapuppe aus der Hölle, bei dem alle Teile unter Klebstoff und Schweißnähten versteckt sind“. „Es ist praktisch nicht möglich, das Gerät zu öffnen, ohne es zu zerstören.“

(Foto: iFixit)

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Damit dürfte es einerseits Besitzern unmöglich sein, das Surface Laptop selbst zu reparieren oder upzugraden, was aber wohl mittlerweile beim kaum einem Gerät dieser Klasse durchführbar ist. Auch bei Apples Macbooks sind alle Komponenten mittlerweile fest verbaut. Andererseits scheint selbst für Reparatur-Dienstleister und sicherlich auch für Microsoft eine Reparatur ein Ding der Unmöglichkeit zu sein – bei Defekt muss offenbar das komplette Gerät ausgetauscht werden.

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Das Surface Laptop in Bildern

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4 Kommentare
Sunlite
Sunlite

Liebe T3N-Redaktion,
vielleicht solltet ihr bei einem technischen Artikel keine politischen Statements in die Überschrift mit einfließen lassen. Die Überschrift „Eine russische Matrjoschkapuppe aus der Hölle“ ist hierbei gänzlich unangebracht – auch wenn es sich hierbei um ein Zitat von iFixit handelt. Man muss ja nicht alles blind übernehmen. Wenn Ihr klarmachen wollt, dass es sich bei diesem Notebook um eine extrem verschachtelte Konstruktion handelt, gibt es weit bessere Vergleiche, als die, der Matrjoschkapuppe, die eigentlich einen Talisman-Charakter (Glücksbringer) aufweist und in ihrem inneren hohl ist. Dadurch kann man die immer kleiner werdenden Puppen in die größeren stecken und ganz einfach wieder herausholen – also alles, was man mit einem Surface ganz offensichtlich nicht machen kann. Auch ist das Surface innen nicht hohl und aufgrund seiner Bauweise offensichtlich auch kein Glücksbringer. Der Matrjoschka-Vergleich passt also weder logisch noch inhaltlich und scheint mir eher wie versteckte Propaganda des entsprechenden iFixit-Mitarbeiters, wenn er es überhaupt so wörtlich gesagt hat. Da solltet ihr echt aufpassen ;)

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Puffer
Puffer

Ich glaube, das ist der Vorsitzende der Matrjoschka-Liebhaber Deutschlands (MLD). Legt euch nicht mit denen an. xD

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Sunlite
Sunlite

Hahahaha :D. @ Puffer: So ist es dann doch nicht. Aber als Journalist für die internationale Presse habe ich schon so einiges erlebt und meinen Rat deshalb einfach mit Begründung weitergegeben. Ich finde T3N ein interessantes Medien-Informationsmagazin, das ich selbst sehr aktiv lese, weil als deutschsprachiges Pendent zu „The Verge“ sehr gut gemacht. Hin und wieder jedoch passen inhaltliche Vergleiche einfach nicht und manchmal fließen versteckte politische Statements mit ein. Als jemand, der Beiträge von T3N oft kommentiert, habe ich auch schon reichlich Kritik von T3N-Lesern zu genau solchen Fällen gelesen. Deshalb habe ich in diesem Fall sanft darauf hingewiesen, dass es besser sei, politische Statements zumindest nicht gleich in die Überschrift eines Tech-Artikels zu setzen. Aber MLD ist lustig :D

Puffer
Puffer

;-D Nichtdestotrotz hast du natürlich recht.

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