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T-Systems baut um – und verkauft seine Großrechnersparte an IBM

(Foto: Deutsche Telekom AG)

T-Systems baut sein Geschäft um – verkauft in diesem Zusammenhang die Großrechnersparte an IBM. Unterdessen bangen die Mitarbeiter weiter um ihre Jobs.

Seitdem T-Systems-Chef Adel Al-Saleh vor einem Jahr die Geschäftsführung der Großkundentochter der Telekom übernommen hat, treibt der US-Manager den Umbau voran. Jetzt hat das Unternehmen laut Medieninformationen erstmals einen ganzen Geschäftsbereich abgestoßen. IBM übernimmt den Betrieb der Großrechner des Unternehmens, der nun offenbar nicht mehr zu den Kernaufgaben des Unternehmens gehören soll, sondern über IBM als Partner realisiert wird.

Keine Compliance-Befürchtungen durch T-Systems-Umbau

Für die Unternehmenskunden ändert sich dabei gar nicht mal so viel, da sämtliche Kundenverträge nach Unternehmensinformationen unverändert weiter bestehen bleiben. Die Umsätze sollen laut Handelsblatt aber weitgehend an IBM weitergereicht werden. Die Zeitung beziffert das Geschäftsvolumen auf rund 800 Miollionen Euro in zehn Jahren.

Die 400 Mitarbeiter aus sechs Ländern dagegen werden zu IBM wechseln. Die Rechenzentren – das dürfte für Kunden und deren Compliance wichtig sein – werden weiterhin in den üblichen T-Systems-Rechenzentren verbleiben (Deutschland, Spanien sowie Südafrika).  Lediglich Unternehmen, die beispielsweise aus verteidigungstechnischen Gründen nicht mit US-Konzernen zusammenarbeiten dürfen, werden in diesem Zusammenhang genauer hinschauen müssen. Die Vereinbarung steht (zumindest offiziell) noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden.

T-Systems: Weiterhin harter Sparkurs

Um ihren Job bangen, müssen allerdings weiterhin zahlreiche Mitarbeiter. Al-Saleh hatte im Sommer den Abbau von 10.000 der insgesamt 37.000 Stellen angekündigt, davon betroffen sind rund 5.600 Arbeitsplätze in Deutschland – und das, nachdem bereits in den Jahren 2014 und 2015 mehrere tausend Stellen weggefallen waren. Man erwartet sich Einsparungen in Höhe von insgesamt 600 Millionen Euro. Gespart werden solle aber auch in der Geschäftsführung, die von sechs auf vier Mitglieder geschrumpft ist. Den Rotstift setzt Al-Saleh auch bei den Standorten an: Von den einst mehr als hundert Standorten sollen gerade einmal 25 übrigbleiben.

Für IBM passt der Zukauf gut ins Portfolio. Das Unternehmen hat sich nach schweren Zeiten wieder auf seine Kernkompetenzen zurückbesonnen – und dazu zählen die Großrechner ebenso wie der Zukauf der Red-Hat-Gruppe im vergangenen Herbst, der das Cloud-Geschäft unterstützen soll.

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