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Entwicklung & Design

T3CON: Das heckt die TYPO3-Community aktuell in Berlin aus

Vom 8. bis zum 10. Oktober läuft in Berlin die T3CON – die Konferenz rund um das CMS TYPO3 – in ihrer 10. Auflage. Die Kollegen der Agentur Arrabiata aus München sind vor Ort und teilen hier ihre neuesten Beobachtungen.

Dieses Jahr hat die T3CON die TYPO3­Community nach Berlin in das nhow Hotel direkt an der schönen Spree gerufen. Etwa 300 Besucher sind dem Aufruf gefolgt und sorgen für volle Säle. Die Erwartungshaltung ist hoch, denn schließlich verändert sich gerade viel: Vor allem Neos steht im Fokus. Aber auch Trendthemen wie Responsive Design, die jeden Webworker aktuell umtreiben, finden ihren Platz.

Rückblick: Als TYPO3 noch ein Ticketmanagement war

Der erste Tag begann mit einem Running Gag: die Hotelzimmer sind in kräftigem Pink gehalten, nicht ganz TYPO3‐Corporate‐Design, aber schon in der Begrüßung ein Thema. Oliver Dobberkau, der Präsident der TYPO3­Association, wagte anschließend noch die Rückschau auf 10 Jahre T3CON und diverse andere TYPO3-Veranstaltungen in diesem Zeitraum.

Die Keynote kam dieses Jahr wieder von Kasper Skaarhoj, dem TYPO3-Begründer. Da Kasper seit einigen Jahren nicht mehr aktiv an TYPO3 beziehungsweise Webprojekten generell arbeitet, führte sie zwangsläufig in die Vergangenheit. Dabei konnten auch alte Hasen noch witzige Details erfahren. Kasper zeigte unter anderem die Oberfläche von ersten Versionen aus dem Jahr 1997, als das spätere CMS noch als Ticketmanagement gedacht war. In einer ebenfalls netten Anekdote ging er auf seinen damaligen, langen Bart ein: Nach einer Bildersuche der GNU/GPL-Granden hatte er festgestellt, dass es als Web-Gruru en vogue war, lange Bärte zu tragen.

Keynote von Kaspar Skarhoi. (Foto: anders und sehr)
Keynote von Kaspar Skarhoi. (Foto: anders und sehr)

T3CON: Der erste Tag gilt TYPO3 im Unternehmenseinsatz

Die T3CON hat auch als Aufgabe, speziell Unternehmenskunden anzusprechen und natürlich für TYPO3 zu begeistern. Dementsprechend gab es am business day in diesem Umfeld einige spannende Vorträge. So hat beispielsweise Ingo Schmitt vom Relaunch der wolfcraft-Website erzählt, der komplett ohne Photoshop-Layouts auskam und am Ende in einem gelungenen Responsive Webauftritt mündete. Dabei beschreibt er den agilen Entstehungsprozess und dass dieser, dank Einbindung des Kundens während der Entwicklung, letztendlich die Kundenzufriedenheit enorm gestärkt habe. In weiteren Case Studies konnten die Teilnehmer Informationen über immer wiederkehrende Themen wie Performance im E-Commerce-Bereich oder Website-Realisierungen mittels TYPO3 unter diversen Gesichtspunkten sammeln.

Die großen TYPO3‐Themen waren am ersten Tag noch etwas rar gesät, was aber vor allem dem Tages-Motto geschuldet ist. Hervorzuheben ist der Vortrag von Rasmus Skjoldan. Für ihn ist NEOS der Weg, um besser personalisierte Websites und damit eine bessere User Experience zu erreichen. Dies belegte er mit einem Projekt für die liberale dänische Partei (ja, in Dänemark gibt es noch Liberale) und natürlich mit seiner Rolle im NEOS-Team.
 Ebenfalls sehr spannend waren die Gedanken von Patrick Lobacher am frühen Abend zur besseren Vermarktung von NEOS.

Rasmus Skjoldan bei seinem Vortrag auf der T3CON. (Foto: anders und sehr)
Rasmus Skjoldan bei seinem Vortrag auf der T3CON. (Foto: anders und sehr)

Tag zwei auf der T3CON: Die Zukunft von TYPO3

Der zweite Tag stand unter dem Motto Zukunft. Dabei war natürlich vor allem die Zukunft von TYPO3 gemeint. Die Keynote geriet dabei noch etwas philosophisch: Morton Gade wollte das „M“ in CMS entfernen, beziehungsweise das CMS eher als Creativity System verstanden wissen. Der Fokus sollte seiner Meinung nach eher auf dem Erstellprozess von Content liegen – er bezweifelte auch, ob man verschiedene Organisationsarten mit nur einem Standardsystem abdecken kann. Interessanterweise gab es von Alain Veuve einen Vortrag, im dem er wiederum gerne das „C“ in CMS entfernen wollte. Auch seine Argumente waren stichhaltig: er möchte den Fokus auf verschiedenste Quellen für die Inhalte lenken.

Nun ja, interessante Anregungen, aber in Sachen Namensgebung wohl keine Option für die Zukunft. Die wichtigsten Vorträge zum Projekt selbst kamen sicherlich von Benjamin Mack und Robert Lemke. Benjamin erzählte speziell von den Neuerungen in TYPO3 CMS und erläuterte das Versionsnummernsystem mit dem nächsten Release 7. Auch der LTS-Zyklus wurde erklärt: Alle anderthalb Jahre gibt es eine neue LTS mit jeweils drei Jahren Gültigkeit.

Robert wandte sich naturgemäß den Neuerungen in NEOS zu. In einem Vortrag skizzierte er die Entwicklung von NEOS und betonte den hohen Aufwand, den die Association betreibt. Allein der von den Core Entwicklern erbrachte Arbeitsaufwand erreiche monatlich einen Wert von 100.000 Euro – dabei handelt es sich lediglich um eine Schätzung und einen Betrag, den die Entwickler gemäß ihres Stundensatzes erhalten würden, wenn sie für ihre Arbeit an diesem Projekt bezahlt werden würden. In einem Vortrag berichtete er über die Neuerungen von 1.2 und 1.3. Der Mehrsprachigkeit als vielleicht wichtigster Neuerung in 1.2 widmete er einen eigenen Vortrag.

Tag 3: Die T3CON füllt die Wissensspeicher

Das Social Event vom Vorabend wurde mit einem großartigen Buffet und einer rauschenden Feier begangen und hat am Morgen des dritten Tages einige müde Gesicht hinterlassen. Spätestens aber durch die Keynote zum Thema „Beyond the Hype: The Role of Big Data in a Digital Future“ von Professor Viktor Mayer-Schönberger waren alle wieder hellwach. Wortgewandt und unterhaltsam erklärte er, welche Möglichkeiten Datensammler wie Google oder Amazon mit ihren Big-Data-Anwendungen nutzen. Außerdem erzählt er von Datenanalyse-getriebenen Bewährungsentscheidungen in amerikanischen Gefängnissen. Inhaltlich war das teils etwas erschreckend, aber ein sehr gelungener Vortrag.

Anschließend folgten einige spannende Vorträge zu Verkaufsargumenten für Neos und TYPO3 CMS, außerdem Beiträge zu A/B-Testing und automatisierten Tests von TYPO3-Websites. Neben den TYPO3-nahen Themen ging es auch um grundsätzliche Fragen wie beispielsweise die Möglichkeiten zur Förderung des Innovationsgeists in der Entwickler-Community. Nach der Mittagspause ging es mit dem World Café weiter – einer Art Speed-Dating-Brainstorming-Session zum Thema „Bessere Vermarktung von TYPO3“. Das ambitionierte Ziel war es, Ideen zu generieren, wie die Marke TYPO3 zur führenden CMS-Manufaktur gebracht werden kann. Hier wurde teils intensiv und kontrovers diskutiert.

T3CON 2015 in Amsterdam – und in Asien

Im Vortrag zur agilen Entwicklung wurden Probleme in der Unternehmens- und Projektstruktur und deren Lösung in mehreren Schritten aufgezeigt. Parallel dazu konnten sich die Teilnehmer über die Fallstudie TYPO3 an Universitäten, über Best Practices und Stolperfallen beim Responsive Webdesign oder über die Node-Logik von Neos informieren. Peter Pröll stellte Methoden zur Konzentrationssteigerung und damit verbunden die Erhöhung der Effizienz von Entwicklungsteams vor. Sein Fazit: „Schaltet alles ab was stört, vom PM bis zum IM.“

Die letzte Session der T3CON 2014 endete mit der Ergebnisverkündung des World Cafés, den Danksagungen an alle Helfer und Sponsoren der Veranstaltung und der Ankündigung, dass die T3CON 2015 in Amsterdam stattfinden wird. Dort wird auch der erste TYPO3 Award verliehen werden. Außerdem wird es eine weitere Auflage der T3CON in Asien geben. Alles in allem waren die drei Tage in Berlin sehr informativ, in und abseits der Sessions.

Wer nicht dabei sein konnte, findet detailreiche Übersichten zu den einzelnen Sessions im T3CON-Liveblog von anders und sehr.

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5 Reaktionen
Sébastien Bonset

Vielen Dank für eure Kommentare und den Hinweis auf das Missverständnis! Wir haben die entsprechende Passage korrigiert.

Sebastian Kurfürst

Hallo zusammen,

ich möchte den Artikel auch kurz richtig stellen; wir (das Neos-Team) bekommen *KEINE* 100.000 € im Monat für die Entwicklung von Neos - die Antwort von Thomas ist korrekt.

TYPO3 Neos hat in diesem Jahr ein Budget von 57.820 € bei der TYPO3 Association (nachzulesen hier: http://association.typo3.org/fileadmin/documents/budget/T3A-Budget-Leaders-2014_c.pdf ). Der Großteil wird für die Organisation von Code Sprints (Unterkunft, Reisekosten, aber KEINE Entwicklung) aufgewendet -- und dann gibt es noch einen kleinen Teil dieses Budgets, welcher eingeplant ist für Release Management und Qualitätssicherung.

Viele Grüße,
Sebastian Kurfürst
Mitglied des TYPO3 Neos-Teams

Thomas Heilmann

Bitte korrigiert den Artikel. Robert hat lediglich gesagt, dass er die Mitglieder des Core Teams gefragt hat, wie lange sie pro Monat an Neos arbeiten - und sie umgerechnet auf Arbeitszeit im Wert von 100.000 Eur pro Monat kämen, wenn sie dafür bezahlt würden (was nicht der Fall ist). In keinem Fall zahlt die Association 100.000 Eur pro Monat.

Wolfgang Wagner

100.000€/Monat stimmt doch gar nicht, überprüft mal eure Quellen.

crctctctvzvzvzbz

100k pro Monat für ein System, das zwar technisch gut ist aber fast keiner ob seines Nischencharakters einsetzen will? Verrückt.

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