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Tagebuch 2.0 – mit Day One und Slogger zum automatisierten Lebensprotokoll

Wer trotz aller Datenschutzbedenken sein Leben gerne ordnet und aufzeichnet, kommt mit der iOS-App Day One voll auf seine Kosten. Dank „Slogger“ lässt sich das digitale Tagebuch noch weiter füllen und automatisch mit Check-Ins und Aktivitäten aus anderen Apps wie Instagram und Facebook befüllen.

Digitales Tagebuch: Day One ist der Vorreiter

Das aus der Mode geratene Führen eines Tagebuchs erlebt seit der Vorstellung diverser Apps eine eigene, digitale Renaissance. Falls durch den schieren Überfluss an Nachrichten und Ereignissen das tatsächliche Geschehen rund um die eigene Person mal in Vergessenheit geraten sollte, kann man damit im persönlichen Archiv stöbern, Stimmungen und Aufzeichnungen entdecken und über den ein oder anderen festgehaltenen Moment schmunzeln. Day One ist neben dem beliebten Momento eine App, die in letzter Zeit viele Anhänger gewinnen konnte. Und mit ein paar Kniffen lässt sich Day One zum automatisierten Digital-Tagebuch erweitern.

Die App ist für Mac und iOS verfügbar und kostet momentan 4,49 Euro (iOS)  beziehungsweise 8,99 Euro (Mac OS). Auf anderen Plattformen sieht es derzeit noch schlecht aus – eine App für Android ist aber laut eigener Aussage seit einiger Zeit in Arbeit. Dafür erhält der geneigte Biograph die Möglichkeit, per Markdown in das eigene Journal zu schreiben, Bilder und Orte hinzuzufügen, Erinnerungen einzustellen und das Ganze zur besseren Auffindbarkeit mit Tags zu versehen und via Dropbox oder iCloud synchroniseren zu lassen. Ein Passwortschutz ist ebenfalls integriert.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(

Soziale Netzwerke als Datenquelle

Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig: Day One lässt sich für gesehene Filme inklusive dazugehöriger Meinung, für Mahlzeiten, Reisen, Ideen, Ziele, Fotos, medizinische Zwecke, Sport und natürlich auch für sonstigen Output benutzen, bleibt dabei aber für einige Personen noch zu nah am Prinzip des analogen Tagebuches. Wäre es nicht schön, wenn man seinen Tag automatisiert festhalten könnte – beispielsweise durch Aufzeichnungen der Foursquare-Checkins, Facebook-Posts oder Instagram-Uploads? Immerhin hinterlassen wir in diesen Programmen schon einen großen digitalen Fußabdruck. Warum also den nicht für die eigenen Zwecke nutzen?

Anstatt Beiträge für Day One manuell zu verfassen hilft Slogger dabei, diesen Vorgang zu automatisieren.
Anstatt Beiträge für Day One manuell zu verfassen, hilft Slogger dabei, diesen Vorgang zu automatisieren.

Day One: Es gibt auch Alternativen

Wem die folgende Bastel-Anleitung zu aufwändig ist, der kann sich alternativ auch die Apps Momento oder Remembary ansehen, die von Haus Soziale Netzwerke als Datenquelle heranziehen, dafür aber subjektiv in Sachen Design und User-Interface etwas hinter Day One zurückbleiben. Aufgrund der großen Nutzerschaft von Day One erfreut sich die Selbstbau-Lösung bei technisch versierten Anwendern großer Beliebtheit.

Einträge lassen sich sehr leicht über die Konsole hinzufügen, was sich ein von Brett Terpstra geschriebenes Skript namens Slogger zu Nutze macht und damit die Anbindung an Soziale Netzwerke ermöglicht. Der Name des Skripts ist übrigens ein Produkt aus den Worten „Social“ und „Logger“. Vor der Einrichtung des Skriptes sollten lediglich die Xcode-Command-Line-Tools installiert werden. Diese lassen sich nach der Installation von Xcode – das kostenfrei im Mac-App-Store erhältlich ist – in den Xcode-Einstellungen unter „Downloads“ im Unterpunkt „Install“ installieren.

So könnte eine Beispielseite in Day One aussehen, die mittels Slogger befüllt wurde.
So könnte eine Beispielseite in Day One aussehen, die mit Slogger befüllt wurde.

Slogger auf dem eigenen Rechner

Terpstra beschreibt das Einrichten von Slogger auf dem heimischen Rechner selbst sehr ausführlich und verständlich in seiner Anleitung, für Terminal-Neulinge ist der Vorgang aber unter Umständen trotzdem sehr nervenaufreibend. Sollte das der Fall sein, empfiehlt sich die Lektüre der ausführlicheren Anleitung von Surfgarden.de.

Ist Slogger erfolgreich eingerichtet, startet ein Launchagent jeden Abend um kurz vor Mitternacht das Skript – vorausgesetzt, der Rechner läuft und ist mit dem Internet verbunden. Sollte das nicht der Fall sein, wird es im Tagebuch schnell chaotisch, weil das Geschehen vom Vortag dann einen Tag später eingetragen wird. Um die Funktionstüchtigkeit von Slogger zu gewährleisten, empfiehlt es sich daher, das Skript von Anfang an auf einem Webserver laufen zu lassen. Dafür bietet sich beispielsweise der deutsche Hoster Uberspace an, der ab 1,50 Euro monatlich alle nötigen Voraussetzungen erfüllt.

Slogger auf einem Webserver

Die Einrichtung von Slogger auf dem persönlichen Uberspace beschreibt Maik Winnecke auf seinem Blog buntepixel.org auch für unerfahrene Nutzer gut verständlich und mit den entsprechenden Befehlen. Wer ein bisschen Zeit mitbringt und nichts gegen die Synchronisation über die eigene Dropbox einzuwenden hat, wird nicht allzu lange dafür brauchen, Slogger auf dem Server lauffähig zu machen und damit ein funktionstüchtiges, automatisiertes Log der eigenen sozialen Aktivitäten einzurichten.

Mit Slogger füllt sich das digitale Tagebuch schnell mit Inhalten aus Instagram, Facebook und Co.
Mit Slogger füllt sich das digitale Tagebuch schnell mit Inhalten aus Instagram, Facebook und Co.

Durch das modulare Konzept von Slogger lässt sich bei der Einrichtung aus einer Liste von unterstützten Diensten ein individuelles Paket auswählen – wahlweise kann man die Verknüpfung mit Twitter, Instagram, Foursquare, Facebook, Flickr, Pocket, Soundcloud und diversen anderen Diensten einrichten. Was nicht schon im Slogger-Paket enthalten ist, findet man unter Umständen durch eine kurze Suche auf Github – inzwischen haben sich viele Entwickler gefunden, die ihre eigenen Erweiterungen zu Slogger dort veröffentlichen.

Unbegrenzte Möglichkeiten dank IFTTT

Durch den Webdienst IFTTT sind viele andere Anwendungsmöglichkeiten denkbar, begrenzt sind sie im Prinzip nur durch die eigene Vorstellungskraft und die Fähigkeit, in Ruby das Skript zu erweitern. Eine offizielle Verknüpfung von IFTTT mit Day One gibt es nämlich leider noch nicht, obwohl sie in Arbeit sein soll. Vielleicht könnte so also eines Tages mit der Vorstellung einer API die Installation von Slogger überflüssig und das Aufzeichnen der sozialen Aktivitäten wesentlich komfortabler werden. Bis dahin bleibt wohl nur der etwas umständliche Umweg oder die Nutzung einer anderen Tagebuch-App.

Über die Autoren

Jakob Stecher studiert Informatik und Psychologie in Hamburg und arbeitet auf freiberuflicher Basis in Bereichen, die ihn interessieren: Web, Coworking, Startups und Videographie.

 

Silvan Dähn wohnt in Hamburg und studiert dort ebenfalls Informatik und Psychologie. Er ist leidenschaftlicher Fotograf, Musiker, Apple-Fanboy und Alfred-Freak.

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Besser organisieren

Für Zeiterfassung (oder persönliche Disziplin-Verbesserung) wären einfache Systeme sinnig wo man (z.B. anhand des Motion-Sensor) Zeitbereiche und (anhand GPS oder Mac-Adressen in der Umgebung oder GSM/UMTS-Funkzellen-ID) Position Bereiche sieht die man mit Drag&Drop Tätigkeits-Sorten (Warten auf Bus, Sport, Fahrt, Arbeit, Einkaufen, Shopping...) oder Schreibtisch/Lager/Kundengespräch/Werkstatt-Arbeit zuordnen kann. Dann sieht man mal, wo die Zeit wirklich verloren geht und kann Arbeit besser organisieren oder sich selber besser organisieren.

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