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Karriere

Teamhunting – Wenn der Konkurrent gleich ein ganzes Rudel abwirbt

(Foto: Shutterstock)

Warum einen nehmen, wenn man alle haben kann? Einige Headhunter haben besonders in der IT-Branche das „Teamhunting“ für sich entdeckt. Dadurch versprechen sie sich sofortige Einsatzbereitschaft der Teams und eine kürzere Rekrutierungszeit.

Erfahrung mit Teamhunting zu 100 Prozent positiv

Dass ein guter Mitarbeiter abgeworben wird, kann schon mal passieren – und ist in der Regel auch kompensierbar. Wird aber gleich ein ganzes Entwicklungsteam abgeworben, kann das schon ganz anders aussehen. Bitkom Research hat 205 ITK-Unternehmen in Deutschland ab 100 Mitarbeitern zu ihrem Einsatz von Teamhunting befragt.

Dass Teamhunting gang und gäbe wäre, kann man zwar nicht sagen – nur etwa ein Viertel der befragten ITK-Unternehmen stehen dem Thema aufgeschlossen und interessiert gegenüber. Demnach haben sich drei Viertel der Unternehmen (78 Prozent) bisher noch gar nicht damit beschäftigt. Aktuell nutzen sieben Prozent der Unternehmen Teamhunting. Weitere fünf Prozent planen Teamhunting zukünftig einzusetzen.

Aber die Befragung zeigt auch, dass Headhunter, die Erfahrungen mit Teamhunting gemacht haben, durchweg Positives berichten. Berücksichtigen muss man allerdings, dass es sich hier um eine Fallzahl von 15 handelt. Dennoch lässt sich dadurch ein Trend feststellen.

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Trotz kleiner Fallzahlen – die Erfahrungen mit Teamhunting fallen zu 100 Prozent positiv aus. (Screenshot: bitkom-research.de)

Teamhunting – billiger und schneller

In erster Linie werden Teams von Mitarbeitern in den Unternehmensbereichen Forschung und Entwicklung sowie IT-Beratung rekrutiert. Für ein Unternehmen kann das durchaus ein großes Problem werden, wenn ein ganzen Entwicklerteam wegbricht. Besonders in Startups dürfte das enorm hohen Aufwand und Kosten nach sich ziehen, um das zu kompensieren.

Die Unternehmen, die Teamhunting schon nutzen, damit planen oder darüber diskutieren, sind auch zu ihren Beweggründen befragt worden. Vor allem geht es offenbar darum, die Einarbeitungszeit zu verkürzen – und um eine schnellere Integration der neuen Mitarbeiter. Bei größeren Unternehmen geht es aber auch darum, die Rekrutierungsdauer zu senken.

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Teamhunting soll den Recruitierungsaufwand verkürzen und eine schnellere Integration garantieren. (Screenshot: bitkom-research.de)

Aber noch ein weiterer Faktor scheint eine wichtige Rolle zu spielen: 27 Prozent der befragten ITK-Unternehmen sehen im Teamhunting eine Option, um neue Branchen oder Märkte zu bedienen. Schaut man sich jedoch nur die Unternehmen der Befragung an, die schon Teamhunting nutzen, sind es sogar 87 Prozent.

Was spricht gegen Teamhunting?

Moralische Vorbehalte hat kaum eines der Unternehmen, die Teamhunting einsetzen oder sich damit beschäftigen. Bedenken bestehen überwiegend bezüglich der praktischen Umsetzung der Integrierbarkeit eines kompletten Teams. Zudem mangelt es an ausreichenden Informationen bezüglich der Methode. Und: Viele Unternehmen haben auch gar keinen Bedarf an vollständigen Teams.

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Moralische Bedenken gegenüber Teamhunting hat kaum eines der Unternehmen. (Screenshot: bitkom-research.de)

Die positiven Erfahrungen der Unternehmen, die Teamhunting schon eingesetzt haben, sprechen jedoch dafür, dass diese Form der Rekrutierung bald stärker in den Fokus von Headhuntern rücken könnte. Noch scheint es jedoch so, als fehle es an Wissen und Sicherheit über die Kosten und Effizienz der Methode. Die vollständigen Befragungsergebnisse findet ihr hier.

Was haltet ihr von Teamhunting? Könntet ihr euch vorstellen, mit eurem kompletten Team zur Konkurrenz überzulaufen beziehungsweise unter welchen Bedingungen? Oder was spricht dagegen?

via www.gizmodo.de

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3 Reaktionen
asc

In anderen Branchen ist das längst Standard. Von Kanzleien werden zum Beispiel fast nie einzelne Partner angeworben, sondern meist sein Team gleich mit - vom Anwalt bis zur Sekretärin.

Arno

Erwähnen sollte man in dem Zusammenhang, dass das wettbewerbsrechtlich verboten ist und hohe Geldstrafen zur Folge hat.

Melanie Petersen

Hallo Arno, hast du dazu eine Quelle? Es scheint doch alles recht schwammig.

„In den vom BGH vorgegebenen engen Grenzen ist es grundsätzlich zulässig, fremde Mitarbeiter abzuwerben. Unlauter und damit wettbewerbswidrig (§§ 3, 4 UWG) werden Abwerbungsmaßnahmen erst bei besonderen Begleitumständen, etwa wenn die Abwägung der berücksichtigungsfähigen Interessen der beteiligten Personen einen verwerflichen Zweck ergibt. Das ist nicht der Fall, wenn das abwerbende Unternehmen die eigene Leistungsfähigkeit verbessern will. Die Grenzen sind i. d. R. jedoch überschritten, wenn die Abwerbung der Fachkraft überwiegend bezweckt, die Leistungsfähigkeit des Mitbewerbers zu schwächen, von seinen Geschäfts- oder Betriebsgeheimnissen Kenntnis zu erlangen oder ihm Kunden abzuwerben.

Das Abwerben von Fachkräften kann auch unzulässig sein, wenn die eingesetzten Mittel und Methoden sitten- oder wettbewerbswidrig sind, bspw. bei verwerflicher Willensbeeinflussung, etwa durch täuschende oder irreführende Angaben über den neuen Arbeitgeber oder die neue Stelle, herabsetzenden Äußerungen über den bisherigen Arbeitgeber,
Verleitung des Arbeitnehmers zum Vertragsbruch, z. B. durch Nichteinhaltung der Kündigungsfrist oder Schlechtleistung,
Verleitung zu einer Doppelbeschäftigung beim alten und neuen Arbeitgeber oder übertriebenem Anlocken mit Prämien oder Rabatten.

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