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Startups

Swinger-Parties, Mobbing, Spitzeleien: 6 pikante Tech-Skandale, an die wir noch lange denken werden

Tech-Skandale. (Bild: Flickr-Henry / CC-BY-2.0)

Mit kruden Äußerungen zu einem Attentäter-Manifest sorgt das Startup Rap Genius derzeit für Schlagzeilen. Wenn in seiner Pietätlosigkeit auch ohne Beispiel – der erste Skandal in der Tech-Szene ist es nicht. Ein Überblick.

Tech-Skandale: Startups und Netzkonzerne sind dabei

Es ist ein Fehltritt, der nicht nur Mahbod Moghadam im Gedächtnis bleiben wird. Auch die Tech-Branche dürfte sich wohl noch lange daran erinnern, wie sich der Mitbegründer von Rap Genius mit Lobliedern zum Manifest eines Amokläufers aus dem eigenen Startup befördert hat. Bei aller Pietätlosigkeit dieser Aktion – wie in anderen Branchen üblich, sind sich auch Unternehmen aus der Tech-Szene nicht um den ein oder anderen Skandal verlegen. Die Liste ist lang, die Namen mitunter groß. Ein Blick auf die Schlagzeilen der letzten Jahre.

Mozilla: 1.000-Dollar-Spende an verfassungswidrige Organisation

Rücktritt wegen Spende an verfassungswidriger Organisation. Mozilla-CEO Brendan Eich. (Foto: © Darcy Padilla)
Rücktritt wegen Spende an eine verfassungswidrige Organisation. Mozilla-CEO Brendan Eich. (Foto: © Darcy Padilla)

Seine Amtszeit als CEO von Mozilla dauerte nur zehn Tage. Weil Brendan Eich im Jahr 2008 einen Gesetzentwurf gegen gleichgeschlechtliche Ehen mit 1.000 Dollar unterstützte, geriet er im März dieses Jahres in die Schlagzeilen. Erschwerend hinzu kam, dass die hinter der Spende stehende Organisation, California Proposition 8, vom Obersten Gerichtshof der USA später für verfassungswidrig erklärt wurde.

Vorausgegangen waren dem Rücktritt breite Proteste aus der Netzgemeinde. Das US-amerikanische Datingportals OKCupid rief seine Nutzer kurz nach der Ernennung Eichs zum CEO beispielsweise dazu auf, den Firefox-Browser des Unternehmens nicht länger zu nutzen. Zwar bekannte sich Eich im Rahmen der Affäre selbst zur Diversität, dem öffentlichen Druck aber hat er am Ende nicht standhalten können. Im April räumte er schließlich seinen Posten als CEO.

Airbnb: Swinger-Party statt Verwandtenbesuch

Tech-Skandale sind auch bei Airbnb schon vorgekommen. Etwa, wenn fremde Gäste randalieren. (Screenshot: t3n)
Tech-Skandale sind auch bei Airbnb schon vorgekommen. Etwa, wenn fremde Gäste randalieren. (Screenshot: t3n)

Die günstige Vermietung von Privatunterkünften an Touristen hat Airbnb groß gemacht. Am Risiko, die eigene Wohnung unfreiwillig in die Hände partylustiger Swinger-Fans zu geben, ändert das aber nichts. So geschehen in New York im vergangenen März: der Gast hatte zunächst angegeben, seinen Bruder und seine Schwägerin in dem Appartement unterbringen zu wollen. Stattdessen lud der Mann zahlreiche Gäste für eine Sex-Party ein, die im Internet sogar mit dem Slogan „XXX Freak Fest“ beworben wurde.

In entsprechendem Zustand fand der Eigentümer, ein Standup-Comedian aus New York, seine Wohnung am nächsten Morgen vor. Glücklicherweise bewies Airbnb beim Krisenmanagement ein glückliches Händchen. Die Türschlösser wurden auf Kosten des Startups ausgetauscht, eine Entschädigung in Höhe von mehr als 20.000 US-Dollar veranlasst und ein Hotelzimmer zur Verfügung gestellt.

Gute PR-Arbeit, die Airbnb über Jahre hinweg vorbereitet hatte. Denn es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Schon vor drei Jahren verwüstete ein Airbnb-Gast die Wohnung des Eigentümers so sehr, dass dieser die Schattenseiten der Sharing-Economy in einem viel beachteten Blogeintrag aufschrieb. Ein Twitter-Shitstorm war die Folge.

GitHub: Mobbing und Sexismus kosten Gründer den Job

Der GitHub-Gründer stürzte über Vorwürfe von firmenweitem Mobbing und Sexismus. (Foto:: Dave Fayram / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Der GitHub-Gründer stürzte über Vorwürfe von firmenweitem Mobbing und Sexismus. (Foto: Dave Fayram / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Den Posten als CEO der populären Code-Plattform GitHub musste im April Tom Preston-Werner räumen. Der Vorwurf: Mobbing und Sexismus in weiten Teilen des US-Startups aus San Francisco. Wie eine Mitarbeitern erklärte, habe ein Kollege wiederholt den von ihr eingereichten Code gelöscht, nachdem sie dessen sexuelle Avancen zurückgewiesen hatte. Außerdem soll sie von der Ehefrau des Startup-Gründers ohne erkennbaren Grund gemobbt worden sein. Drohungen gegen andere Mitarbeiter seien ebenfalls an der Tagesordnung gewesen.

Ihrem Unmut machte die Mitarbeiterin neben einem Interview mit dem US-Branchenblatt TechCrunch vor allem über Twitter Luft. GitHub veröffentlichte daraufhin einen Blogeintrag, bekannte sich weitgehend zu den Vorwürfen und gab den Rücktritt seines Gründers bekannt.

Square: Sturz über Homophobie und unerfüllte Liebe

Der Square-Gründer erklärte nach einer Klage wegen sexueller Belästigung den Rücktritt. (Foto:  © Charles Eshelman)
Der Square-Gründer erklärte nach einer Klage wegen sexueller Belästigung den Rücktritt. (Foto: © Charles Eshelman)

Im Januar 2013 wurde Keith Rabois, CEO beim Payment-Startups Square, eine Klage wegen angeblich sexueller Belästigung eines männlichen Mitarbeiters zum Verhängnis. Dieser warf Rabois vor, eine nicht einvernehmliche Liebesbeziehung erzwungen und zu diesem Zweck sogar mit rechtlichen Schritten gedroht zu haben.

Wie der Square-Gründer in einem Blogeintrag erklärte, habe die Beziehung tatsächlich vor einigen Jahren bestanden. Auch habe er den besagten Mitarbeiter nach einiger Zeit von einem Job beim Payment-Startup überzeugen können. Allerdings sei die Beziehung immer einvernehmlich gewesen, so Rabois. In der Klageschrift habe der besagte Mitarbeiter indes eine Entschädigungszahlung in Millionenhöhe gefordert, andernfalls werde die Karriere, der Ruf und die Existenz des Square-CEOs auf dem Spiel stehen.

Ungeachtet des möglichen Ausgangs der Klage trat Rabois kurz darauf von allen Positionen beim Startup zurück. Besonders pikant: Wie Recherchen des US-Blogs Gawker ergaben, soll Rabois im Jahr 1992 während des Studiums mit schwulenfeindlichen Äußerungen aufgefallen sein.

Yahoo: Internetpionier bringt Journalisten ins Gefängnis

Yahoo gab einst die Klarnamen zweier Journalisten an chinesische Behörden weiter. Die Folge: 10 Jahre Haft. (Foto: Yahoo)
Yahoo gab einst die Klarnamen zweier Journalisten an chinesische Behörden weiter. Die Folge: zehn Jahre Haft. (Foto: Yahoo)

America, land of the free? Beim US-amerikanischen Internetkonzern Yahoo hat man zumindest die freie Meinungsäußerung nicht immer allzu ernst genommen. So geriet das Unternehmen im Jahr 2005 in die Kritik, nachdem es chinesischen Behörden die Klarnamen zweier Journalisten genannt hatte, die sich zuvor regierungskritisch auf dem Yahoo-Messageboard geäußert hatten.

Zwar begründete Yahoo den Schritt mit geltendem chinesischen Recht, doch der Zorn bei Menschenrechtsaktivisten war programmiert. Geholfen hat das jedoch nicht: Die Journalisten wurden von einem Gericht zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt.

HP: Führungsetage veranlasst Spitzel-Offensive

Gemeinsam mit HP-CEO Mark Hurd sorgte die Vorsitzende Patricia Dunn für einen Spitzel-Skandal. (Foto: © Mark Wilson)
Gemeinsam mit HP-CEO Mark Hurd sorgte die Vorsitzende Patricia Dunn für einen Spitzel-Skandal. (Foto: © Mark Wilson)

Ähnlich wie einst die Deutsche Telekom kann sich auch der legendäre Computerbauer Hewlett-Packard (HP) einen Überwachungsskandal in die Memoiren schreiben. Weil vertrauliche Informationen aus einem Meeting an die Öffentlichkeit gelangt waren, veranlasste die Führungsetage um Patricia Dunn und Mark Hurd kurzerhand eine groß angelegte Spitzel-Offensive.

Mehrere Privatdetektive sollen über Monate hinweg Mitarbeiter belauscht und Journalisten führender Wirtschaftsblätter ausspioniert haben. Dabei machten die Detektive auch vor Social Engineering nicht halt: So gaben sich die Detektive zum Beispiel gegenüber den Telekommunikationsunternehmen als vermeintliche Opfer aus, um an Aufzeichnungen aus privaten Telefongesprächen zu gelangen. Die Konsequenz: Die Vorsitzende Dunn musste gehen.

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