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Startups

TechCrunch Disrupt Berlin: Visitenkarten-Karussell in Europas Startup-Hauptstadt

Bild: TechCrunch/Flickr (CC BY 2.0)

Die TechCrunch Disrupt in Berlin neigt sich dem Ende zu. Unser Autor Andreas Weck wagt einen Rückblick auf die Startup-Konferenz.

Die TechCrunch Disrupt als Prestige-Bringer für Berlins Startup-Economy

Ist Berlin nun Europas Startup-Hauptstadt oder nicht? Die Konferenz TechCrunch Disrupt könnte auf diese Frage endlich eine abschließende Antwort geliefert haben. Vom 26. bis zum 29. Oktober 2013 wurde die Konferenz, die sich rund um die Gründerszene der internationalen Internetwirtschaft dreht, jedenfalls in Berlin ausgetragen – und hat sich damit gegen den Mitstreiter London entschieden. Dabei könnte die TechCrunch Disrupt kaum prestigeträchtiger sein für die Spree-Metropole.

Der Namensgeber und Veranstalter ist ein über alle Landesgrenzen hinaus bekannter Medienprotagonist der Tech-Szene. Der TechCrunch-Gründer Michael Arrington gilt zudem als Seismograph, als Stimmungsbarometer des Silicon Valley, das nach wie vor die erfolgreichsten Internetunternehmen der Welt beherbergt. Und tatsächlich sind einige der einflussreichsten Köpfe der internationalen Digitalwirtschaft dem Ruf der Veranstalter gefolgt und haben sich auf der Bühne die Klinke in die Hand gegeben – inhaltlich leider oft ohne einen großen Mehrwert für das Publikum.

TechCrunch Disrupt in Berlin: Inhaltlich kaum besser als andere Veranstaltungen

Marc Samwer und Mike Butcher (v.l.) im Gespräch. Bild: TechCrunch/Flickr (CC BY 2.0)
Marc Samwer und Mike Butcher im Gespräch. (Bild: TechCrunch/FlickrCC BY 2.0)

So hat beispielsweise Mike Butcher, Editor at Large bei TechCrunch, gleich zum Auftakt den recht scheuen Internetunternehmer und Geschäftsführer des Inkubators Rocket Internet, Marc Samwer, für ein Gespräch gewinnen können. Ein durchaus interessanter Gesprächspartner, der völlig zu Recht auf das Thema der unzähligen Copy-Cats im Repertoire der Beteiligungsgesellschaft angesprochen wurde. Unklar allerdings, warum die wenige Zeit und der seltene Auftritt des Unternehmers mit Fragen zur „Blitzkrieg“-E-Mail ausgefüllt wurde. Vor zwei Jahren hatte Marc Samwers Bruder Oliver in einer internen E-Mail die Onlinestrategie von Rocket Internet mit der eines „Blitzkrieges“ beschrieben – ein Begriff, der während der NS-Zeit geprägt worden ist. Butcher selbst hatte diese E-Mail damals veröffentlicht, die Samwers sich schon unzählige Male für den Wortlaut entschuldigt – warum diese Causa also nach zwei Jahren immer noch als Inhalt für eine Podiumsdiskussion herhalten sollte, bleibt ein Rätsel. Wahrscheinlich wollte Mike Butcher eine Kontroverse aufwärmen, um sich (und TechCrunch) erneut für die Veröffentlichung feiern zu lassen.

Ebenfalls etwas verwirrend: die außerordentliche Gesprächsrunde mit VK-Gründer Pavel Durov und TechCrunch-Redakteurin Alexis Tsotsis zum steigenden Trend der Online-Überwachung. VK ist das größte Soziale Netzwerk in Russland, ein Internetunternehmen, das unter den Gesetzen eines Staates agiert, der mit Sicherheit nicht als glanzvolles Beispiel für diese Thematik geeignet ist. Der Gründer selbst hat es sich auf der Bühne nicht nehmen lassen, seine neueste Entwicklung „Telegram“ vorzustellen – eine Instant-Messaging-App, die mit einer End-to-End-Verschlüsselung und selbstlöschenden Nachrichten aufwartet. Schön und gut –  aber irgendwie roch das Ganze trotzdem nach PR-Stunt. Einem in Russland angesiedelten Internetunternehmen würde ich persönlich genauso wenig mein Vertrauen aussprechen wie einem Facebook oder einem WhatsApp. Das sollte auch TechCrunch wissen – warum also diese Bühne?

Startup Alley: Ausstellungsfläche mit Messe-Charakter

Draußen hat man davon nicht viel mitbekommen. Dort hat sich das abgespielt, wofür die meisten Besucher sicher auch da waren: die Startup Alley. Auf der Ausstellungsfläche haben junge Gründer zwei Tage lang ihre Ideen vorgestellt – darunter auch Apps und Websites, die streckenweise erst wenige Tage alt sind. Die Startup-Messestände der 15 Favoriten, die sich am Montag und Dienstag im sogenannten Startup Battlefield präsentiert haben, waren ebenso vertreten wie weniger im Rampenlicht stehende Gründungen. Einige Protagonisten waren wirklich spannend und man hat ihnen gerne zugehört, wenn sie mit großem Engagement versucht haben, das vorbeigehende Publikum in ihren Bann zu ziehen. Und wer auf Gespräche keine Lust hatte, konnte sich von der Crème de la Crème der anwesenden Startups im Pitch berieseln lassen. Sehr aufschlussreich!

Bild: TechCrunch/Flickr (CC BY 2.0)
TechCrunch Disrupt: Messe-Flair auf der Startup Alley. (Bild: TechCrunch/FlickrCC BY 2.0)

Insgesamt haben die Veranstalter nach eigenen Angaben zwischen 1.700 und 2.200 Gäste willkommen geheißen. Hinter der Hausnummer braucht man sich sicher nicht zu verstecken. Im Vergleich zu anderen deutschen Startup-Veranstaltungen wie der Hy! Berlin oder dem European Pirate Summit – die mit wesentlich weniger Popularität ganz ähnliche Events an den Start gebracht haben – muss ich allerdings sagen, dass ich unzufrieden nach Hause gegangen bin. Außer einem Visitenkarten-Karussell, hat sich mir persönlich wenig geboten. Netzwerken ist zwar schlussendlich auch Sinn und Zweck eines solchen Events – von der TechCrunch Disrupt hatte ich allerdings mehr erwartet.

Doch vielleicht war auch genau das das eigentliche Problem: Je mehr man erwartet, desto mehr kann man enttäuscht werden.

Impressionen der TechCrunch Disrupt
Marc Samwer auf der TechCrunch Disrupt in Berlin: „Eine Idee ist die Kombination mehrerer Dinge“. (Bild: TechCrunch)

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Eine Reaktion
Visiten karte

CNBC berichtet gerade live und evtl mehrmals heute von einer oder über eine 2tägige Web-Konferenz oder sowas in Dublin.
Das scheint wohl spannender zu sein als Berlin.
" The Summit " hängt im Hintergrund . Vielleicht ist das der Name der Konferenz oder nur Messestand-Werbung.

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