Porträt

„Ohne Technologie sind wir wie Affen”: Zu Besuch bei Roboter-Star Hiroshi Ishiguro

Seite 2 / 2

Keine Unterscheidung zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz

Nach unserem Empfinden ist der organische Körper immer noch besser als der mechanische“. Seiner Meinung nach können wir es uns einfach nur noch nicht vorstellen Technologie in uns zu haben und haben eine sehr negative Einstellung dazu. „Wir müssen anfangen, die Vorteile zu sehen. In Zukunft werden wir künstliche und menschliche Intelligenz nicht mehr unterscheiden können und auch nicht brauchen. Es wird für uns eine ganz natürliche nicht mehr wegzudenkende Sache sein, wie das Smartphone. Die Hardware wird in uns sein und nicht mehr als Gerät in unserer Hand“.

Doch wie lange wird es eigentlich noch dauern, bis wir da angekommen sind? Wollen wir in Zukunft organische Bausteine aus unserem Körper, wenn sie nicht mehr funktionieren, durch künstliche oder mechanische ersetzen? Eigentlich sind wir schon mittendrin, wenn man über künstliche Kniegelenke, Herzschrittmacher oder Prothesen jeglicher Art nachdenkt. Wir addieren nur die künstliche Intelligenz dazu.

Daran wird in den Laboren in Osaka geforscht. Beeindruckend sind die Androiden von Hiroshi selbst sowie auch die kleinen Roboter, die sich mit einem unterhalten. 20 internationale Studenten forschen hier unter anderem an dem Thema der Mensch-Maschine-Beziehung. Was dann doch wieder ganz normal wirkt, man muss die Schuhe ausziehen, wenn man die Räume betritt.

Das hat etwas alltägliches und beruhigendes. Abschließend erzählt Hiroshi: „Für Japan werden die olympischen Spiele 2020 ein wichtiger Schritt sein. Die Regierung unterstützt dafür die Entwicklung von Robotern, die in allen Bahn-Stationen und auf öffentlichen Plätzen stehen, verschiedene Sprachen sprechen und den Besuchern in allen Fragen weiterhelfen sollen.”

Akzeptanz für die „Technologie in uns“

Es gibt also anscheinend Zwischenschritte bis Mensch und Maschine, künstliche und menschliche Intelligenz miteinander verschmelzen. Bis dahin haben wir dann doch noch ein bisschen Zeit. Die werden wir vermutlich auch benötigen um uns positiv damit auseinanderzusetzen und wie Hiroshi sagt „Technologie in uns“ akzeptieren zu können.

Was kann man also bisher auf die Frage „Was macht uns als Mensch?“ sagen? Für Ben Goertzel von Hanson Robotics steht ebenfalls fest, dass wir schon dabei sind unsere Körper mit Hilfe von digitaler Technologie und Manipulation des Genoms zu verbessern und aufzurüsten. Wir sind auf dem Weg zum superintelligenten Mensch. Wissen und körperliche Schnelligkeit kann in Zukunft implantiert oder eingepflanzt werden. Seine Meinung: „Die Natur wird es in die richtigen Bahnen lenken. Wir werden uns anpassen, aber wir können nicht auf die Evolution warten. Wir müssen einfach schneller sein.“

Auch Benjamin Joffe, Managing-Partner von Hax, dem größten Hardware-Early-Stage-Accelerator aus China ist überzeugt: „Es wird eine Übergangszeit in das digitale Zeitalter geben. Im Moment fühlt sich alles sehr ungewohnt an, weil wir uns nicht vorstellen können, wie die Zukunft aussehen wird. Aber eines ist sicher: Die Innovationszyklen werden immer kürzer und wir müssen schnell reagieren.“ Vielleicht ist die superintelligente Kopie unserer selbst ein Zwischenschritt, den wir brauchen bevor es zu einer Verschmelzung von Mensch und Maschine kommt.

Alles deutet auf jeden Fall in dieselbe Richtung. Wie die einzelnen Zwischenschritte aussehen, bleibt abzuwarten, und auch wie schnell es gehen wird. Aber aufzuhalten ist die Verschmelzung anscheinend nicht und eigentlich sind wir schon mittendrin.

Ebenfalls spannend: 

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung