Ratgeber

Telegram: Warum du das Feature „Leute in der Nähe“ nicht aktivieren solltest

(Foto: Larich/Shutterstock)

Lesezeit: 2 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Wer das Feature „Leute in der Nähe“ beim Telegram-Messenger aktiviert, gibt seinen genauen Wohn- beziehungsweise Standort preis. Nutzerinnen und Nutzer sollten sich dessen bewusst sein.

Eigentlich ist es ja ein sehr praktisches Feature: Ihr teilt euren Standort mit einer App und sie verrät euch im Gegenzug zum Beispiel, wo die Essensbestellung gerade ist, wie weit ihr es zum nächsten Bahnhof habt oder wie viele Kilometer zwischen euch und eurem Tinder-Crush liegen. Das Ganze kann man aber auch missbrauchen, um etwa euren exakten Wohnort zu ermitteln – wenn die App zu genau arbeitet.

„Leute in der Nähe“-Feature ermöglicht genaue Standortermittlung

Wie der Bug-Jäger Ahmed Hassan in einem Blogbeitrag anschaulich demonstriert, ist es möglich, den genauen Stand- beziehungsweise Wohnort von Telegram-Nutzerinnen und -Nutzern zu ermitteln, wenn sie das „Leute in der Nähe“-Feature aktiviert haben. Weil Telegrams Security-Team selbst kein Problem darin zu sehen scheint, hat Hassan sich jetzt entschlossen, die Sicherheitslücke öffentlich zu machen und eine Warnung auszusprechen.

Um einen Ort zu bestimmen, benötigt man lediglich drei Entfernungsangaben zum „Zielobjekt“ – man geht also beispielsweise eine Runde um den Block und notiert zusätzlich zu den GPS-Koordinaten die genauen Entfernungen. Überträgt man die Ergebnisse in Google Maps, zeigt der Schnittpunkt der drei Kreise den Stand- beziehungsweise Wohnort eines anderen Nutzers oder einer Nutzerin.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Wo sich alle drei Kreise schneiden, befindet sich der gesuchte Ort. (Screenshot: Ahmed Hassan/t3n)

Telegram hatte das Feature, sich Menschen in der Nähe anzeigen lassen zu können, schon 2019 eingeführt. Damit der eigene Account anderen Nutzerinnen und Nutzern angezeigt wird, müssen User die Funktion aber aktiv auswählen – wer das bisher nicht getan hat, läuft also auch nicht Gefahr, dass plötzlich Wildfremde vor der eigenen Haustür stehen.

Entwarnung: Tinder ist sicher – jedenfalls diesbezüglich

Und was ist jetzt mit anderen Apps, die ebenfalls Entfernungen zu anderen Userinnen und Usern anzeigen, etwa Tinder? Tatsächlich war es auch dort eine Zeit lang möglich, Aufenthaltsorte über die Trilateration zu ermitteln. Inzwischen ist die Sicherheitslücke aber geschlossen – und statt der genauen Entfernung gibt der Onlinedating-Dienst nur noch gerundete Werte an. Natürlich ließe sich auch damit der Wohn- oder Standort einer Person ermitteln, aber eben nur annähernd. Und gerade in größeren Städten nützt die Information, dass jemand innerhalb von 250 Quadratmetern um den Hauptbahnhof wohnt, zum Glück nur bedingt viel.

Trotzdem ergibt es Sinn, sich gut zu überlegen, wie viele Informationen man mit Apps teilt – und sich zu informieren, wie viele dieser Daten die App wiederum mit anderen Nutzerinnen und Nutzern teilt.

Meistgelesen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 70 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Luca Caracciolo (Chefredakteur t3n) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung