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Telegram: Messenger plant eigene Kryptowährung und weltgrößten ICO

Kommt der Messenger Telegram bald mit einer Bezahlfunktion? Wenn ja, könnte der ICO den Machern eine halbe Million US-Dollar bescheren. (Bild: Twin Design / Shutterstock)

Der russische Messaging-Dienst Telegram plant offenbar eine Bezahlfunktion mit einer Kryptowährung auf Blockchain-Basis. Damit verbunden sein könnte der bis dato größte ICO.

Das Messaging-Startup Telegram plant laut einem Bericht bei Techcrunch eine eigene Blockchain-Plattform mitsamt einer nativen Kryptowährung. Diese könnte nach dem Vorbild des chinesischen Dienstes Wechat zu einer eigenen Zahlungsfunktion für den Chat-Dienst werden. Das Projekt, das laut Techcrunch aus mehreren unabhängigen Quellen bestätigt wird, läuft unter der Bezeichnung „Telegram Open Network“ (TON) und soll als „Blockchain-Plattform der dritten Generation“ aufgesetzt werden. Dabei sollen Erkenntnisse von Bitcoin und dessen Derivaten sowie von Ethererum einfließen.

Payment bei Telegram: Größter ICO der Geschichte?

Mit dem Launch geht ein enormes ICO einher, das sich nach den Worten des Portals auf mehrere hundert Millionen US-Dollar belaufen könnte und damit das größte derartige ICO überhaupt wäre. Von 500 Millionen US-Dollar in einer ersten Runde im Laufe dieses Halbjahres ist da die Rede, der Gesamtwert der Token soll zwischen drei bis fünf Milliarden US-Dollar betragen. Wer sich hier engagieren will, sollte nach Aussage von Techcrunch allerdings etwas Kleingeld mitbringen: 20 Millionen US-Dollar soll die Mindestzeichnungssumme betragen – US-Dollar wohlgemerkt, nicht Bitcoin oder eine anderen Kryptowährung.

Angesichts der Tatsache, dass es sich bei Telegram nicht um irgendein unbedeutendes neues Startup handelt, sondern um eine etablierte Firma mit nach eigenen Angaben immerhin 180 Millionen Nutzern, könnte das auch tatsächlich so eintreten. Gründer Pawel Durow ist übrigens kein Unbekannter: Er gründete mit seinem Bruder Nikolai das Netzwerk und ist darüber hinaus auch für die im osteuropäischen Raum verbreitete Kontaktplattform Vkontakte verantwortlich, die er 2006 gründet und erst 2014 (angeblich auf Druck regierungsnaher russischer Kreise) an Mail.ru verkauft hat. Er hatte bereits vor einigen Jahren dort versucht, eine ähnliche P2P-Payment-Variante zu etablieren, die jedoch von weniger als einem Prozent der Nutzer akzeptiert und genutzt wurde.

Die Payment-Funktion und der damit verbundene ICO würden auch endlich die Frage nach dem Erlösmodell von Telegram beantworten – der Dienst ist nämlich bisher traditionell werbefrei und erhebt trotz umfangreicher Logistik keine Nutzungsgebühren. Und obwohl der Exit bei Vkontakte den Durow-Brüdern einen hohen Betrag eingebracht haben soll, tragen sich die Kosten für Telegram und die damit verbundenen Funktionen sicherlich nicht von allein.

Telegram-Payment-Dienst: Wie Wechat Pay, nur verschlüsselt

Die Details dahinter klingen in der Tat vernünftig: Durow will laut einem Whitepaper eine Währung namens Gram schaffen, die Wechat Pay ähnelt, allerdings mit Verschlüsselung und Anonymisierung arbeitet. Dabei soll eine Kombination aus zentralisiertem und dezentralem Netzwerk kombiniert werden, um eine ausreichende Geschwindigkeit der Transaktionen sicherzustellen. Dazu gehört laut dem Whitepaper eine API, die auch Drittanbietern und Entwicklern von Apps die Nutzung der Zahlungsfunktionen ermöglichen würde. Sicherheitsbedenken bestehen hierbei aufgrund der Blockchain offenbar nicht. Dabei sollen die Nutzer in der Lage sein, über die dazugehörige Wallet sowohl die Kryptowährung als auch ein Guthaben in einer Fiat-Währung zu halten.

Die Bezahlfunktion bei Telegram könnte grenzüberschreitendes Bezahlen günstiger machen und auch eine Bezahlmethode für politische und wirtschaftliche Zahlungen werden, die diskret abgewickelt werden soll. Gerade im Iran ist Telegram aufgrund seiner Anonymität sehr beliebt.

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Eine Reaktion
Kryptosiast

Schau mal! Ich habe ein Deutschsprachiges Video dazu gefunden https://www.youtube.com/watch?v=iyjEM-6kt8s

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