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Telegram greift nach dem Geld: Werbung und Bezahl-Funktionen in Planung

Den kostenlosen Messengerdienst Telegram haben die Brüder Nikolai und Pawel Durow 2013 als Gegenentwurf zu WhatsApp gegründet. (Foto: Shutterstock)

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Gründer Pawel Durow hat den Dienst lange aus der eigenen Tasche finanziert, nun kündigt er an, ihn zu monetarisieren. Das soll jedoch unaufdringlich geschehen.


Die verschlüsselte Messenger-App Telegram soll Geld für die eigene Weiterentwicklung verdienen, plant Unternehmenschef Durow. Während sich der Dienst 500 Millionen aktiven Nutzern nähert, steigen auch die Server – und Traffic-Kosten. Der Milliardär stellt auf seinem Telegram-Channel fest, das Projekt brauche „mindestens ein paar Hundert Millionen Dollar pro Jahr, um am Laufen zu bleiben“. Er habe die meiste Zeit die Kosten aus den eigenen Ersparnissen bestritten. Bei der Größenordnung, die Telegram jetzt erreiche, blieben jedoch nur zwei Optionen: Geld zu verdienen oder zu verkaufen.

Mit neuen Funktionen Geld verdienen

„Wir werden die Firma nicht verkaufen, wie die Gründer von Whatsapp.“ Durow macht keinen Hehl daraus, wie er die Entwicklung der anderen Dienste sieht, nachdem sie übernommen worden sind. Seine Quintessenz lautet: „Die Welt braucht Telegram, um unabhängig zu bleiben, als ein Ort, an dem die Nutzer respektiert werden und ein qualitativ hochwertiger Service gewährleistet wird.“ Diesen Service hatten in der Vergangenheit verstärkt fragwürdige Gruppen und Personen wahrgenommen (Nazis, Drogendealer, Waffenschieber, Attila Hildmann). Durow kündigte an, ab nächstem Jahr auf eine „unauffällige Weise“ Einnahmen zu generieren. Alle Gratis-Funktionen sollen kostenlos bleiben. Geld will Durow nur von Power-Usern und Business-Teams für neue Funktionen für genau diese Zielgruppen verlangen.

Werbung soll nicht die 1-zu-1-Kommunikation stören

Der zweite Weg liegt im Verkauf von Werbeanzeigen. Sie sollen jedoch nur in One-to-Many-Kanälen auftauchen. Die geplante Anzeigenplattform will der 36-Jährige benutzerfreundlich und privatsphäre-freundlich ausgestalten, die Anzeigen selbst unaufdringlich. Er schreibt in seinem Post – anscheinend auf die Werbung bei Twitter bezogen, die Einblendungen sollen nicht wie reguläre Beiträge wirken. Beobachter weisen bereits kritisch auf Ankündigungen anderer Social-Media-Konzerne hin, die schon Ähnliches versprochen hatten. Sie führen die Werbung im Twitter-Feed als Negativbeispiel an.

Premium-Sticker mit Zusatzfeatures

Der Telegram-Chef betont, die ganze Community werde von den Änderungen profitieren. Dabei erwähnt er die Einführung von „Telegram Premium-Sticker“, die mit „ausdrucksstarken Funktionen“ ausgestattet sein sollen. Die Gestalter solcher Sticker erhielten ebenfalls etwas von den Einnahmen, verspricht er. Zum Schluss betont er, Telegram bleibe unabhängig und seinen Werten treu. Er kündigte an, dass die Plattform die Art, wie Tech-Unternehmen funktionieren sollten, neu definieren werde.

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