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Telegram: Russen demonstrieren gegen Messenger-Blockade

Telegram-Gründer Pawel Durow als Ikone. (Foto: dpa)

Erneut sind Hunderte Menschen in Moskau gegen das Verbot des Telegram-Messengers und andere staatliche Zensurmaßnahmen auf die Straße gegangen. 20 Demonstranten wurden festgenommen.

Am Sonntag, den 13. Mai 2018, demonstrierten Hunderte Menschen in Moskau gegen die von der Regierung verhängte Blockade gegen den Messenger-Dienst Telegram. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Laut der Bürgerrechtsorganisation OVD-Info wurden bis zu 20 Teilnehmer der Demonstration verhaftet. Schon Ende April waren mehr als 12.000 Menschen gegen die Telegram-Blockade und weitere staatliche Internet-Zensurmaßnahmen auf die Straße gegangen. Die Veranstalter des Protests haben weitere Demonstrationen angekündigt.

Telegram hat in Russland etwa 14 Millionen Nutzer. Die russische Regierung blockiert seit Mitte April 2018 den Zugriff auf den Dienst, nachdem sich Firmengründer Pawel Durow weigerte, dem staatlichen Geheimdienst Zugang zu den verschlüsselten Messenger-Nachrichten der Nutzer zu geben. Laut Durow ist das aufgrund der eingesetzten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gar nicht möglich. Durow, der auch die russische Social-Media-Plattform Vkontakte gegründet hat, verließ Russland bereits vor drei Jahren und hat seitdem die Staatsangehörigkeit des karibischen Inselstaats St. Kitts und Nevis inne.

Russlands Telegram-Blockade: Viele Kollateralschäden, aber kaum Nutzen

Um die staatliche Blockade zu umgehen, wechselt Telegram ständig die vom Dienst genutzten IP-Adressen und nutzt dazu verschiedene Cloud-Anbieter. Das wiederum führte dazu, dass die Blockade ungewollt auch andere Websites betraf. Neben russischen Websites waren darunter auch Dienste wie Spotify, Gmail und Twitch. Mehrere Millionen Euro Schaden sollen so entstanden sein.

Die für die Sperrung zuständige Aufsichtsbehörde Roskomnadzor sperrte ungewollt sogar Teile ihres eigenen Internet-Angebots. Insgesamt sollen fast 18 Millionen IP-Adressen im Kampf gegen den Messenger blockiert worden sein. Gleichzeitig bleibt der Erfolg der Maßnahme zweifelhaft. Die Download-Zahlen des Messengers sind seit Beginn der Blockade gestiegen und selbst ohne den Umweg über ein Virtual-Private-Network können viele russische Nutzer den Dienst nach wie vor nutzen.

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