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Nach Angriff auf 1,25 Millionen Telekom-Router: Hacker erhält Bewährungsstrafe

(Foto: Shutterstock)

Durch eine Cyber-Attacke wurden im letzten Jahr mehr als eine Million Router der Telekom zeitweise lahmgelegt. Jetzt hat das Landgericht Köln den Täter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Cyber-Angriff auf Telekom-Router: Landgericht verurteilt Täter zu Bewährungsstrafe

Ende November 2016 sorgte eine Cyber-Attacke dafür, dass insgesamt 1,25 Millionen DSL-Router der Telekom zeitweise funktionsuntüchtig waren. Jetzt wurde der Täter vom Landgericht Köln zu einer Bewährungsstrafe in Höhe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Der 29-jährige Brite wird allerdings weiterhin in Haft bleiben. Sein Heimatland hat bereits die Auslieferung beantragt, da gegen ihn wegen weiterer Cyber-Angriffe und Erpressung ermittelt wird.

Mehrere Telekom-Router aus der Speedport-Reihe waren betroffen. (Grafik: Deutsche Telekom)

Der Täter war geständig und hat auch seinen Auftraggeber preisgegeben. Dabei soll es sich um einen liberianischen Telekommunikationsanbieter handeln, der einem Mitbewerber schaden wollte. Über Angriffe auf Port 7547 wollte der Hacker eine Schwachstelle im Fernwartungsprotokoll TR-069 ausnutzen. Ziel war wohl der Aufbau eines Botnetzes, was im Fall der Telekom-Router allerdings nicht funktioniert hat.

Darum waren vor allem Telekom-Kunden betroffen

Das Duisburger Sicherheitsunternehmen Comsecuris kam bei einer Untersuchung des Vorfalls zu dem Schluss, dass der Angriff die betroffenen Telekom-Router massiv verlangsamt haben dürfte, bis die Geräte letztlich gar keine TCP-Verbindungen mehr zugelassen haben. Das erklärt auch, warum ein Neustart der Router damals zumindest zeitweise zu einer Verbesserung für die betroffenen Telekom-Kunden geführt hat. Konkret waren die Router Speedport W 921 V, 723V Typ B und 921 Fiber betroffen. Die wurden von dem taiwanischen Unternehmen Acadyan für die Telekom gefertigt.

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2 Kommentare
Peter
Peter

Wow, eine Bewährungsstrafe, wie abschreckend für Nachahmer! Da hat der Rechtsstaat seine volle Macht ausgespielt. So mancher „Raubkopierer“ hat wesentlich höhere Strafen erhalten.

In den USA wäre so ein Hack vermutlich als ein terroristischer Akt gewertet worden, inkl. 10 bis 20 Jahren Bundesgefängnis.

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Ralf

Ganz meine Meinung. Wer Hacking in dem Maßstab heute noch als Kavaliersdelikt abtut, hat von den aktuellen Bedrohungsszenarien echt nichts verstanden.

Andererseits… kommen ja auch Führungskräfte von Konzernen mit hochgradig krimineller Energie davon sowie Steuerbetrüger. Ist doch schön, wenn’s dann auch mal einem kleinen Fisch gelingt….

Das war ein SCHERZ!

Ich finde, die gehören alle in den Bau, aber leider gilt doch noch Papas Spruch „die Kleinen henkt man, die großen kommen davon“. Wir leben halt im Neo-17-Jahrhundert.

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