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Tencent Music: So könnte der chinesische Musikanbieter die Branche durcheinanderwirbeln

Tencent Music hat Interesse am westlichen Markt. Der Börsengang in den USA könnte einer der größten der Branche werden. (Bild: Georgejmclittle / Shutterstock)

Der chinesische Tencent-Konzern plant den Börsengang seiner Musiksparte in den USA. Es wäre einer der größten Börsengänge in der Technologiebranche – und das würde zu dem chinesischen Vorzeigeunternehmen passen.

Der chinesische Internetkonzern Tencent plant die Abspaltung seiner Musiksparte und einen Börsengang des Geschäftszweigs in den USA. Auch wenn Details zu dem Deal noch nicht kommuniziert worden sind, kann man schon die Dimension eines solchen IPO (Initial Public Offering) überblicken: Rund 4 Milliarden US-Dollar schwer könnte der Börsengang sein – bei einer Bewertung des Unternehmens von rund 25 Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Der aus Schweden stammende Konkurrent Spotify, der Anfang April erfolgreich per Direktplatzierung an der New Yorker Börse startete, wurde damals mit rund 26,5 Milliarden Dollar bewertet – der aktuelle Kurs liegt knapp über dem Wert, den das Unternehmen im Laufe des ersten Handelstages erreichte. Erste Spekulationen über eine Tencent-Ausgründung gab es bereits im April, nachdem Spotify an den Start gegangen war. Beide Unternehmen besitzen jeweils rund neun bis zehn Prozent an Aktien des jeweils anderen – ein Umstand, der spannenderweise bei beiden Unternehmen für eine höhere Bewertung seitens der Analysten gesorgt hat.

Zu den Gründen für einen solchen Schritt kann nur spekuliert werden: Natürlich ist es für beide Partner faszinierend, jeweils in den Gewässern des anderen zu fischen. Ob die Rechnung allerdings für Tencent Music und Spotify gleichermaßen aufgeht, wird sich noch zeigen müssen. Und die Kooperation mit Spotify, wenn sie sich nicht nur auf finanzielle Dinge beschränkt, kann Tencent Music Türen bei den großen Labels öffnen. Schließlich ist der westliche Musikmarkt auch heute noch etwas anders gestrickt als andere Branchen.

Tencent wird in den nächsten Jahren den Westen erobern

E-Commerce, Online-Werbung, soziale Medien, Payment und Videospiele – es gibt offenbar keinen lukrativen Bereich, den der chinesische Internetkonzern außen vor lässt. Und das funktioniert im Kernmarkt China verdammt gut. Dabei folgt Tencent in vielen Fällen der im Land üblichen (und nicht anrüchigen) Strategie des kreativen Kopierens. Wie bei einem Mashup werden unterschiedliche technische Features miteinander verknüpft und kombiniert – mit dem Ziel, aus dem Transfer einen Mehrwert zu generieren. Tencent, soviel steht bereits heute fest, ist ein Thema für die großen Internetkonzerne der westlichen Welt und wird in den nächsten Jahren seine Spuren auch im Westen hinterlassen.

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