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Tesla: Model S wurde in nur 2 Sekunden geknackt

Tesla Model S. (Foto: Tesla)

Belgischen Forschern ist es gelungen, innerhalb weniger Sekunden ein Model S zu knacken und zu starten. Tesla hat derweil zumindest einen Teil der dafür genutzten Sicherheitslücke geschlossen.

Forschern der belgischen katholischen Universität Leuven ist es gelungen, das schlüssellose Zugangs- und Startsystem von Tesla zu knacken. Über eine Sicherheitslücke bei der Verbindung zwischen Schlüsselanhänger (Key-Fob) und Fahrzeug konnte in einem Test ein Model S geöffnet und in Betrieb genommen werden, wie die belgischen Forscher berichten. Der kontaktlose Schlüsselanhänger, der dazu dient, die Tesla-Autos zu entriegeln, wurde dabei geklont – innerhalb weniger Sekunden.

Angriff auf Tesla-Autos: Hardware im Wert von 500 Euro reicht aus

Für den Angriff werden lediglich ein Raspberry Pi 3 B+, ein Software-Defined-Radio (Proxmark 3), eine USB-Antenne und eine USB-Power-Bank sowie ein mobiler WLAN-Zugang und ein Server für die sechs Terabyte große Datenbank benötigt. Alles in allem soll die Hardware nur 500 Euro kosten. Der Angriff, den die Forscher in ihrem ausführlichen Blogeintrag dokumentieren, ist innerhalb von zwei Sekunden abgeschlossen.

Einzige Voraussetzung: Die Autohacker müssen in der Nähe eines Tesla-Autos sein und der Besitzer muss diesen gerade abschließen. Außerdem haben die Forscher im Vorfeld eine Reihe von Berechnungen für die Entschlüsselung der Funksignale angestellt, die auf oben erwähnter Datenbank gespeichert sind. Freilich funktioniert das Ganze im Ernstfall nicht ohne reichlich IT-Kenntnisse und eine Menge krimineller Energie.

Der erfolgreiche Hack der Belgier war schon im vergangenen Sommer durchgeführt worden. Am 31. August 2017 wurde Tesla über die Sicherheitslücke informiert. Anfang April demonstrierten die belgischen Forscher den Hack live an einem Tesla-Fahrzeug. Sie erhielten eine Belohnung in der Höhe von 10.000 US-Dollar für das Aufspüren und Melden der Sicherheitslücke. Einen Teil der Lücke hat Tesla mittlerweile über ein Update gefixt.

Elektrofahrzeug: Das Model 3 von Tesla

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Zudem empfehlen die Sicherheitsforscher Tesla-Fahrern dringend, das neue Feature „PIN to Drive“ zu nutzen. Um den Motor des Elektroautos zu starten, muss dann eine PIN eingegeben werden. Allerdings können Angreifer weiterhin die Türen des Autos öffnen, denn das Abhören der Schlüsselanhänger ist für Hacker weiterhin möglich. Erst ein Austausch der Hardware kann die Sicherheitslücke komplett schließen, wie heise.de berichtet. Betroffen sind neben Tesla übrigens auch McLaren und Triumph, die ihre Schlüsseltechnik ebenfalls von Pektron beziehen.

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