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Neben New York und Berlin: Uber gibt’s jetzt auch in Kirchheim und Poing

(Foto: Oliver Klug/ Uber)

New York und Berlin haben neuerdings eine Gemeinsamkeit mit Kirchheim und Poing in Oberbayern: Die Bürger können dort den Fahrdienstleister Uber nutzen. Ob sich damit auf dem Land ein Geschäft machen lässt?

In sechs deutschen Großstädten ist der Fahrdienstvermittler Uber bereits unterwegs – jetzt wagt er sich zum ersten Mal auch aufs Land: In fünf Kleinstädten östlich von München bietet der US-Konzern nun Fahrten zum Festpreis von fünf Euro an, auch in den Nachbarort. Und nachts fahre Uber für 15 Euro nach München oder zurück, kündigte Deutschlandchef Christoph Weigler am Montag in Kirchheim an.

Nur ein „Feigenblatt-Test fürs Image“, wie der Bundesverband Taxi kritisiert? Nein, sagte Weigler. Es sei vielmehr ein Test für ein neues Geschäftsfeld außerhalb der Metropolen: „Mit dem Pilotprojekt wollen wir verstehen, wie ein On-Demand-Fahrservice auch in weniger dicht besiedelten Regionen (…) funktionieren kann.“ Damit die Bürger das Angebot ausprobieren, gibts Schnäppchenpreise: „Zum Start investieren wir dafür quasi in Marktforschung“, sagt der Manager. „Wie eine wirtschaftliche Kalkulation im Regelbetrieb aussehen könnte, wollen wir bei dem Projekt lernen.“

Weltweit ist der Fahrdienst in gut 700 Städten aktiv. „Das Kirchheim-Projekt hat auch für Uber absoluten Modell-Charakter“, sagt Weigler. Der Test soll drei Monate laufen, neben Kirchheim und Poing nehmen auch die Gemeinden Aschheim, Pliening und Feldkirchen teil. Öffentliche Zuschüsse gebe es nicht, sagt ein Unternehmenssprecher.

Modellprojekte im Harz und im Bayerischen Wald zeigen, was die Krux mit den Land-Fahrdiensten sein kann. „Im Prinzip hat hier jeder sein Auto vor der Tür“, sagt Markus Linkenheil, im niederbayerischen Freyung für den Klimaschutz zuständig. Seit gut einem Jahr ist ein Kleinbus auf Abruf in der 7.000-Einwohner-Stadt unterwegs. Per App gibt der Kunde sein Ziel ein, der „Freyfahrt“-Bus holt ihn ab und fährt ihn, für 2,90 Euro, auch bis Ahornöd oder Hinterschmiding. „Wir haben etwa 40 Personen, die das regelmäßig buchen“, sagt Linkenheil. Kein Geschäft: Ohne Förderung läge das „Defizit im Bereich von 10.000 Euro pro Monat“.

Pooling als Geschäftsmodell

Im Gegensatz zum Uber-Auto sammelt der „Freyfahrt“-Bus unterwegs gelegentlich weitere Fahrgäste mit gleicher Zielrichtung ein – Pooling heißt das. Pooling senkt die Betriebskosten, kann aber neue Probleme schaffen, wie Michael Patscheke, Nahverkehrsexperte am Max-Planck-Institut für Dynamik in Göttingen, erklärt. Der On-Demand-„Ecobus“ im Harz hat Fahrgäste wegen der Umwege auch mal zu spät zum Bahnhof gebracht. Oder 45 Minuten zu früh.

Anders als Uber oder der „Freyfahrt“-Bus sei der „Ecobus“ als Bestandteil des ÖPNV-Netzes angelegt worden, „für die letzte Meile“ zur Haustür oder umgekehrt von der Haustür zur Haltestation. Mit Pooling den Bus oder Zug zu erreichen „just in time, das ist die große Kunst“, sagt Patscheke. „Und das haben wir jetzt in Leipzig erstmals am Start.“

In Leipzig arbeiten die Max-Planck-Forscher mit den Verkehrsbetrieben (LVB) zusammen. Im Norden der sächsischen Großstadt, wo der Stadtbus nur im Stundentakt fährt, bringen „Flexa“-Kleinbusse die Kunden seit Oktober auf Abruf zur gerade günstigsten Bus-,Tram- oder Bahn-Haltestelle, je nach Fahrplan. Das LVB-Ticket reicht.

Kann man damit auch Geld verdienen? „Nein“, sagt Patscheke. „Dass das ein profitables Geschäftsmodell wird, würde ich ausschließen. Schon gar nicht auf dem platten Land.“ Zumal Pooling bis heute verboten und nur mit Sondergenehmigung möglich ist.

Allerdings erwägt die Bundesregierung gerade, das Gesetz zu ändern. Und wenn Autos in 15 Jahren fahrerlos unterwegs sind, schaut eh alles ganz anders aus: „Dann kann man damit reich werden“, sagt der Max-Planck-Experte. Uber plant bereits weitere Tests auf dem Land. dpa

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Ein Kommentar
Michael
Michael

Ich wünsche Uber dass das Experiment Erfolg hat. Die Gegend ist zwar am MVV angeschlossen, aber je nach dem wo man ist ist man dort ziemlich abgehängt. Wenn dann die SBahn nicht fährt und der Schienenersatzverkehr nicht funktioniert, was beides häufig vorkommt, ist man aufgeschmissen.
Alternativ bleibt nur das Taxi, dessen Preise in München sind auch sagenhaft. Ein bisschen Konkurrenz und Auflockerung von Quasimonopolen ist daher nur zu begrüßen.

Und innerhalb der Stadt könnte ich mir auch einen weiteren Linienverkehr in Konkurrenz zu MVV/MVG sehr gut vorstellen.

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