Digitale Gesellschaft

Investigatives Online-Medium „The Intercept“ startet mit beunruhigendem Dirty-Wars-Artikel

Eine Kampfdrohne. (Foto: © Terraxplorer – iStockphoto.com)

Der eBay-Gründer Pierre Omidyar und der Top-Journalist Glenn Greenwald haben das Investigativ-Portal „The Intercept“ gestartet und berichten über Daten für Drohnenangriffe und wie sie ungeprüft für Attentate eingesetzt werden.

Genau hingeschaut: „The Intercept“ wird von angesehenen Enthüllungsjournalisten geleitet

Seit heute ist „The Intercept“ online. (Screenshot: The Intercept)

Seit heute ist „The Intercept“ online. (Screenshot: The Intercept)

Der eBay-Mitgründer Pierre Omidyar hat schon vor einiger Zeit angekündigt, das Medienunternehmen „First Look Media“ gründen zu wollen. Heute nun hat der Internet-Milliardär mit dem NSA-Reporter Glenn Greenwald das erste investigative Online-Magazin „The Intercept“ gestartet. Aufmacher der Plattform: eine beunruhigende Geschichte zum Einsatz von Drohnen durch NSA und CIA, die auf Basis von Metadaten und Handy-Ortungen gezielte Tötungseinsätze fliegen – ohne dass die Zielpersonen von Agenten im Einsatzgebiet verifiziert werden. Der Bericht stützt sich auf Informationen von Beteiligten aus den Reihen der Geheimdienste und Unterlagen von Edward Snowden.

Das erste investigative Online-Magazin von First Look wird von den beiden Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald und Jeremy Scahill sowie der Filmemacherin Laura Poitras geleitet. „The Intercept“ wird sich vor allem mit den gestohlenen NSA-Dokumenten des Whistleblowers Snowden auseinandersetzen. Der Fundus an bisher nicht veröffentlichten Informationen ist den Aussagen der Verantwortlichen nach noch lange nicht ausgeschöpft.

The Intercept: 500 Millionen Dollar Startkapital

The Intercept: Die Investigativ-Plattform wird unter anderem von dem NSA-Journalisten Glenn Greenwald geführt. (Bild: Flickr-Gage Skidmore / CC BY-SA 2.0

The Intercept: Die Investigativ-Plattform wird unter anderem vom NSA-Journalisten Glenn Greenwald geführt. (Foto: Flickr-Gage Skidmore / CC BY-SA 2.0

Mit Jeremy Scahill ist zudem eine überaus kluge Personalentscheidung getroffen worden. Der Investigativ-Journalist hat 2013 die aufrüttelnde Dokumentation „Dirty Wars“ veröffentlicht, die sich mit den skandalösen Praktiken der US-Drohneneinsätze im Rahmen des Anti-Terror-Kriegs beschäftigt. Der Film hat auf dem Sundance-Filmfestival im vergangenen Jahr den Cinematography Award für die beste US-amerikanische Dokumentation erhalten.

The Intercept wird sich mit den gestohlenen NSA-Dokumenten von Snowden auseinandersetzen.

Das Mutterunternehmen First Look Media unterhält Büros in New York, San Francisco und Washington. Pierre Omidyar hat als Gründungssumme 500 Millionen US-Dollar bereitgestellt. In einem Blogbeitrag hat First Look angekündigt, dass weitere Top-Journalisten zu dem Unternehmen stoßen werden – unter anderem die Journalistin Marcy Wheeler, eine angesehene Expertin für Programme zur Terrorbekämpfung, die unter Empty Wheel bloggt. Dazu kommt der freie Journalist Ryan Gallagher, der in der Vergangenheit vor allem mit Arbeiten über die Zusammenarbeit von IT-Firmen und Unterdrückungsstaaten Aufmerksamkeit erregt hat. Zudem werden Peter Mass und Andy Carvin das Team vervollständigen. Mass ist als Kriegsreporter mit Berichten aus Bosnien bekannt geworden, Carvin hat die Arabischen Revolutionen als Berichterstatter begleitet. https://vimeo.com/85162918

via www.theverge.com

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3 Kommentare
Christian
Christian

500 000 000 US-Dollar? Frage mich immer woher diese Geldmengen herkommen und warum damit nicht andere Dinge erledigt werden. Ist ein weiteres Online-Magazin soviel Geld wert?

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weltverbesserer
weltverbesserer

Mr. eBay will jetzt also mit Mitteln der investigativen Recherche die Welt besser machen? Super Sache, vor allem, wenn er zum Start gleich mal Strukturen, “Philosophie“ und Verflechtungen seines www-Marktplatzes beleuchten würde…auch da herrscht “Krieg“ – mit anderen Mitteln. Jede Erfolgsgeschichte beginnt mit einem Verbrechen…

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