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Tiktok: Rechenzentrum in Irland soll Daten europäischer Nutzer besser schützen

Das chinesische Netzwerk Tiktok will ein Rechenzentrum in Irland eröffnen. Doch Datenschutzexperten dürften damit noch nicht vollends zufriedengestellt sein.

3 Min.
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Tiktok will in Irland ein Rechenzentrum für die europäischen Nutzer errichten. (Foto: Shutterstock)

Tiktok baut um: Das soziale Netzwerk mit den chinesischen Wurzeln bemüht sich im Moment besonders, das Vertrauen westlicher Nutzer sicherzustellen. Jetzt hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass man ein neues Rechenzentrum in Irland – das erste in Europa – bauen wolle. „Die Ankündigung folgt einem Ablauf, der bereits im vergangenen Jahr begonnen hat“, betont das Unternehmen, um den Schritt nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen in den USA erscheinen zu lassen.

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Die Investition in Irland in Höhe von rund 420 Millionen Euro soll eine Schlüsselrolle beim Datenschutz für die europäischen Nutzerdaten spielen. Wirklich überraschend kommt das Rechenzentrum, das Anfang 2022 eröffnet werden soll, allerdings in der Tat nicht. Denn das Netzwerk, das bereits heute über 800 Millionen Nutzer weltweit verfügen soll, hat mittlerweile auch in Westeuropa einen solchen Stellenwert erlangt, dass ein Rechenzentrum vor Ort zu erwarten war. Insofern geht’s wohl nicht zuletzt auch um „schnellere Ladezeiten, die unserer Tiktok-Community ein noch besseres App-Erlebnis ermöglichen werden“, wie die Pressemitteilung betont. „Irland spielt bereits eine wichtige Rolle für unser Wachstum in Europa. Seitdem wir Anfang 2020 unsere Präsenz in Irland mit unserem Trust and Safety Hub in Dublin aufgebaut haben, ist auch unser Team in Irland gewachsen“, erklärt Roland Cloutier, Sicherheitschef von Tiktok.

Tiktok Irland soll gemeinsam mit Tiktok UK für die Verwaltung und den Datenschutz der europäischen Nutzer (im gesamten europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz) verantwortlich sein. In der Tat könnte Europa zudem eine entscheidende Rolle für den Hauptsitz des Unternehmens spielen: Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass Vertreter des Konzerns mit der britischen Regierung darüber verhandelt hatten, den Hauptsitz nach London zu verlegen. Die Verhandlungen, die wohl bereits nach Vollzug des Brexits stattgefunden haben sollen, wurden aber aufgrund der wirtschaftlichen Auseinandersetzungen in einem Handelskrieg zwischen Großbritannien und China beendet.

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Datenschutz: Wie unabhängig kann Tiktok sein?

Tiktok hätte sich damit zumindest vordergründig und teilweise der Kritik in Sachen Datenschutz entledigen können. Das Unternehmen Bytedance, das hinter Tiktok steht, wird nämlich regelmäßig verdächtigt, mit der chinesischen Regierung zusammenzuarbeiten. Das ist schließlich auch der Grund für die geplanten Umbaumaßnahmen in den USA, in deren Verlauf sich Bytedance zu Gunsten von Microsoft zurückziehen könnte.

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Inwieweit chinesische Behörden auf die europäischen Daten des Netzwerks Einfluss nehmen können, bleibt weiterhin offen. Während Kritiker befürchten, dass sich die chinesische Regierung Zugriff auf sensible Daten verschaffen könnte, und Datenschützer auf Tiktoks Nutzungsbedingungen verweisen, die es dem Unternehmen erlauben, Nutzerdaten mit Bytedance zu teilen, erklärt das Unternehmen in seinem Transparenzbericht, man habe keine Anfragen nach Nutzerdaten seitens chinesischer Behörden erhalten. Letzten Endes bleibt es also bei Spekulationen, solange konkrete Anhaltspunkte fehlen – und sowohl Tiktok als auch die chinesische Regierung werden alles dafür tun, dass das so bleibt. Derartige Verdachtsmomente gab es aber ehrlicherweise nicht nur gegen die chinesische Regierung, sondern auch schon gegen Behörden aus den USA oder anderen Staaten außerhalb der Europäischen Union.

Besonders heikel ist aber der Umstand, dass es sich bei Tiktok um eine vornehmlich junge, teilweise noch minderjährige Zielgruppe handelt: Rund 10,7 Millionen monatliche aktive Nutzer sollen es auf eine durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer von mehr als 60 Minuten bringen, wobei der Nutzer die App im Schmitt zwölfmal öffnet. Die Nutzer sind immer noch vornehmlich jung, auch wenn Tiktok betont, dass man sich zunehmend dem Altersschnitt der deutschen Bevölkerung annähere. 24 Prozent sollen zwischen 13 und 17 Jahren sein, 43 Prozent zwischen 18 und 24 Jahren, immerhin 22 Prozent aber bereits zwischen 25 und 34 Jahren.

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Kommentare (1)

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tiktok

Na dann bin ich ja mal gespannt ob das klappt mit dem Datenschutz.

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