Kommentar

Tiktok, tiktok, die Uhr ist abgelaufen. Löscht den Mist.

Die App TikTok. (Foto: dpa)

China hin oder her: Seit bekannt wurde, dass Tiktok eine Obergrenze für Inhalte behinderter Menschen hat, ist klar, dass die Plattform durch und durch menschenfeindlich ist. Sie darf nicht durch den Zustrom immer neuer User zum Standard für Social Media werden.

Zunächst ließ Tiktok mich äußerst ambivalent zurück. Die tanzenden Teenies, die wie zu Musical.ly-Zeiten ein paar Sekunden lang irgendwelche Songs mitsangen, sind dort längst nur noch ein Genre unter vielen. Die vielen gut gelaunten Statements machen Spaß, genauso Kurzbotschaften von Stars wie Arnold Schwarzenegger, die nachgespielten Filmszenen und sogar die Clips der Tagesschau, die mit ihrem Fremdscham-Faktor hoch amüsant sind. Die vielen Digital- und Zaubertricks und die Wettkämpfe der Tiktok-Userïnnen sich bei all dem gegenseitig nachzuahmen, sind Meme-Kultur in Reinform. Es ist schwer, sich dem nie endenden Strom von Kurzvideos zu entziehen.

Das alles wäre ganz großartig, wenn es da nicht allerlei Kritik geben würde. So lautet ein Vorwurf, Tiktok stamme aus China und durch die Nutzung der App würde indirekt das dortige autoritäre Regime unterstützt und indirekt autoritäre Werte in der Welt verbreitet. Für die einen ist es Grund genug, die Finger von Tiktok zu lassen, während andere das für Vorurteile halten, für die in einer globalisierten Welt kein Platz mehr sein sollte. Nach einer Recherche von Netzpolitik.org, an der ein Insider vom Tiktok-Anbieter Bytedance beteiligt war, scheint sicher: Tiktok zensiert die Plattform nach ökonomischen Zielen und staatlichen Vorgaben. Etwa die Proteste in Hongkong oder Kritik an der Unterdrückung der Uiguren findet auf Tiktok kaum statt.

Mehrstufiges Shadow-Ban-System

Dabei benutzt Tiktok ein subtiles System der Inhalte-Steuerung. Unliebsame Inhalte werden nur selten gelöscht, stattdessen gibt es ein mehrstufiges System dessen, was auf anderen Plattformen „Shadow Ban“ genannt wird. Tiktok-Nutzerïnnen laden Videos hoch, können diese auch selbst sehen, aber sie tauchen nicht in den Feeds anderer Leute auf. Moderiert wird dabei tagsüber aus Deutschland, während laut Netzpolitik.org nachts durchaus Peking selber über die Inhalte entscheiden soll.

Immer, wenn ein Post eine bestimmte Zahl von Views erreicht, greifen Moderatorïnnen ein. Sie entscheiden zumeist in Bruchteilen von Minuten darüber, wie ein Post eingestuft wird. Ein Inhalt kann prominent von der Plattform gefeatured werden oder eine Stufe niedriger im algorithmisch kuratierten „Für dich“-Feed vieler Nutzerïnnen auftauchen. In den Stufen darunter wird er nur noch den eigenen Followerïnnen angezeigt oder nur einem selbst. Nur in ganz harten Fällen werden sie ganz gelöscht. Außerdem werden bestimmte Inhalte in bestimmten Regionen unterdrückt, so gibt es keine LGBTQ*-Inhalte in islamischen Ländern.

Das perfide ist, dass die Moderation vordergründig zu einer angenehmen User-Experience führt. Wo auf anderen Plattformen nach wenigen Klicks die ersten Hatespeech-Inhalte auftauchen, scheint bei Tiktok die Welt noch in Ordnung, spaßig und unterhaltsam zu sein. Allerdings funktioniert diese Art der Moderation nur begrenzt. So tauchten bei mir innerhalb eines Tages mehrere Mukbang-Videos auf, in denen zumeist junge Asiatïnnen sich darin überbieten möglichst ekelhafte Meeresfrüchte zu essen. Offenbar wird das nicht nur mir gezeigt: Wenig später folgte ein Video, in dem ein Eiterpickel ausgedrückt wird, darunter ein Kommentar: „Gleich kommt eine Asiatin und isst das auf.“ Einerseits: Möchte man das? Andererseits: Ist Youtube besser?

Behinderte im digitalen Keller versteckt

Für mich ist mit Tiktok endgültig Schluss, seit sich herausstellte, dass die Plattform eine Obergrenze für den Content behinderter Menschen hat. Menschen mit offensichtlichen Behinderungen, dicke Menschen und queere Menschen landen auf einer Liste „besonderer Nutzerïnnen“. Kriterien zum Aussortieren der Inhalte sind unter anderem „Autismus“, „entstelltes Gesicht“ oder „Down Syndrom“ aber auch zur Schau gestelltes Übergewicht und offensichtliche Queerness wie etwa Regenbogenfahnen. Diese Inhalte werden nur sporadisch und gering dosiert angezeigt. Die Plattform signalisiert, was sie für weg zu sortierenden Abschaum hält.

Tiktok begründet das damit, dass solche Inhalte Mobbing triggern würden und diese „besonderen Nutzerïnnen“ auf diese Weise vor Hatespeech geschützt wären. Was für eine verquere Logik, denn diese Gruppen benutzen die Plattformen im Internet, um sichtbar zu werden, um ihre Normalität und Menschlichkeit zu zeigen. Hate-Kommentare nehmen sie dabei durchaus in Kauf, schließlich können sie damit zeigen, wie sehr sie noch immer gesellschaftlich diskriminiert werden und wie berechtigt ihre Anliegen sind.

In dunklen Zeiten wurden behinderte Menschen schamvoll von ihren Familien versteckt. Noch heute verbannt die Gesellschaft sie in versteckte Pflegeeinrichtungen und Werkstätten am Stadtrand. Und nun werden sie auch in der schönen neuen Tiktok-Welt aussortiert und unsichtbar gemacht. Da bleibt als Fazit nur: Tiktok ist menschenfeindlicher Dreck. Löscht eure Accounts, werft die App von euren Telefonen und erklärt euren Kindern, was Tiktok macht.

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23 Kommentare
Tweetbotuser

Ich habe Tiktok offenbar zum Glück nie probiert, da ich so etwas schon ahnte (ich wusste damals, Hersteller & Betreiber ist eine chinesische Firma & auch aus Gründen der Privatsphäre, wozu Snowden mich in der Entscheidung bestärkte, vermutete ich auch, dass dort & App selbst auf dem Gerät zu viel spioniert). Dieser Leak zeigt wiederum ganz klar, dass die App sogar noch schlimmer ist als die App Jodel. Die App Jodel war von einem ehemaligen Aachener Studenten, der nach USA ging und versuchte mit dem (A)Sozialnetzwerk Twinkle erfolgreich zu werden. In anderer Farbe (er ist nach dem Misserfolg wieder in DE und wurde nur in DE beworben) gibt es nun Jodel statt Twinkle. Das Besondere ist, dass je nach Aktivität der einzelnen Person diese Person dann zu einem ehrenamtlichen Pseudomoderator (also kein echter Moderator wie aus Foren bekannt) erhoben werden kann, wo es insgeheim mehrere Stufen gibt. Dies erleichtert die Arbeit und oberflächlich das (A)Sozialnetzwerk vor allem Tags sauber aus. Dort zensieren die Betreiber zwar nicht wie die angestellten Moderatoren bei Tiktok. Die ehrenamtlichen Moderatoren sind aber nicht ausgebildet und zensieren selbst Dinge, das unsinnig ist. Allerdings zensieren sie oft rassistische Bemerkungen oder vermeintliche Witze nicht. Sie betreiben auch Cybermobbing, indem vornehmlich Gruppen an ungefähr 5 Leuten zusammenkommen und dann nach deren rassistischer oder diskriminierender Ansicht Leute downvoten. Ab 5 Downvotes verschwindet der Beitrag global. Es reicht durchaus 4, weil einige eine Genugtuung haben, wenn sie mit einem Downvote dem Beitrag den Todesstoß geben können. Tagsüber gibt es wenig Rassistisches, aber es werden nur oberflächliche Witze upgevotet. Sobald eine Bemerkung kritischer oder langweiliger ist, bekommt dieser oft schnell 1 Downvote. Danach geht es schnell zu -5. Rassismus, die als Witze getarnt werden, überleben oft und werden durchaus hochgevotet. Also auch dieses (a)soziale Netzwerk hat auch mit hauptsächlich ehrenamtlichen Pseudomoderatoren, die vor allem in DE sind, auch das Problem, dass es ein ziemlich menschenfeindlicher Dreck ist.

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anonym
anonym

Ich bin verwirrt, dass in einem Beitrag der t3n plötzlich alles mit doppeltem i-Punkt gegendert wird. Das reduziert die Lesequalität enorm. Zudem ist das vermeiden des generischen Maskulinums widerum eine Diskriminierung von Männern und eine positive Diskriminierung aller anderen, was das ganze ad absurdum führt. Ich würde mich freuen, wenn die t3n sich mehr für den Lesefluss ihrer Texte als vermeintlich politisch korrektes Schreiben interessieren würde.

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Tweetbotuser

Dieses Wort „politisch korrekt“ ist eine absichtliche Diskriminierung der Schreiber, die moralisch und menschlich korrekt schreiben. Sonst ist das eine Ausrede dafür, andere diskriminieren oder rassistisch zu beleidigen und dabei keine Kritik erwartet.

Das dies ungwohnt ist beim Lesen, das kann gut sein, aber jeder Mensch ist in der Regel lernfähig (sogar Diskriminierer, Rassisten, Faschisten, Nazis … nur versuchen sie auf das andere zu beharren, wenn es ihrer beschränkten Weltsicht stört).

Übrigens ist der Nick „anonym“ peinlich. Wenn es einen guten Grund gibt, kann man dich anzeigen. Dann kann das Gericht t3n kontaktieren und die müssen die E-Mail und IP-Adresse herausgeben. Mag sein, dass E-Mail-Adresse nur eine Wegwerfadresse ist (bestätigen muss man per E-Mail!), aber auch Wegwerfadressen-Betreiber müssen dann die IP Herausgeben. Vom Internetbetreiber (findet man ift leicht heraus, weil diese IP-Adressen zu r Zeit der Verwendung oft einen Hostnamen haben) kann man die Adresse erhalten. Wenn es ein Familienhaushalt ist, ist es nur etwas schwieriger die korrekte Person zu identifizieren. Klar, man kann auch versuchen die IP zu verschleiern, aber es gibt viele Möglichkeiten für Fehler vom „Anonymen“, wodurch er evtl. auch leicht zu identifizieren ist. Aber Verschleierung der IP wird oft als zu mühevoll angesehen und IP erhält man auch vom E-Mail-Betreiber (egal ob Wegwerf oder nicht).

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Hendrik S.
Hendrik S.

Wenn jemand denkt oder glaubt, dass Wörter geschlechtsneutral geschrieben werden müssen und stattdessen der Meinung ist, diesen Schwachsinn wie „Schüler*innen“, was rechtschreibtechnisch absoluter Klamauk ist, für ‚moralisch richtig‘ hält, der hat ernsthafte persönliche Probleme, denen er sich ganz schnell annehmen sollte, bevor er/sie völlig verrückt wird.

Ich musste mich für den Autor fast fremdschämen, als ich das „Wort“ ‚Follower*innen‘ gelesen habe. Ernsthaft? Ein englisches Wort zu gendern? Die Englischkenntnisse des Autoren sind allein damit offenbart, dass er offensichtlich nicht einmal weiß, dass die englische Sprache komplett geschlechtsneutral ist. Die Gesellschaft verblödet immer mehr und dieser Artikel ist wieder, mit Verlaub an der Rechtschreibung gemessen (natürlich nicht inhaltlich) Beweis genug dafür.

Tweetbotuser

@“Hendrik S.“: *plonk*

David
David

Ein wirklich guter Artikel – Und großes Lob für den tollen Content der über eure Webseite in den letzten Monaten ausgespielt wird!

Zum Gendern: Hier ein Auzug aus einem tollen Artikel zu dem Thema:
„Und dann kommt der Witz am Schluss: Klassisches Gendern, ob mit Binnen-I oder mit Trema, ist von gestern.
Denn inzwischen ist das Dritte Geschlecht (bzw. sind all die Menschen, die sich weder als feminin oder maskulin sehen) im Einwohnerregister angekommen.
Was ist mit denen? Sind die bei den diversen männlich-wie-weiblich-Formen des Genderns „selbstverständlich mitgemeint“, wie einst die Frauen?
Ich hoffe doch, dass wir da weiter sind.
Wir brauchen also den nächsten Schritt, nämlich eine Spracherweiterung, die wirklich geschlechtsneutral ist. Wie Profx Lann Hornscheidt es vorgeschlagen hat zum Beispiel.
Daher halte ich es für müßig, sich jetzt über 2/3-Lösungen des Problems der geschlechtsneutralen Sprache Gedanken zu machen und noch was neues einzuführen, nur, weil man sich weiter vorne vorkommt als man es tatsächlich ist.“

Quelle:
https://volkerkoenig.de/2019/05/02/trema-baby-trema/

Lasst es einfach sein, solange es keine richtige Lösung dafür gibt. Für jemanden der diesen Artikel per Sprache genießt, ist es wirklich sehr störend. Und zum lesen ist es das auch.

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Tweetbotuser

Mit diesem ï werden Mann und Frau angesprochen. Dass die Wörter nun eher für Frau stehen, sollte verständlich sein, da früher eher Frauen diskriminiert wurden. Und das sage ich als Mann. Mit dem ï werden Diverse nicht diskriminiert. Es ist ja kein drittes Geschlecht, auch wenn es technisch als solche behandelt wird, sondern es ist ein Neutrum, mathematisch gesprochen. Mit dem ï Wir der als sich Frau oder als Mann empfindende Diverse angesprochen. Es wird also nicht diskriminiert.

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David
David

Ich habe das Gefühl du hast dir den von mir verlinkten Artikel gar nicht durchgelesen …. Schade.

„Es ist ja kein drittes Geschlecht, auch wenn es technisch als solche behandelt wird, sondern es ist ein Neutrum, mathematisch gesprochen. “

Hier eine kurze Info zum dritten Geschlecht:

https://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Geschlecht

Tweetbotuser

@“David“: Danke für den Hinweis (Wikipedialink zum dritten Geschlecht). Die verlinkte Seite zum Trema hatte ich wie sie vermutet haben mir leider nicht angeschaut (nur kurz einen groben Überblick verschafft), wobei erst die Seite zum dritten Geschlecht erst erhellend war, dass sich Diverse nicht zu einem Geschlecht zugehörig fühlen, obwohl biologisch noch kein Zwitter bei den Menschen existiert. Problematisch ist, dass die Geschlechter eigentlich eine biologische Unterscheidung gewesen sind und gegen die Natur kann man nichts machen. Nur die Geschlechterrollen, die gerade früher viele den Geschlechtern auferlegt hatten, waren künstlich und nicht unbedingt sinnvoll. Das wird leider oft natürlich miteinander vermischt. Das ï bezieht sich für mich auf das Biologische (auf beide Geschlechter) und somit auch auf Diverse biologisch.

Dieses ï ist nicht weltbewegend und eigentlich intuitiv verständlich, meiner Meinung nach. Und wie auf der Seite erwähnt, ist es nicht so schwer das Trema selbst unter dem komplizierten Windows zu schreiben. Oft ist es auch eine Ausrede von Engstirnigen, dass Ältere nichts mehr lernen können. Gerade im hohen Alter hat man sich mehr Wissen angeeignet und somit ist es dann auch leichter neues Wissen sich anzueignen. Dies bestätigen auch diverse Studien, dass im hohen Alter das Denken nicht „verkalkt“. Dass in Windows bei deutscher Tastatur das Schreiben des Tremas nicht gerade einfach ist, ist nur softwarebedingt. Die Systeme schrecklicherweise bis Windows XP nutzten früher ISO-8559-1(5) als Zeichensatz, wohingegen macOS, Linux und andere POSIX-Systeme längst UTF-8 verwendeten. Aber seit Windows Vista ist auch dort UTF-8 nun üblich (außer bei uralten Programmen, aber das ist inzwischen höchst selten und oft in Bereichen, wo ein Trema nahezu nutzlos wäre). Somit ist keine interne Strukturänderung von Windows nötig, sondern kann per Software leicht von Microsoft implementiert werden.

Der Vorschlag von Lann „ex“ zu verwenden, ist auch keine perfekte Lösung. Denn „ex“ als angebliche Neutralisierung von Wörtern hat noch immer eine zu starke phonetische Abhängigkeit zum maskulinen „er“. Zudem hat „ex“ schon aus dem Lateinischen eine andere Bedeutung, was zu Verwirrungen in den Texten führen kann (siehe „Expartner, Exehefrau/-mann, Exmitarbeiter …).

Ich präzisiere also: Diverse ist biologisch kein drittes Geschlecht, weshalb mit diesem ï auch Diverse angesprochen sein sollten. Aber dass gesellschaftlich ein neutrales Geschlecht existieren soll, ist eine gute Weiterentwicklung in der Sprache, da das biologische Geschlecht bei vielem keine Rolle spielt und die biologischen Geschlechter gerade früher irgendwelchen gesellschaftlichen Rollen aufgedrängt wurden. Schwierig ist, dass man diverse Sprachen nicht so einfach neutral werden lassen kann und selbst bei Sprachen ohne Genus weiterhin das gesellschaftliche Problem existiert, dass man bei gewissen Begriffen eine männliche oder weibliche Person impliziert. Z.B. beim englischen „doctors“ wird gesellschaftlich leider häufig impliziert, dass diese männlich seien, obwohl in einigen Bereichen genau das Gegenteil ist. Und dieses ï ist lediglich gewöhnungsbedürftig, aber wie gesagt, man gewöhnt sich daran oft schneller, als man denkt (dafür gibt es viele Beispiele in der Gesellschaft von Dingen, die komplett anders sind, aber an die man oft nicht mehr denkt).

Wundibar
Wundibar

Nur eine kleine Anmerkung zu dem vermeintlich „behindertenfreundlich“ gestalteten Artikel.
So wie schon in etlichen Artikeln beschrieben, heißt es immer wieder Mensch-zuerst.
Es ist kein behinderter Mensch, sondern ein Mensch mit Behinderung. Ich fände es toll, wenn nicht nur der Content auf die Situation aufmerksam macht, sondern die Menschen dahinter sich auch mit dem Thema beschäftigen.
Sonst ein toller Artikel. Finde es gut, dass Ihr versucht darauf aufmerksam zu machen was in diesem Netzwerk schief läuft.

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Tweetbotuser

Warum sollte man nicht „behinderte Menschen“ sagen dürfen? Wer schwerbehindert ist, kann einen Ausweis beantragen um als Schwerbehinderter gelten zu können (wobei es nur bei hohen Graden der Schwerbehinderung erst dann genügend Erleichterungen erhält, aber das nur nebenbei). Diejenigen bezeichnen sich selbst als schwerbehindert. Nur walten sie noch etwas mit Vorsicht, weil viele in der Gesellschaft dumm sind und denken, Behinderung habe irgendetwas mit dem Geist zu tun. Nehmen wir als Beispiel den Extremfall Steven Hawking. Gilt der Physiker als geistig behindert? Dies würden nur Dumme bejahen, nur weil er ein schwerst behinderter Mensch war (RIP).

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Enno Park

Als Autor dieses Artikels möchte ich kurz einschieben, dass ich selber einen Schwerbehinderten-Ausweis habe. Über die korrekte Sprachregelung gibt es viele verschiedene Ansichten. Dieser Artikel hier ist eventuell hilfreich. https://editionf.com/reclaim-behinderung-warum-es-voellig-okay-ist-behindert-zu-sagen/

Tweetbotuser

Hallo Herr Park,
willkommen im „Club“. ;)
Ich bin auch ein Besitzer eines Schwerbehindertenausweises. Bei mir ist ausgestrichen, dass ich keine zusätzliche menschliche Hilfe brauche. Und der Ausweis hat natürlich kein Merkzeichen für eine geistige Behinderung. Leider gibt es noch immer einige Leute (auch unter den „Erstis“ (Erstsemesterstudenten)), die eine Behinderung, die nur körperlich ist, mit einer geistigen Behinderung gleich setzen. Ich hoffe, dass mein Hinweis und dein Link helfen den Leuten einen besseren Einblick zu bekommen.

An alle: Das ist auch wie mit dem Wort Schwule. Schwul sein wurde vor allem in der Nazi-Zeit als diffamierend genutzt. Schwule haben es nun auch endlich durchgesetzt, dass schwul sein nicht als Schimpfwort gewertet wird (was es auch eigentlich nie war, aber Diskriminierende so umdeuteten), sondern dies vollkommen natürlich ist. Auch in der Tierwelt (sind ja auch nur Lebewesen wie wir Menschen) gibt es natürlich schwule Tiere. Dies scheint bzgl. behinderte Menschen in der Gesellschaft laut ein paar Kommentatoren anscheinend noch immer als Schimpfwort behandelt zu werden.

PS: Danke für den Link.

jsm
jsm

Ich finde die Kritik ist unglaubwürdig, einseitig und künstlich aufgeblasen.
Seit vielen Jahren greifen US-Apps unsere Daten ab:
Google, Whatsapp, Facebook, Apple und Co. werden dafür aber nicht kritisiert, denn die Daten gehen ja in die USA und die wird von der Presse grundsätzlich nicht kritisiert.
Geheimdienste spionieren die ganze Welt aus? Regierungen werden gestürzt? Menschen werden gefoltert und ermordet? Kriege werden illegal geführt? Regierungen werden erpresst und bedroht?
Alles kein Problem, solange es die USA machen. (unter Zuhilfenahme der geklauten Daten)

Aber wehe eine chinesische Firma hat mal Erfolg (Huawei, DJI, TikTok, etc.) dann ist das sofort „böse“ „menschenfeindlich“ und geht überhaupt nicht.

Das Google offen Männer diskriminiert und sie rausschmeißt wenn sie die Wahrheit sagen, das Apple seine Marke und seine prüden Ansichten auch mit (finanzieller) Gewalt durchsetzt und das Google unser Internet zensiert, das ist alles egal. Denn es sind ja US-Konzerne und die sind per Definition gut!

Wer jemanden kritisiert kann nur ernst genommen werden wenn er ÜBERALL das selbe Maß anlegt.

Dieses geheuchelte Pro-USA und Anti-China finde ich zum Kotzen. Aber was soll man tun, wenn der Mutterkonzern US-Verbunden ist und man seinen Job behalten will…und kein Rückrad hat.

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Tweetbotuser

So ein Unsinn!

Im teilweise asozialen Netzwerk Twitter wird dies genauso kritisiert. Da werden aber Behinderte, Queere u.s.w. nicht sofort blockiert, außer ein rassistisches, diskriminierendes oder sonstiges unwertes Grüppchen meldet diejenige Person und wird dann automatisch durch Algorithmen gesperrt (was viele Rechtsextreme/AfD’ler missbrauchen). Dies wird sehr wohl kritisiert. Bei Tiktok ist dies aber schlimmer, weil von vornherein bezahlte Moderatoren rassistisch, diskriminierend und schützend für politische (durchaus rassistsich, diskriminierend, antisemitisch, …) Meinungen autokratischer Staaten agieren müssen. Das ist ein sehr hoher Level an Asozialem gegenüber Twitter, was auch seine Fehler hat und dafür auch kritisiert wird.

Dies als „Pro-USA“ und „Anti-China“ zu diskreditieren, ist vollkommen schwachsinnig. Es klingt nun so, dass man Diskriminierungen, Rassismus, Antisemitismus u.s.w. gut heißt.

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boris
boris

Und wo ist die Kritik an Shadowbans von YouTube und Instagram?
Ach so, das sind ja die guten, weil USA und nicht China…

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Tweetbotuser

Dieser Artikel spricht über Tiktok, nicht Twitter! Warum sollte es Shadowbans anmerken, was in Tiktok nicht ist, sondern schlimmer?

Dass in Twitter die Shadowbans nicht eine perfekte Lösung ist, um Rassisten, Faschisten, Antisemiten, Diskriminierende u.s.w. ist, wurde schon oft angemerkt. Von denen laufen noch viele ohne Shadowban herum. Zudem sind manche fälschlich mit Shadowban belegt worden. Shadowban dämmt jedoch ein paar Rassisten, Diskriminierende, Faschisten, Antisemiten u.s.w. ein, die gerne ihren Unmut äußern und dies als „Meinungsfreiheit“ tarnen und aber dann plötzlich nicht dafür kritisiert werden wollen.

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Loxia
Loxia

Und ich vermisse die Kritik an den Supermärkten, dass schon seit Jahren keine langen Spaghettis mehr dort angeboten werden! Nur noch die kurzen, weil die Verbraucher offenbar zu blöd sind, die langen in den Topf zu kriegen oder einfach nur durchzubrechen.

Das muss unbedingt auch noch in den Artikel rein, damit der auch wirklich politisch/sozial ausgewogen ist. Und damit boris nix mehr zu meckern hat…

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Alex
Alex

Die Schreibweise mit dem zwei-Punkte-i ist grauenvoll! Lasst das. Schwer zu lesen…

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Struppi
Struppi

Die Plattform signalisiert, was sie für weg zu sortierenden Abschaum hält.

Verwendet die Firma tatsächlich diese Nazisprache?
Oder dient er dem deutschen Journalisten nur dazu, um die Chinesen möglichst schlimm darzustellen? Was kommt als nächstes?

Und um so einen Gedankenknoten entwickelt, um von einem Versuch Mobbing zu minimieren auf den Wunsch „Abschaum zu sortieren“ zu kommen, gehört eine ganze Menge von dem was ich als Hass bezeichnen würde.

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Tweetbotuser

Mobbing zu minimieren? Nein, Die fördern Mobbing, weil möglicherweise Gemobbte dann sich nicht unter den Rassisten, Diskriminierenden, Antisemiten, Nazis, u.s.w. sich dann nicht äußern dürfen. Das geht absolut gegen Meinungsfreiheit, weil die Äußerungen dann in der Regel nicht rassistisch, faschistisch, antisemitisch, diskriminierend oder ähnliches ist. Diese Leute, die faschistisch, diskriminierend, antisemitisch u.s.w. sind, sind der eigentliche Abschaum der Gesellschaft. Tiktok hat jedoch offizielle Regeln diesen Abschaum zu schützen und die Opfer nun als Abschaum zu behandeln. Auch wenn Tiktok diese Bezeichnung nicht exakt genauso verwendet, agieren sie jedoch demnach, weshalb es journalistisch korrekt ist denen dies zu unterstellen, da Tiktok dies praktisch tut und dies dem Leser deutlicher wird.

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Struppi
Struppi

Das mag alles deine Meinung sein, aber dies so wie du es formulierst öffentlich jemand zu unterstellen, dürfte einfach üble Nachrede sein und ist mit Sicherheit strafbar. Wenn sich die Firma die Mühe machen würde ihr mitzulesen.

Aber auch deine Gedankenknoten sind nicht nachvollziehbar. Du scheinst wenig Erfahrung mit Unterdrückung oder Mobbing zu haben, zumindest nicht als Opfer. Deine Wortwahl klingt so als es dir leicht fällt, andere möglichst unflätig zu betiteln ohne das du etwas genaues weißt. Man redet halt mit, wenn man irgendwo etwas aufschnappt. Ein leider sehr häufiges Verhaltensmuster mit dem sich ein Mob schnell aufwiegeln läßt. Du wärst sicher schnell ein Teil davon.

Antworten
Tweetbotuser

Evtl. sollte man „unterstellen“ nicht sagen, weil die Konnotation vermutlich wäre, dass man behauptet, jemand wäre so, obwohl d(er/ie)jenige nicht so ist. Dass die Firma Tiktok behinderte, queere, autistische und weitere als nicht gewöhnlich vorkommende Menschen, sondern als Abschaum behandelt, ist durch diesem Leak nahezu eindeutig bewiesen und keine üble Nachrede und somit auch nicht strafbar. Da dies gerichtlich noch nicht erwiesen ist wie bei Björn Höcke, der erwiesenermaßen ein Faschist ist, könnte die Firma Tiktok ihn natürlich anklagen. Aber da Tiktok das Gerichtsverfahren garantiert verlieren würde, wird sie das nicht versuchen, dies nicht für den Autor, sondern auch für die Firma zuerst Zeit und Geld kosten würde und dann nach dem verlorenen Verfahren Tiktok zumindest die entstandenen Gerichtskosten beim Autor bezahlen müssten.

Es ist idiotisch zu sagen, dies sei üble Nachrede, wenn es im Artikel genau darum geht, dass ein Leak dies aufzeigte. Aber offenbar haben sie den Artikel nicht gelesen (oder nicht verstanden). Dass nicht diplomatisch die üblen Machenschaften als solche bezeichnet werden, sollte klar sein, wenn man gelesen hat, dass dies ein Kommentar ist. Aber klar, wenn man den Artikel nicht gelesen (oder verstanden) hat, kann man dies nicht wissen.

Nun, der Rest sind schwachsinnige aus einem kranken Geist kommende Beleidigungen, weil sie auch keine Ahnung über mich haben. Ich war einer dieser typischen Mobbingopfer im Gymnasium, weil ich nicht versuchte mich obercool darzustellen, mich nicht in oft bescheuerte Gruppen begab, u.s.w.. Es muss ein kranker Geist sein, wenn man behauptet, mögliche Mobbingopfer schützt man angeblich, indem man sie aus der Gesellschaft ausschließt. Das ist eine reine Diskriminierung!

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