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Britische Behörden nehmen das soziale Netzwerk Tiktok unter die Lupe

Tiktok ist der Shootingstar aus China für junge Zielgruppen. Doch langfristig will man auch ältere Nutzer ansprechen. (Foto: BigTunaOnline/Shutterstock)

In Großbritannien nehmen Datenschützer das soziale Netzwerk Tiktok unter die Lupe. Neben der Frage, ob die DSGVO eingehalten wird, geht es dabei einmal mehr auch um Jugendschutzthemen.

Tiktok und seine Nutzer haben eine Vielzahl von rechtlichen Fußangeln zu bewältigen. Neben markenrechtlichen Themen bei User-Uploads, wie sie beispielsweise auch bei Youtube vorkommen, sind dies vor allem Themen, die den Jugendschutz betreffen. Laut einem im Februar 2019 geleakten Pitchdeck sind 60 Prozent der US-Tiktok-Anwender zwischen 16 und 24 Jahren alt. De facto hat man sogar den Eindruck, dass der Großteil der Nutzer eher noch jünger ist – auch wenn Tiktok über kurz oder lang auch versucht, die älteren Zielgruppen anzusprechen.

In verschiedenen Ländern (etwa in Indien und Indonesien) gab es bereits gerichtliche Auseinandersetzungen wegen pornografischer Inhalte oder Cyber-Mobbing von Jugendlichen bzw. Minderjährigen. Und auch die digitalen Geschenke, die Fans „ihren“ Influencern schicken können, treffen nicht überall auf Gegenliebe.

Warum Jugendschutz für Tiktok so wichtig ist

Jetzt hat das chinesische Netzwerk in Großbritannien ein neues Problem: Laut einem Zeitungsbericht untersucht die dortige Datenschutzbehörde bereits seit Februar, ob die hier üblichen Gepflogenheiten und Belohnungssysteme mit dem britischen Datenschutz in Bezug auf Kinder und Jugendliche in Einklang zu bringen sind. Insbesondere die Art und Ausprägung der Videos schaue man sich an – und das Kommunikationssystem. Besonders unzufrieden sind die Datenschützer offenbar mit der fehlenden Beschränkung der Messaging-Funktionen, die es auch Erwachsenen ermöglichen könnte, Kindern und Jugendlichen unpassende Nachrichten zu schreiben. Datenschützerin Elizabeth Denham erklärte, dass das Unternehmen möglicherweise gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoße, die „das Unternehmen verpflichtet, verschiedene geeignete Schutzmaßnahmen für Kinder anzubieten.“

Fragt man Tiktok dazu, ist der Fall natürlich klar: Man beachte alle geltenden Gesetze in den Ländern, in denen das Unternehmen präsent ist. Im Übrigen habe sich auch die Verurteilung im Februar in den USA auf Musical.ly bezogen und sei daher für Tiktok allenfalls ein Problem in Sachen Rechtsnachfolge. Konkret erklärt eine Unternehmenssprecherin: „Tiktok ist es wichtig, eine angenehme und positive Umgebung für alle unsere Nutzer zu schaffen. Wir befolgen örtliche Gesetze und Vorschriften und arbeiten mit den Behörden zusammen, um ihnen relevante Informationen zur Verfügung zu stellen.“

t3n meint: In der Tat tut der Bytedance-Konzern gut daran, die Jugendschutzthemen ernst zu nehmen. Denn abgesehen von den rechtlichen Notwendigkeiten hat das Unternehmen das Wohlwollen der Werbewirtschaft zu verlieren. Eine Marke, die sich mit ihren Produkten an Kinder und Jugendliche richtet, wird sich in Zukunft schwer damit tun, mit einem sozialen Netzwerk – und sei es noch so erfolgreich – zu kooperieren, das im Hinblick auf Datenschutzrichtlinien und Jugendschutzgesetze Schwächen aufweist. Tobias Weidemann

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