Ratgeber

Die richtige Webcam kaufen für Livestreaming und Videotelefonie

Wegen des Livestreaming-Booms kommen hochwertige Webcams wieder in Mode. (Foto: Logitech)

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Ist die Bildqualität eurer Laptop-Kamera ein Abturner oder wollt ihr vom PC aus livestreamen, braucht ihr eine externe Webcam. Aber worauf solltet ihr achten, wenn ihr eine Webcam kaufen wollt?

Webcams erleben eine neue Blütephase. Ursprünglich wurden sie Anfang der 2000er populär, als Menschen sich erstmals zu Videotelefonaten verabredeten. Doch weil inzwischen in praktisch allen Laptops, Smartphones, Tablets und All-in-One-Computern mindestens eine HD-Webcam eingebaut ist, kamen externe Aufnahmegeräte eine Zeit lang aus der Mode. Inzwischen gibt es wieder gute Gründe dafür, eine zu verwenden.

Welche Vorteile bietet eine externe HD-Webcam?

Eine gute Webcam kaufen zum Beispiel Livestreamer, die sich auf Twitch oder Youtube beim Spielen eines Videogames am PC zuschauen lassen. Bei Let’s-Play-Videos ist eine hohe Bildqualität mindestens in HD ebenso wichtig wie vernünftiger Sound, damit das Publikum nicht Reißaus nimmt. Außerdem können Let’s-Player sich selbst besser in Szene setzen, wenn sie eine externe Webcam kaufen. Diese lässt sich flexibler als eine eingebaute Webkamera positionieren, beispielsweise auch seitlich vom Monitor.

Für berufliche Videokonferenzen, in denen ganze Gruppen rund um den Besprechungstisch aufs Bild sollen, kommt die Webkamera im Laptop ebenfalls nicht infrage. Insbesondere Business-Nutzer sollten eine Webcam kaufen, die sich etwas weiter entfernt platzieren lässt, damit alle ins Bild passen. So lässt sie sich auch vom PC aus fernsteuern, ohne dass ihr Gefahr lauft, dabei ungalant als „Videobombe“ ins Bild zu pfuschen.

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Logitech Rally Camera Konferenzsituation

Bei Gruppenkonferenzen bringt eine Laptop-Kamera gar nichts. Spezielle Webcams fürs Videoconferencing sind geeigneter. (Foto: Logitech)

Wer an seinem Einzelarbeitsplatz statt eines Notebooks einen Desktop-PC verwendet, kommt seit jeher selten um eine Webcam herum. Sonst sehen eure Gegenüber bei Skype, Google Hangouts oder Bluejeans schwarz. Schließlich ist in nur wenigen externen Monitoren eine Webkamera integriert.

Eine Webcam anzuschaffen kann natürlich auch privat sinnvoll sein, wenn die unterirdische Bildqualität der Laptop-Kamera eurer neuen Flamme aus dem Dating-Portal in den Augen schmerzt. Vielfach ist die eingebauten HD-Webcam eine Pflichtbeigabe, an deren Qualität die Hersteller sparen.

Von welchen Marken könnt ihr noch eine Webcam kaufen?

Viele langjährige Webcam-Hersteller konzentrieren sich inzwischen lieber auf WLAN-Überwachungskameras fürs Smarthome. Trotzdem gibt es noch genügend Auswahl. Von den namhaften Playern beweist Logitech einen langen Atem und bringt regelmäßig Neues. Auch Microsoft gönnt Webcams noch ein Plätzchen in seinem Peripherie-Geschäft. Punktuell ergänzen Gaming-Marken wie Razer ihre Modellpalette um Livestreaming-Zubehör für Windows-PC. Ansonsten buhlt eine große Anzahl an Marken aus dem unteren Preisregal um die Gunst von Käuferinnen und Käufern. Eine günstige HD-Webcam ist vielleicht nicht gerade ein Knaller für die Business-Telefonie, reicht aber, um sich und Verwandte zu Weihnachten in Szene zu setzen.

Was kostet eine gute Webcam?

Was ihr für eine Webcam ausgeben solltet, hängt von euren Ansprüchen und dem beabsichtigten Einsatzzweck ab.

  • Schon für 20 bis 50 Euro könnt ihr bei No-Name-Herstellern eine vernünftige HD-Webcam für Windows-PC und Mac kaufen. Das reicht für gelegentliche private Einsätze. Eine perfekte Belichtung, Farbwiedergabe und Scharfstellung könnte ihr nicht erwarten.
  • Wer nicht unbedingt auf jeden Euro achten muss, sollte aber lieber zu höherpreisigen Geräten von Markenherstellern greifen. Schließlich wollt ihr mindestens im beruflichen Kontext einen guten Eindruck hinterlassen. Auch privat kann eine begrenzte Qualität nerven. Für sehr gute Webcams geht die Preisspanne bei 100 Euro los und endet bei 250 Euro noch lange nicht.
  • Insbesondere für Videokonferenzen im Business-Kontext kosten gute Systeme auch gerne um die 1.000 Euro oder mehr.

Von dem Kauf habt ihr lange was, denn so schnell drehen sich die Innovationszyklen nicht mehr. Die Produktkategorie scheint an sich ausentwickelt zu sein. Trotzdem solltet ihr nicht blindlings die erstbeste Webcam kaufen. Die Qualitätsunterschiede sind zum Teil beträchtlich.

Wo könnt ihr Webcams kaufen?

Wie viele andere Zubehörartikel haben Webcams noch einen festen Platz im Sortiment von Elektronikhändlern. Zeitweise waren sie im Jahr 2020 aber schwer zu bekommen. Es konnte ja niemand damit rechnen, dass die Nachfrage plötzlich durch die Decke geht. Teilweise kommen die Hersteller immer noch nicht hinterher. Platzhirsch Logitech weist Webbesucher im eigenen Online-Shop darauf hin, dass der Andrang immer noch groß ist. Man sei bemüht, die Bestellungen so schnell wie möglich auszuführen.

Bei den großen Versandhändlern hat sich die Lage aber offenkundig entspannt. Nicht nur Logitech-Modelle, sondern auch Artikel von anderen Herstellern stehen in genügender Anzahl zum Versand bereit. Außer bei Amazon könnt ihr beispielsweise auch bei Conrad, Galaxus, Mediamarkt, Otto und Saturn noch mit einer Lieferung vor Weihnachten rechnen, vorausgesetzt, ihr bestellt nicht erst am Heiligtag.

Was solltet ihr beim Webcam-Kauf beachten?

Monitor- oder Tischmontage

In der Regel sind Webcams dazu gedacht, sie an den PC-Monitor zu montieren. Eine entsprechende Klemmhalterung gehört zum Standard-Lieferumfang. Seltener dient diese auch gleichzeitig als Standfuß. Trifft das nicht zu, lässt sich eine Webcam nur mit Zubehör frei auf dem Tisch platzieren. Wenn euch das wichtig ist, solltet ihr eine Webcam kaufen, die sich mit einem Standardgewinde auf ein Stativ schrauben lässt. Bei hochwertigen Modellen, die sich an Creator richten, ist das meist der Fall.

Scharfes und flüssiges Bild in HD oder besser

Allenfalls für Gruppenkonferenzen, wo das Bild auf großen 4K-Fernsehern übertragen wird, lohnen sich Webkameras mit entsprechender 4K- oder UHD-Auflösung. Für die meisten anderen Kontexte reichen viel weniger Bildpunkte aus. Denn häufig können Smartphone-Displays und Computer-Monitore nicht mehr als Full-HD auflösen. Dann genügen für ein scharfes Bild 1.920 x 1.080 Pixel (1.080p). Viele günstige HD-Webcams übertragen sogar nur mit 1.280 x 720 Pixeln (720p). Aber selbst damit lässt sich ein berufliches oder privates Videotelefonat via Skype oder anderen Programmen in vernünftiger Bildqualität führen.

Webcam kaufen - Auflösungen im Vergleich

Eine höhere Auflösung ist immer besser – wenn der Gesprächspartner sie darstellen kann. Meistens reichen 1.080p für Videotelefonate und Livestreaming. Eine HD-Webcam mit 720p ist aber auch in Ordnung. (Foto: Logitech)

Damit ihr euch bei actionreichen Games und dynamischen Highscore-Jubeltänzen schlierenfrei zuschauen lassen könnt, sollte die Webkamera mindestens 30 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Noch flüssiger und realistischer wirkt das Geschehen mit einer doppelt so hohen Framerate, also 60 Bildern pro Sekunde.

Tut euch einen Gefallen und lasst die Finger von Webcams mit manuellem Fokus. Ein Autofokus sollte es schon sein. Denn schärft die Webkamera stattdessen automatisch nach, wenn ihr euch mal bewegt, dann müsst ihr euch bei eurer Aufnahme nicht leblos wie ein Steingötze verhalten.

Farben, Effekte und Aufnahmefunktionen

Für eine ansehnliche Bildqualität ist auch die Farbwiedergabe wichtig. Schließlich wollt ihr bei euren Skype-Gesprächspartnern oder eurem Twitch-Publikum weder leichenblass noch sonnenverbrannt rothäutig rüberkommen. Höherwertige Webkameras kommen oft von Haus besser mit Farben, Kontrast und Belichtung klar. Außerdem könnt ihr dort per mitgelieferter Software in Maßen den Bildeindruck nachjustieren.

Zusätzliche Effektfilter dürften euch bei beruflichen Videotelefonaten herzlich egal sein. Wiederum an Weihnachten sorgt es für entspannte Lacher, wenn ihr oder eure Verwandten euch lustig verfremden könnt. Und fürs Livestreaming am PC ist es praktisch, wenn ihr euch per Greenscreen-Option komfortabel ins Spielgeschehen hinein montieren könnt.

Damit sich die Aufnahmen reibungslos auf Twitch, Youtube oder woanders streamen lassen, solltet ihr zudem eine Webcam kaufen, die sich mit gängigen Anwendungen wie Open Broadcaster Software (OBS), Xsplit oder Streamlabs versteht. Für Business-Videotelefonate ist es natürlich wichtiger, dass die Webcams von Skype, Zoom, Bluejeans, Google Hangouts oder anderen einschlägigen Programmen für Videotelefonie richtig erkannt werden.

Alles drauf? Der richtige Blickwinkel

Die meisten Webkameras bilden das Geschehen mit einem Sichtfeld von ungefähr 70 bis 90 Grad ab. Das ist eine leicht weitwinklige Sicht auf die Dinge, die für einen Solo-Auftritt vor dem PC locker genügt. Sollen dagegen ganze Arbeitsteams oder gleich mehrere Verwandte aufs Bild, ist ein größeres Sichtfeld von Vorteil. Hochwertige Konferenzkameras decken in der Diagonale Sichtfelder von bis zu 120 Grad ab. Mithilfe motorisierter Schwenks können sie sogar noch weiter in jede Richtung blicken. KI-Software richtet die Webkamera zum Teil sogar automatisch auf den richtigen Gesprächspartner. So, wie ihr das jetzt schon bei der Tonerkennung von Skype kennt.

Logitech Meetup Wecam in Konferenzsituation

Praktisch beim Videoconferencing ist, wenn die Webcam sich verschwenken und zoomen lässt, damit einzelne Teilnehmer in größeren Gruppen nicht untergehen. (Foto: Logitech)

Mikrofon: Guter Sound ist das halbe Bild

Eine vernünftige Tonqualität trägt zu einem angenehmen Gesprächsklima bei Skype bei. Umgekehrt vermiest schlechter Sound den Livestream, weil das Publikum seine Ohren stark anstrengen muss. Klingt der Ton blechern oder dumpf, solltet ihr nicht zu sehr enttäuscht sein. Zu akkustischen Höchstleistungen ist das integrierte Mikrofon einer Webkamera nicht in der Lage. Soll der Klang im Livestream bei Twitch oder Youtube professionelle Ansprüche erfüllen, kommt ihr um den Kauf eines externen Mikrofons nicht herum.

Gute Webcams ab 30 Euro

Webcam kaufen leicht gemacht: Wir stellen euch fünf Modelle in unterschiedlichen Kategorien vor, sodass die Auswahl verschiedene Budgets und Einsatzzwecke abdeckt.

Hochkant und quer streamen mit Logitech Streamcam

Der Name ist Programm: Die Logitech Streamcam* richtet sich an Livestreamer. Gaming-Aufzeichnungen können sie in 1.080p bei butterweichen 60 Bildern pro Sekunde übertragen, nachdem sie die Kamera per USB-C-Kabel mit dem Computer verbunden haben.

Die mitgelieferte Software namens Logitech Capture für PC und Mac sorgt mithilfe künstlicher Intelligenz dafür, dass das Streamer-Gesicht immer korrekt, belichtet, per Autofokus geschärft und per digitalem Beschnitt in der Bildmitte zentriert ist. Bei einem weitwinkligen Sichtfeld von 78 Grad muss die Software aber nicht groß digital zoomen, um euch einzufangen. Außerdem stabilisiert die Software die Aufnahmen elektronisch, damit sie nicht verwackeln, falls ihr an den PC-Monitor oder Tisch stoßt.

Logitech StreamCam auf Stativ

Die Logitech Streamcam* lässt sich nicht nur auf ein Stativ montieren, sondern kann auch hochkant filmen. Das macht sie für Vertical Videos für Facebook und Instagram interessant. (Foto: Logitech)

Per Klemmhalterung lässt sich die Logitech Streamcam am Displayrahmen und per Schraubgewinde an einem Dreibein befestigen. Allerdings: Ein Stativ müsst ihr extra für die Webcam kaufen. Setzt ihr die Webkamera hochkant in die Halterung ein, könnt ihr Vertical Videos im 9:16-Format für Facebook oder Instagram in Szene setzen.

Unabhängig vom Seitenverhältnis, lässt sich der Ton mit den zwei integrierten Mikrofonen in Stereo oder Dual-Mono aufnehmen. Dank Schnittstellen zu Xsplit, Open Broadcaster Software und Streamlabs lassen sich die Ton- und Bildspuren problemlos an Livestreaming-Portale durchreichen.

Wahlweise in Weiß oder Grafit ist die Logitech Streamcam ab sofort für 160 Euro* zu haben.

Livestreaming im Rampenlicht mit Razer Kiyo

Razer stellt Livestreamer ins Rampenlicht und stattet die Webcam Kiyo* mit zwölf ringförmig um das Objektiv angeordneten LED aus. Sie leuchten das Streamer-Gesicht in Tageslicht-Farbtemperatur gleichmäßig aus und vermeiden so harte Schatten im Video. Dieses landet mit geschmeidigen 60 Bildern pro Sekunde auf dem Streaming-Portal der Wahl – aber nur, wenn ihr die Auflösung auf 720p reduziert. In 1.080p aufgelöste Aufnahmen drosseln die Framerate auf 30 Bilder pro Sekunde. Standbilder hält die Razer Kiyo mit 2.688 x 1.520 Bildpunkten fest. Ein Autofokus ist natürlich an Bord.

Razer Kiyo am Monitor

Das integrierte Ringlicht unterscheidet die Razer Kiyo* von anderen Modellen. Die zwölf LED leuchten Streamer-Gesichter gleichmäßig aus. (Foto: Razer)

Die Farbwiedergabe hat Razer neutral abgestimmt, der Weißabgleich erfolgt automatisch. Wenn das nicht ins Schema passt, lassen sich Farbtemperatur, Helligkeit, Kontrast und Sättigung in der Software Razer Synapse 3 nach Gusto anpassen. Sie gibt es für Windows-PCs, aber nicht für Macs.

Per Clip findet die Webkamera am Monitor Halt. Auf dem Tisch lässt sich die Klemmhalterung so anwinkeln, dass sie als Standfuß fungiert. Ein Stativ könnt ihr bei Bedarf ins Standardgewinde schrauben. Das müsst ihr aber gesondert für die Webcam kaufen. So viel Reserve sollte drin sein, denn mit 110 Euro* ist die Razer Kiyo moderat bepreist.

Videotelefonie-Klassiker Microsoft Lifecam Studio

Microsofts Webcam-Modell ist ein Klassiker, der inzwischen schon für 70 Euro* zu haben ist. Obwohl sie schon ein paar Jahre auf dem Markt ist, ist die Technik den aktuellen Ansprüchen von privaten und beruflichen Videotelefonaten am PC gewachsen. Die Kamera filmt in Full-HD-Qualität (1.080p), bietet einen Autofokus und nimmt Stereo-Breitband-Ton mit einem integrierten Mikrofon auf. Keine Rolle mehr spielt der ausdrückliche Hinweis, dass das Modell für Skype zertifiziert ist. Der Messenger gehört zwar mittlerweile zu Microsoft, versteht sich aber trotzdem problemlos mit vielen anderen Webkameras.

Microsoft LifeCam Studio freigestellt

Die Microsoft Lifecam Studio* kam 2012 auf den Markt. Aber immer noch kann man die Webcam kaufen. Sie reicht für private und berufliche Videochats locker aus. Und: Sie ist schön anzusehen. (Foto: Microsoft)

Vom Design-Einerlei hebt sich die Lifecam Studio* durch ihr Gehäuse mit gebürsteter Aluminium-Oberfläche ab. Praktisch ist das in beide Seiten zu 180 Grad schwenkbare Gelenk der Klemmhalterung. Dadurch lässt sich die Webkamera selbst dann noch flexibel ausrichten, wenn sie am Monitorrahmen klemmt. Falls sie doch lieber auf dem Tisch stehen soll, lässt sich die Webkamera auf ein Stativ schrauben.

Trust Trino: HD-Webcam für einfache Videochats

Wenn es für gelegentliche Skype-Videochats – etwa zu Weihnachten – nicht das Teuerste vom Teuersten sein muss, könnt ihr das Modell Trino von Peripherie-Hersteller Trust* in Betracht ziehen. Zum Preis von unter 30 Euro bietet es alles Wesentliche. Die HD-Webcam filmt mit 1.280 x 720 Bildpunkten bei 30 Bildern pro Sekunde. Standbilder haltet ihr mit 3.200 x 2.400 Bildpunkten, also acht Megapixeln fest, wenn ihr die Schnappschusstaste an der Kamera drückt.

Das Sichtfeld ist mit einem Bildwinkel von 52 Grad etwas kleiner als üblich. Für alleine reicht das, aber schon zwei Köpfe passen nur bei kuscheliger Enge aufs Bild. Die Trust Trino erkennt Gesichter und passt die Belichtung an. Sie führt aber nicht die Schärfe nach, wenn ihr euch bewegt, weil kein Autofokus vorhanden ist. Stattdessen ist der Fokusbereich fest vorgegeben. Eine spektakuläre Bild- und Tonqualität ist zu diesem Preis nicht zu erwarten. Als Backup oder um an Weihnachten in Kontakt zu bleiben, reicht das trotzdem völlig.

Trust Trino HD Webcam freigestellt

Wollt ihr für Skype-Videochats an Weihnachten nur eine einfache Webcam kaufen, zieht die Trust Trino* in Betracht. Praktisch: Ein flexibler Bügel dient gleichzeitig als Monitorklemme und Standfuß. (Foto: Trust)

Um die Trust Trino in Betrieb zu nehmen, braucht ihr keine Software zu installieren. Den Treiber zieht sich Windows automatisch, sobald ihr das USB-Kabel mit dem PC verbindet. Am Mac läuft die Webkamera nicht. Mit der flexiblen Montagehalterung könnt ihr die Webcam an den Bildschirm klemmen oder sie flach auf den Tisch stellen, wenn ihr den Bügel ausklappt. Ein Stativgewinde braucht und bietet die Webkamera daher nicht.

Logitech Rally Camera behält große Videokonferenzen im Blick

Die Logitech Rally Camera* spielt ihre Stärken bei größeren Videokonferenzen in Besprechungsräumen aus. Ein eingebauter Motor kann das Objektiv und die Belichtung immer auf den aktuell Sprechenden ausrichten, sodass auch in größeren Runden niemand zu kurz kommt. Weil sich der Objektivkopf nach links, rechts und oben um 90 Grad sowie nach unten um 50 bewegen lässt, deckt die Kamera mehr als den nominellen Bildwinkel von 90 Grad ab. Auf Wunsch vollzieht die die Rally Camera die Schwenks automatisch, weil sie Gesichter erkennen kann. Dazu ist die Rightsight-Software von Logitech nötig. Sie läuft bisher nur unter Windows-PCs, ist aber für Mac angekündigt. Für die Videotelefonie selbst kommen diverse Optionen in Frage. Denn die Logitech Rally Camera versteht sich mit Skype for Business, Teams, Gotomeeting, Cisco und vielen anderen Lösungen fürs Video-Conferencing.

Von den in Ultra-HD aufgelösten Bildern haben nicht nur Betrachter mit 4K-Fernsehern etwas. Die Pixelreserve verhindert, dass beim digitalen Zoomen zu viele Details verloren gehen. Bis zu fünfzehnfach lässt sich der Ausschnitt vergrößern, um die Aufmerksamkeit etwa auf einen Vortrag zu lenken. Die ab Werk eingestellte Framerate von 30 Bildern pro Sekunde reicht für die schlierenfreie Darstellung eines bewegungsarmen Sitzungsmarathons. Für gestenreich begleitete Präsentationen lässt sich die Zahl auf 60 Bilder pro Sekunde verdoppeln, was die Auflösung aber auf 1.080p oder 720p reduziert.

Logitech Rally Camera während einer Videokonferenz

Das Objektiv der 4K-Webcam Logitech Rally Camera* lässt sich per Motor fernsteuern und setzt daher bei Videokonferenzen auch große Gruppen in Szene. (Foto: Logitech)

Die Logitech Rally Camera lässt sich auf einer Tischplatte, einem Stativ oder an Wand platzieren. Hängt sie von der Decke, invertiert die Software automatisch die Bildausrichtung und Kamerasteuerung. Der Preis der vielseitigen Webcam liegt deutlich über dem für übliche Webcams. Logitech verlangt 1.400 Euro dafür*. Im Online-Handel gibt es das Modell schon für etwas über 1.000 Euro.

Fazit: Webcam kaufen leicht gemacht

In vielen Fällen bieten externe Webcams immer noch Vorteile gegenüber internen Kameras. Bei einem Kamera-losen Desktop-Monitor habt ihr sowieso keine Wahl. Wollt ihr für gelegentliche Videochats eine einfache Webcam kaufen, zieht ein Modell wie die Trust Trino für gerade einmal 30 Euro in Betracht. Für ein kurzes Videogespräch an Weihnachten reicht das völlig. Wer einen guten Eindruck beim Livestreaming hinterlassen möchte, sollte aber lieber 100 bis 150 Euro investieren. Dafür sind darauf spezialisierte Modelle wie die Logitech Streamcam oder Razer Kiyo zu haben.

Es spricht natürlich auch nichts dagegen, diese Modelle für berufliche Videotelefonate einzusetzen. Doch wenn es um größere Videokonferenzen mit professionellem Anspruch an Bild- und Tonqualität, sind andere Lösungen besser geeignet. Dafür hat Logitech passende Modelle im Programm, zum Beispiel die Rally Camera. Ein Anschaffungspreis von 1.000 Euro ist dabei jedoch einzuplanen, das Zubehör kommt noch oben drauf.

Tipps zum Webcam kaufen zusammengefasst:

  • Es gibt unterschiedliche Kategorien von Webcams. Die meisten Modelle sind für die private und berufliche Videotelefonie zwischen zwei Gesprächspartnern gedacht. Eine zweite Kategorie richtet sich an Streamer, die sich etwa beim Videospielen live im Internet übertragen. Eine eigene Kategorie bilden Kamerasysteme für Videokonferenzen zwischen viel mehr als zwei Teilnehmern.
  • Eine einfache HD-Webcam etwa für Skype-Videochats an Weihnachten gibt es ab 30 Euro. Für richtig gute Qualität investiert ihr lieber ab 100 Euro.
  • Es gibt nicht mehr viele bekannte Markenhersteller. Logitech, Microsoft, Razer und Trust sind die bekanntesten. Die meisten anderen erhältlichen Modelle stammen von unbekannten Herstellern. Statt auf den Namen, ist es wichtig, auf die Leistungsmerkmale zu achten.
  • Das sollte eine gute Webkamera haben: mindestens HD-, lieber Full-HD-Auflösung, eine Bildwiederholrate von 30 Bildern pro Sekunde oder besser, einen Autofokus und ein integriertes Stereomikrofon. Je nach Einsatzort sind eine Monitorhalterung oder ein Schraubgewinde für ein Tischstativ wichtig.
  • Wo könnt ihr eine Webcam kaufen? Die großen Elektronikhändler wie Amazon, Conrad, Galaxus, Mediamarkt, Otto und Saturn haben je nach Modell genug verfügbare Artikel und bieten vielfach auch noch einen Versand bis Weihnachten an.

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Ein Kommentar
Tobias
Tobias

Da kann ich euch nur zustimmen. Lieber mehr Geld ausgeben und länger was davon zu haben. Der Qualitätsunterschied ist riesig und viel angenehmer für den Zuschauer.

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