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TK entwickelt elektronische Patientenakte mit IBM – und nimmt sich Dänemark als Vorbild

(Foto: Shutterstock)

Die Techniker-Krankenkasse will künftig auf elektronische Patientenakten setzen. Das Unternehmen hat jetzt einen entsprechenden Auftrag an den IT-Konzern IBM vergeben.  

Das IT-Unternehmen IBM wird künftig für die Techniker-Krankenkasse eine elektronische Patientenakte entwickeln. Das ist das Ergebnis einer Ausschreibung der Krankenkasse. Die TK gilt damit als eine der ersten Krankenkassen, die den „zweiten Gesundheitsmarkt“ ins Auge fasst.

Strenge Personalisierung galt als Voraussetzung für TK-Akte

Auf ihre elektronische Akte können die Versicherten per Webbrowser oder über eine TK-zentrale App zugreifen. Die App soll in den kommenden Tagen – vorerst ohne Aktenfunktion – in den App-Stores zur Verfügung stehen. Die Macht über die Daten soll laut der Ärztezeitung vollends bei den Patienten liegen. IBM speichert die Daten auf Servern in Deutschland – das war eine Auflage der Bundesversichertenamts (BVA). Dazu zählt auch, dass die App streng personalisiert ist: Nach der Anmeldung erhält der Kunde Post von der TK mit der Einmal-PIN zur Aktivierung der App. Die Nutzung wird an ein Mobilgerät gekoppelt, um Missbrauch vorzubeugen. Die Daten sind gekapselt und können das Gerät nicht verlassen – auch zum Teil des iCloud-Backups gehört die App nicht.

Alle Versicherten haben Anspruch auf die App und müssen dafür nichts extra zahlen, sagt TK-Vorstandsvorsitzender Jens Baas: „Vieles ist denkbar, aber noch nicht spruchreif.“ Die ersten Schritte bestünden für die Kunden jetzt darin, ihre persönlichen Daten in die Akte einzuspielen, sofern sie diese selbst besitzen. Das gilt zum Beispiel für Rezeptdaten, die nach der Einlösung in der Apotheke schnell zur Verfügung stehen. Zusätzlich zählen dazu Daten zu stationären Aufenthalten sowie ambulante Diagnosen und dazugehörige Leistungen – diese jedoch erst mit sechs Monaten Verzögerung.

Kunden sollen eine Daten-Grundversicherung bekommen

Etliche große IT-Konzerne und Anbieter von Praxis-Lösungen hatten sich um den Zuschlag bemüht: Schon Kanzlerin Angela Merkel hatte sich ausdrücklich für eine Neuerung im Krankenkassensystem ausgesprochen und machte deutlich, dass Deutschland hinterherhinkt. Schritt für Schritt sollen jetzt neue Funktionen etabliert werden: Angefangen mit einem elektronischen Impfpass könnte beispielsweise ein elektronisches Zahnbonusheft folgen, wozu jedoch eine Kooperation mit Leistungsträgern erforderlich wäre.

Vorbild für die Umsetzung ist die zentrale Krankenkasse in Dänemark, die für ihre Mitglieder ein zentrales Portal eingerichtet hat, in dem alles rund um ihre Patientendaten gespeichert ist – mit dem Unterschied, dass hier der behandelnde Hausarzt als Vertrauensperson fungiert. Der wichtigste Dienst für dänische Nutzer? Die Online-Vergabe von Praxis-Terminen.

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2 Kommentare
Kai
Kai

Eine dänische Krankenkasse mit sieben Millionen Mitgliedern? Dänemark hat doch nur knapp 6 Millionen Einwohner (?)…

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Melanie Dahrendorf
Melanie Dahrendorf

Haha, das ist ein guter Einwand. :D Du hast absolut Recht – laut Wikipedia hat Dänemark nur 5,6 Millionen Einwohner. Da lag also entweder eine falsche Zahl vor – oder es gibt Mitglieder, die doppelt versichert sind. Ich editiere das mal, danke für den Hinweis! :)

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