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Tod auf Raten: Google stoppt die Indexierung von Flash-Inhalten

Flash hat noch ein Jahr. Danach ist Feierabend. (Grafik: Shutterstock)

Bis Ende des Jahres will Googles Suchmaschinen-Bot keine Inhalte mehr indexieren, die auf Adobes Flash-Technologie setzen. Im kommenden Jahr soll das einstmals populäre Format endgültig zu Grabe getragen werden.

Der Zeitplan für das Ende flash-basierter Netzinhalte sieht eine Deadline für 2020 vor. Bis zum Ende des kommenden Jahres will Adobe noch Updates veröffentlichen. Danach soll Schluss sein. Adobe hatte diesen Schritt bereits 2017 kommuniziert und die Community aufgefordert, den Wechsel zu Web-Standards voranzutreiben.

SWF-Dateien werden nicht mehr indexiert, Embeds ignoriert

Nun kündigt Google in einem Blogbeitrag mit dem Titel „Goodbye, Flash“ das Ende der Indexierung von separaten Flash-Dateien (.swf) an. Flash-Inhalte, die in Websites eingebettet sind, werden schlicht ignoriert. Chrome kommt seit Version 76 mit deaktiviertem Flash-Player, Firefox zeigt seit Version 69 keine Flash-Inhalte mehr an und auch Microsofts Edge hat sich vom einstmals omnipräsenten Animationsformat verabschiedet.

Flash-Nutzung stark rückläufig

Google erwartet schon deswegen keine größere Aufmerksamkeit wegen dieses Schritts. Browser zeigen das Format nicht mehr an und der Anteil an Flash-Inhalten ist seit Jahren stark rückläufig. Schon vor über einem Jahr betrug der Anteil von Websites mit Flash-Inhalten weltweit nur noch knapp fünf Prozent. 2011 lag diese Zahl mit fast 30 Prozent noch wesentlich höher.

Ein nicht unerheblicher Anteil am Niedergang des Formats kann Apple-Mitgründer Steve Jobs zugeschrieben werden. Der hatte in einem offenen Brief im April 2010 im Detail erläutert, warum Flash auf iPhones, iPads und iPods nicht unterstützt werden würde und stattdessen zur Nutzung offener Web-Standards aufgerufen. Das schnelle Fortschreiten des HTML5-Standards war danach auch weitgehend von mobilen Geräteklassen getrieben.

Passend dazu: Gut so! Adobe gibt Beerdigungstermin für Flash bekannt

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4 Kommentare
Ulrich Schramme

Endlich! Eine längst überfällige Entscheidung. Seit HTML5 verfügbar ist, gibt es einfach keine Daseinsberechtigung für Flash mehr.

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LRRM

Schade. Wenn Flash von Adobe quelloffen angeboten worden wäre, wie es die Community jahrelang gefordert hat, würde heute kein Hahn nach HTML5 krähen. Für die Kreativität war Flash fantastisch, sicherheitstechnisch eine Katastrophe, und es war definitiv die Mutter aller UI-Standards, die wir heute als selbstverständlich betrachten. Nur weniger langweilig.

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con2art
con2art

Und ich erinnere mich noch daran, wie 2010 alle gegen Apple und Stevie gehetzt haben, weil er sich weigerte, diesen aufgeblasenen Akkufresser zu unterstützen.

Apple ist ja oft genug zu schnell dabei neue Standards zu unterstützen, aber das war einer der besten Entscheidungen seit langem. Der Rest der Unternehmen hätte Flash noch bis 2030 mitgeschleppt, getragen vom Marketing von Adobe und den Lobhudeleien der „Netzmagazine“ (t3n eingeschlossen). So waren alle gezwungen ihre „Das haben wir schon immer so gemacht“-Denkweise zu unterbrechen und sich zu überlegen, wie sie ihre Inhalte auf dem iPad darstellen können.

Und siehe da…. das hat zu einer ganzen Reihe von neuen Websiteprogrammierungen geführt. Gefühlt brauchte es kein Jahr, bis selbst der unwilligste Anbieter seine Website nach gefühlt 10 Jahren mal wieder von Grund auf aktualisiert hatte.

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Dieter Petereit

Keine Ahnung, mit welcher Berechtigung du uns hier unterstellst, wir hätten die Verwendung von Flash bis 2030 propagiert. Aber so ist das wohl im postfaktischen Zeitalter, was?

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