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Top-ICO: Investoren machten 66 Prozent Verlust

(Bild: Shutterstock)

Der Hype um ICO ist offenbar vorbei. Das Volumen der kryptobasierten Finanzierungen ist zuletzt stark eingebrochen. Investoren erlitten teils hohe Verluste, wie Wirtschaftsprüfer errechnet haben.

Der Versuch, Geld über sogenannte Initial Coin Offerings (ICO) einzusammeln, war Ende 2017 und Anfang 2018 für Startups und Projekte fast schon eine sichere Bank. Milliardenbeträge wechselten die Besitzer, Investoren schauten angesichts der ihnen vorschwebenden Renditen manchmal nicht mehr so genau hin. Nachdem warnende Stimmen immer lauter und immer mehr Abrechnungen publiziert wurden, scheint der Hype um ICO erst einmal vorbei.

86 Prozent der Top-ICO brachten Investoren 2018 Verluste

Laut Berechnungen der Wirtschaftsprüfer von EY haben die Ende 2017 gelisteten Top-ICO ihren Investoren im Zeitraum zwischen Januar und September 2018 einen Verlust von im Schnitt 66 Prozent eingebracht. Insgesamt hat EY 141 ICO unter die Lupe genommen. Davon sind 86 Prozent (132) unter das Ausgabeniveau gerutscht. Fast ein Drittel der ICO hat nahezu alles Geld verbrannt.

Wenig verwunderlich sind daher auch diese Ergebnisse des ICO-Performance-Updates von EY: 71 Prozent der beobachteten ICO hat auch Monate nach dem Einwerben teils hoher Geldsummen weder einen Prototyp noch ein funktionierendes Produkt an den Start gebracht. Am besten schnitten laut EY jene via ICO finanzierten Projekte ab, die sich auf die Blockchain-Infrastruktur konzentrierten. Blockchain-basierte Apps oder Ökosysteme rund um die Blockchain mussten dagegen Federn lassen.

Zu den Projekten, die ihren Investoren die höchsten Renditen einbrachten, gehören unter anderem Binance, Dentacoin, Omisego und Tron. Die drei Projekte, die 2018 nach eigenen Angaben die höchsten ICO-Einnahmen verbuchen konnten, sind Eos (4,2 Milliarden US-Dollar), Telegram (1,7 Milliarden Dollar) und Petro (735 Millionen Dollar). Insgesamt konnten noch im zweiten Quartal 11,5 Milliarden Dollar über ICO eingenommen werden. Im abgelaufenen dritten Quartal brach diese Summe auf noch rund 2,4 Milliarden Dollar ein.

ICO künftig vor allem für Venture-Capital-Profis interessant

Branchenbeobachter und die Wirtschaftsprüfer von EY verweisen übrigens darauf, dass auch in der regulären Frühphasenfinanzierung von Startups ein hohes Risiko des Scheiterns vorherrsche, wie Heise berichtet. Die Konsequenz dürfte wohl sein, dass statt Privatpersonen künftig vor allem Venture-Capital-Profis das Ruder bei Investitionen per ICO übernehmen dürften.

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Ein Kommentar
Ralf
Ralf

Das 9 von 10 Startups scheitern ist ja nix wirklich neues. Hat mit ICO oder Blockchain rein gar nix zu tun. Wahnsinnig finde ich, das sEY den Petro mit in die Liste genommen hat. Das kann man ja nicht wirklich ernst nehmen.

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