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Software & Infrastruktur

Tor: Mit „Tortilla“ einfacher ins anonyme Netzwerk

© bit24 - Fotolia.com

Tortilla, ein auf der Hacker-Konferenz BlackHat vorgestelltes Open-Source-Tool, soll nach Meinung seines Entwicklers einige Probleme lösen. Geht es nach dem Sicherheitsexperten Jason Geffner, ist die Nutzung des Anonymisierungsnetzwerks Tor zu kompliziert für die meisten Nutzer. Außerdem hegte er Sicherheitsbedenken gegenüber dem offiziellen Tor-Browser-Bundle.

Tortilla ist eine neue Software, welche den Umgang von Windows-Anwendern mit dem Tor-Netzwerk verbessern soll. (Bild: Tor Project)
Tortilla ist eine neue Software, die den Umgang von Windows-Anwendern mit dem Tor-Netzwerk verbessern soll. (Bild: Tor Project)

Tortilla: Open-Source Tor-Software

Im Zuge des PRISM-Skandals ist vielen Menschen bewusst geworden, wie wenig anonym sie im Netz wirklich sind. Wie eine BITKOM-Studie zeigt, nutzen die wenigsten Menschen Verschlüsselungs- oder Anonymisierungsdienste, weil sie schlichtweg nicht wissen, wie. Einfach soll daher auch die Nutzung der quelloffenen Windows-Software Tortilla sein.

Bisher war es die vermutlich gängigste Methode, das offizielle Tor-Browser-Bundle von der Webseite des Tor-Projekts runterzuladen. Dabei handelt es sich um eine modifizierte Version des Firefox-Browsers. Mit ihr wird der eigene Web-Traffic zu Anonymisierungszwecken über das Tor-Netzwerk geleitet. Laut dem Sicherheitsexperten Geffner entsteht dadurch allerdings ein Problem: Nach seinen Angaben wurden im letzten Jahr doppelt so viele Sicherheitslücken für Firefox bekannt wie für den Internet Explorer. Schadsoftware könnte eine solche Lücke ausnutzen und Tor ohne Wissen des Nutzers umgehen, was die ganze Übung zunichte machen würde. Außerdem wird eben nur der Browser-Traffic über das Tor-Netzwerk geleitet.

Tortilla: Vielleicht nicht ganz so Einsteiger freundlich wie der Entwickler es sich gedacht hat. (Screenshot: Tortilla)
Tortilla: Vielleicht nicht ganz so einsteigerfreundlich, wie der Entwickler es sich gedacht hat. (Screenshot: Tortilla)

Tortilla: Windows-Software bringt Nutzer ins Tor-Netzwerk

Tortilla arbeitet unabhängig vom Browser und fungiert unter Windows als eigener Netzwerk-Adapter. Wählt man ihn aus, wird der gesamte TCP/IP- und DNS-Verkehr des Nutzers durch das Tor-Netzwerk geleitet und sollte somit theoretisch sicher vor neugierigen Blicken sein. Nach Angaben des Entwicklers soll das Tool auch auf virtuellen Maschinen laufen. Um Tortilla zu nutzen, muss neben der eigentlichen Software auch das Tor-Expert-Bundle installiert werden. Diese Software findet ihr auf der Webseite des Tor-Projekts, die Tortilla-Software selbst findet ihr hier.

Beide Programme begrüßen Nutzer zunächst mit der Windows-Eingabeaufforderung. Es ist nicht kompliziert, aber ob man tatsächlich Anfänger so an das Anonymisierungsnetzwerk heranführen möchte, bleibt zumindest diskussionswürdig.

Ob Tortilla für eine weitere Verbreitung von Tor sorgen wird, bleibt ebenfalls abzuwarten. Letztlich dürften wohl genau die Menschen, die bislang schon vor der komplizierten Technik zurückgeschreckt sind, auch von dem neuen Tool überfordert sein – es fehlt schlicht ein simpler Installationsprozess, der alle notwendigen Files bequem auf den Rechner bringt.

Wer aber schon einige Computerkentnisse mitbringt, sollte sich das Tool mal genauer anschauen. Alle interessierten Entwickler finden den Quellcode des Programms auf GitHub.

Weiterführende Links zum Thema „Tor“

Bildnachweis für die Newsübersicht: © bit24 – Fotolia.com

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2 Reaktionen
Kahner

Nachtrag:
bei Tortilla handelt es sich NICHT um ein Open-Source-Projekt, sondern um ein Projekt der Firma "Crowdstrike", die hier Werbung in eigener Sache machen

Es bleibt jedem selbst überlassen, ob und in welchem Umfang er tatsächlich glauben mag, dass sich gerade US-Unternehmen im Zweifel für ein paar User in Deutschland mit den Staatsorganen der USA anlegen würden.

Antworten
Kahner

Der Standpunkt, dass Tor kompliziert sein soll, ist nicht nachvollziehbar! Es muss noch nicht einmal installiert werden.

(Windows-Ansatz)

1. Tor-Browser-Bundle von (https://www.torproject.org/projects/torbrowser.html.en#downloads) runterladen
(ggf. natürlich die Signaturen checken)

2. DL-Datei (aktuell tor-browser-2.3.25-10_de.exe) ausführen

3. Das Programm entpackt (NICHT installiert!!) sich im Zielverzeichnis. Der Inhalt kann daher später problemlos woanders hinkopiert werden.

4. Tor starten
Es wird automatisch erst der Sicherheit-Proxy Vidalia gestartet und danach die beiliegenden und entsprechend angepasste FireFox-Version.

Tor prüft als erstes auf Updates und dann kann man schon loslegen!

Und das war's! Keine weiteren Settings! Da ist die Installation eines Mail-Accounts wesentlich schwerer!

Allerdings stimme ich den grundsätzlichen Sicherheitsbedenken seitens Firefox und des Tor-Netzwerks per se uneingeschränkt zu, wie bereits unter (https://t3n.de/news/onion-pi-anonymer-475052/#comment-113438) geschrieben.

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