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Fingerabdrücke vs. Passwörter: Was bringt TouchID wirklich

Nachdem Apple das iPhone 5s mit TouchID vorgestellt hat, sind biometrische Verfahren als Passwortersatz wieder in aller Munde. Wir werfen einen Blick auf die Vor- und Nachteile der Identifikation per Fingerabdruck.

Es stimmt, Fingerabdrücke und andere biometrische Merkmale als Ersatz für Passwörter haben nicht nur einen gewissen Charme, sondern auch bestimmte Vorteile. Leider existieren aber auch einige Nachteile im Vergleich zu einer herkömmlichen Nutzerauthentifizierung mit Hilfe eines Passwortes. Zunächst möchten wir aber einen Blick auf die Vorteile werfen.

TouchID: Die Vorteile eines Fingerabdruckscanners

TouchID: Welche Vor- und Nachteile bietet ein Fingerabdruckscanner im Vergleich zu einem Passwort. (Bild: Chris Isherwood / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Der erste klare Vorteil einer Identifikation durch den eigenen Fingerabdruck im Vergleich zu einem Passwort ist der Umstand, dass man sich nichts merken muss. Je sicherer ein Passwort, desto schwieriger kann man es sich im Regelfall merken. Bei einem Fingerabdruck besteht das Problem nicht. Auch besteht bei der Verwendung eines Fingerabdruckscanners nicht die Gefahr, dass jemand das Passwort und die PIN eines Nutzers dadurch herausbekommt, dass er ihn heimlich bei der Eingabe beobachtet. Naturgemäß kann ein Fingerabdruck auch nicht mit anderen geteilt werden, sprich zum Entsperren muss man immer persönlich dabei sein. Wobei der letzte Punkt ein Vor- wie auch ein Nachteil sein kann.

TouchID: Die Nachteile des biometrischen Verfahrens

Wie bereits erwähnt, könnte man es durchaus als Nachteil der Biometrie und als Vorteil eines Passwortes ansehen, dass man es mit anderen teilen kann. Wer sein iPhone 5s zu Hause vergisst, könnte Probleme damit haben, beispielsweise die eigene Frau zu bitten doch kurz mal was im eigenen Smartphone nachzuschlagen. Im Gegensatz zu einem Fingerabdruck lassen sich Passwörter auch ändern. Außerdem sind Passwörter ein erprobtes Mittel in der Computersicherheit, während Fingerabdrucksysteme immer noch ein relativ neues System darstellen. Wie es mit der Sicherheit bei der TouchID aussieht, ist derzeit natürlich schwer zu sagen. Ältere Systeme, die auf die Erkennung von Fingerabdrücken setzten, ließen sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln austricksen. Auch besteht zumindest theoretisch eine erweiterte Gefahr für Leib und Leben. Möchte jemand mit ausreichend krimineller Energie tatsächlich zugriff auf ein per Fingerabdruck gesichertes System erlangen, könnte er geneigt sein den Besitzer des entsprechenden Fingers entweder zur Entsperrung zu zwingen, oder sogar den Finger abzutrennen. Für den durchschnittlichen iPhone-Besitzer sollte dies allerdings ein zu vernachlässigendes Risiko darstellen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass ein Fingerabdruckscanner auf absehbare Zeit kein Ersatz für Passwörter sein kann. In Kombination mit einem zusätzlichen Passwort jedoch könnte es natürlich einen Grad an Sicherheit bieten, den beide Systeme für sich nicht gewähren könnten. Allerdings würde dann auch der größte Vorteil eines Fingerabdrucksensors verschwinden, die Einfachheit der Bedienung.

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5 Reaktionen
panoramafotografie

ich finde TouchID super toll. Einfach mit dem Finger druecken, ohne das Passwort zu tippen, super einfach, ich vergesse naemlich oft das Passwort. Die Nachteile kann man auch nicht versehen. Hoffe, Touch ID wird in der Zukunft flexibeler.

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derheidi

Für alle Fahnder ist es natürlich ein Glücksfall. Man findet Fingerabdrücke am Tatort, die man in der lokalen Datenbank nicht findet. Dann stellt man eine Anfrage an das BKA, die an die NSA und die greifen die Daten von Apple ab. Und mit etwas Glück hat man dann die Daten des Täters und kann weitere Recherchen anstellen.

Und das alles machen die Leute auch noch freiwillig und hypen sogar den Fingerabdrucksensor am iPhone als Top-Neuheit.

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floridiculous

Wenn ich mich an die Keynote richtig erinnere, dann meint Apple, Finger abtrennen wäre keine Lösung, weil sich die gescannten Hautschichten ohne Versorgung zu schnell verändern.

Hab's selbst nicht weiter recherchiert, hätte eine entsprechende Recherche hier aber erwartet, wenn der Artikel sonst schon keinen großen Mehrwert bietet …

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sasser

Ich denke auch, dass es bei dem Thema noch viele weitere kritische Punkte gibt. Besonders der Datenschutz-Aspekt kann bei Missbrauch zu Problemen führen, die den Einzelnen unter Umständen sogar übertreffen.

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Ollo

Wo Sie gerade die Möglichkeit mit dem abgetrennten Daumen erwähnen, muß man Apple geradezu dankbar sein, dass es kein Iris-Scan ist. Aber im ernst: Bitte nennt mir jemand auch nur einen einzigen Grund, warum man annehmen sollte, dass diese Daten nicht von Apple geteilt werden (müssen)?
Im Gegensatz zu einem Passwort tut es jedes Mal ziemlich weh, seine Fingerabdrücke zu ändern.

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