Karriere

Transparente Gehälter – das muss für Frust sorgen, oder doch nicht?

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Transparenten Gehaltspolitik – Bedingung, Probleme und Vorteile im Überblick:

Bedingungen

Transparenz nicht nur über das Gehalt, sondern vor allen Dingen auch darüber, wie es zustande kommt. Transparenz heißt auch, einen einfachen Zugang bereitzustellen und die Daten leicht verständlich aufzubereiten. Es gilt natürlich, keine geheimen Absprachen einzugehen. Am einfachsten funktioniert dies durch die komplette Veröffentlichung der Payroll.

Die Probleme

Die Gehälter einfach transparent zu machen, kann natürlich zu Konflikten führen. Fragen wie „Wieso bekommt mein Kollege ein höheres Gehalt? Das ist doch überhaupt nicht gerechtfertigt!“ oder sich für sein relativ höheres Gehalt rechtfertigen zu müssen, liegen auf der Hand. Dies kann auch mit einem transparenten Einstufungssystem passieren. Gerechtigkeit ist im täglichen Leben meistens eine subjektive Einschätzung. Die daraus resultierende Demotivation der Mitarbeiter schadet natürlich dem Betriebsklima, einem der wichtigsten Kriterien des Employer Brandings. Transparente Gehälter in bereits bestehenden Unternehmen einzuführen, kann nicht damit einhergehen, dass jemand weniger bekommt als vorher. Dies wäre kaum durchzusetzen.

Die Vorteile

Seien wir ehrlich: In den meisten Unternehmen wissen Mitarbeiter sowieso was der Kollege verdient. Dieser gefährlichen Halbtransparenz kann entgegengewirkt werden. Bei klaren und offen liegenden Kriterien, wie Gehälter zustande kommen, ist die Motivation der Mitarbeiter höher und das Betriebsklima besser. Arbeitgeber können besser kalkulieren, was sie in den kommenden Jahren erwartet

Diskutiert mit uns! Was denkt ihr über transparente Gehälter? Wie kann es gelingen in bereits bestehenden Unternehmen Gehaltstransparenz zu etablieren? Antwortet und in den Kommentaren oder an mpn@t3n.de

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Dein t3n-Team

9 Kommentare
Grammar
Grammar

„und je nach Verhandlungsgeschick und Erfahrung wird dann eine Summer festgelegt.“

Sollte Summe bedeuten, denke ich.

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Bewerberbibel

Die Leistungen vieler Mitarbeiter und die Gehälter sind doch schon transparent, durch Tarifverträge festgelegt. Führungskräfte und außertariflich eingestufte Angestellte sollten ebenfalls transparent offen legen, wie viel Sie verdienen. Die Frage hierbei ist, wie offen und transparent sind die Leistungen der Führungskräfte. Sollte dies geklärt sein, so kann ein Gehalt auch offen erklärt werden. Ob die Höhe des Gehalts mit den Leistungen übereinstimmt wird sich dann herausstellen, wenn man einen Branchenvergleich ziehen kann.

Das beim Gehalt natürlich sehr viele subjektive Aspekte mit eingerechnet werden, welche sich mit steigender Position in der Hierarchie ergeben, wären dann als Kulanz mit zu berücksichtigen. Zum Beispiel sehr gute Beziehungen zu Kunden oder Lieferanten bringen sicherlich nicht ausgesprochene Mehrwerte, welche schlecht messbar sind.

Viele Grüße

Michael Büchler

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Christian
Christian

„… durch Tarifverträge festgelegt…“

Das setzt natürlich voraus, dass sich Unternehmen auch an Tarifverträge binden (oder zumindest grob orientieren) und das ist gerade in meinem Berufsbereich (gelernter Mediengestalter) relativ selten. Ich bin ehrlich: als ich diese Aussage las, musste ich im ersten Moment tatsächlich drüber lachen… Wir reden hier von Gehältern zwischen pi mal Auge 900 und 3.500 Euro, die man vom Fleck weg Vollzeit verdienen kann, je nach Branche/Unternehmen von der frisch gegründeten Werbeagentur bis zum etablierten Druckhaus.

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Thomas Volz
Thomas Volz

„Dies wird auch bei der Gewinnausschüttung deutlich, die bewusst nicht leistungsbasiert gestaltet ist“

Wer sich mehr reinhängt sollte auch mehr verdienen. Ansonsten ist es auch nicht gerecht, wenn der wo mehr Leistung gibt gleich viel bekommt wie Kollegen, die nicht 100% geben!

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irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

Es ist aber nicht leicht die Leistung objektiv zu bewerten. Welche Leistung ist besser? Der schnellere Mitarbeiter, oder der ordentliche? Was bringt z.B. die Geschwindigkeit, wenn dann gehäuft Fehler auftreten? Noch komplizierter wird es, wenn man in die Bewertung mit einfließen lässt wie vorausschauend z.B. ein Entwickler seinen Job macht. Möglicherweise braucht er sehr lange für ein Stück Code was ihm in Zukunft jede Menge Arbeit ersparen wird.

Ich sehe nicht, dass irgendeiner meiner Chefs das auch nur halbwegs bewerten könnte.

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Melanie Petersen

Ich denke, dass die Klärung über verschiedene Kategorien, die dann im Dialog zwischen Arbeitgeber- und Nehmer erfolgt, da schon einen guten Ansatz bietet. An die absolute Fairness kann man sich sicherlich nur annähern und wird sie nie erreichen.

irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

Annähern lässt sich das bestimmt. Mir persönlich ist es auch egal was andere bekommen, auch wenn sie weniger leisten und mehr Geld in der Tasche haben. Es ist mir wichtig, dass ich mit meiner Arbeit und dem Gehalt zufrieden bin. Ich fände es absolut ok wenn einfach alle das Gleiche bekommen, aber damit scheinen viele ja ein Problem zu haben – warum auch immer.

Diana

die machen es vor: https://www.ergon.ch/de/jobs/
am ende der seite sind links zu artikeln zum thema lohntransparenz bei ergon.
die Mitarbeiter finden es gut.

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Valeska Lipp

wir reden hier nicht über gerechte, sondern tranparente Gehälter. Generell bin ich dafür, noch einen Schritt weiterzugehen. Weg von monströsen Vertriebsgehältern und politischen Managertantiemen, hin zu generell Fixum plus Provision nach status quo Selbsteinschätzung mit regelmäßigen Gehaltssteigerungen nach materiellen und immateriellen „Budgeterreichungs“ – kriterien. Dies bei Offenlegung der BWA, damit unternehmerisches Denken im wahren Sinne möglich wird.

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