News

Nach Netzsperren: Türkei soll Google-Alternative mit nationalem Anstrich planen

Die Türkei soll an einer nationalen Google-Alternative sowie einem E-Mail-Dienst arbeiten, wie Turkey Blocks berichtet. Die Angebote sollen mit der türkischen Kultur und deren Werten vereinbar sein.

Türkei will Google- und Gmail-Alternative

Seit dem gescheiterten Putschversuch im Sommer vergangenen Jahres häufen sich in der Türkei Berichte über Anonymisierungsdiensten wie Tor unterbunden. Jetzt soll die Türkei an einer eigenen Suchmaschine und einem E-Mail-Dienst arbeiten, mit denen Dienste wie Google oder Gmail ersetzt werden sollen.

So könnte die türkische Google-Alternative aussehen. (Bild: Turkey Blocks/Twitter)

So könnte die türkische Google-Alternative aussehen. (Bild: Turkey Blocks/Twitter)

Die türkischen Google- und Gmail-Alternativen sollen mit der nationalen Kultur und den türkischen Werten vereinbar sein, erklärte der türkische Kommunikationsminister Ahmet Arslan vergangene Woche in einem Fernsehinterview. Dem Projekt Turkey Blocks zufolge wolle die Türkei so dafür sorgen, dass die Nutzerdaten ihrer Bürger innerhalb der Landesgrenzen bleiben. Auch soll so die Analyse der Kommunikationsdaten innerhalb der Türkei erleichtert werden.

Google-Alternativen in China, Russland und Iran

Beobachter gehen davon aus, dass die Türkei mit nationalen Versionen wichtiger Onlinedienste weniger angreifbar für das Ausspähen durch US-Geheimdienste wäre und gleichzeitig türkische Geheimdienste leichteren Zugriff auf Daten hätten. Nationale Google-Alternativen gibt es schon in China, Russland und im Iran. Gleichzeitig werden Produkte wie Google, Gmail oder Yahoo-Mail in einigen Fällen blockiert, um die Nutzer dazu zu bringen, die heimischen Alternativen zu verwenden.

Einer Studie der Southern Illinois University und der südkoreanischen Kyung-Hee-Universität aus dem Jahr 2015 zufolge können nationale Suchmaschinen durchaus wirtschaftliche Vorteile bringen, etwa dadurch, dass die Werbeeinnahmen im Land blieben oder lokale Seiten bevorzugt würden. Allerdings würden die Nutzer von der internationalen Gemeinschaft isoliert. Auch der Handel mit dem Ausland könnte durch die Forcierung lokaler Onlinedienste gefährdet werden.

Mehr zum Thema:

via netzpolitik.org

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

4 Kommentare
lola
lola

Am besten im Netzwerk mit Nordkorea

Antworten
Kritiker
Kritiker

Und du glaubst, dass Google und Facebook selber nicht zensieren? Glaubst du auch an den Weihnachtsmann?

Antworten
aydin20bln
aydin20bln

hat mich auch an Nord Korea erinnert❕

Antworten
Einwütender Entwickler.
Einwütender Entwickler.

Das Bild, was ihr als „so könnte es aussehen“ kennzeichnet ist nicht ernst gemeint und wenn ihr keine Ahnung habt, dann lasst es doch sein. Die Faulheit des Autors, sich über dem Bild informieren zu lassen, ist der Grund warum es falsche Annahmen gibt.

Antworten
Abbrechen

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung