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Türkische Behörden sperren Wikipedia wegen kritischer Artikel

(Foto: Casimiro PT/Shutterstock)

Grund für die Sperrung von Wikipedia in der Türkei seit Samstag ist nach Angaben der türkischen Telekommunikationsbehörde der Vorwurf, das Land unterstütze Terrororganisationen.

„Trotz aller Bemühungen wurde der Inhalt, der fälschlicherweise behauptet, die Türkei unterstütze Terrororganisationen, nicht gelöscht“, teilte die Behörde auf Twitter mit. Da es nicht möglich sei, nur bestimmte Inhalte auf Wikipedia zu blockieren, sei die gesamte Plattform gesperrt worden. Die Behörde forderte Wikipedia auf, mit den betroffenen Inhalten „zu tun was nötig ist“. Auf welche Inhalte sich die Behörde genau bezieht, war zunächst unklar.

Deutsche und englische Artikel des Online-Lexikons über die Türkei und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan setzen sich unter anderem kritisch mit den Anti-Terror-Gesetzen, dem Druck auf Regierungsgegner und Presse und der Verfassungsreform auseinander, die Erdogan mehr Macht verleiht.

Die Behörden hatten den Zugang zu Wikipedia am Samstag blockiert, auch am Sonntag war das Online-Lexikon von der Türkei aus nicht zu erreichen. Die Sperre schien für alle Sprachen in Kraft zu sein. Die Gruppe Turkey Blocks, die den Zugang zu Webseiten in dem Land beobachtet, hatte getwittert, es handele sich nicht um eine gerichtliche Anordnung.

Der TV-Sender CNN Türk zitierte eine Nachricht, die ein Nutzer nach vergeblichen Aufrufen der Wikipedia-Seite bekam. Die Türkei blockiert Zehntausende von Internetseiten. In der Vergangenheit erlegte die Regierung den sozialen Medien Einschränkungen auf, darunter auch für Youtube und Twitter. Die Behörden sind in der Lage, ganz bestimmte Twitter-Konten zu sperren. sdr/dpa

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4 Kommentare
Uli.S

Der Erdolf mal wieder…

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AlexM
AlexM

Was für eine Überraschung. Bald kommt die Todesstrafe und dann hoffentlich das Einreiseverbot für Deutsche/Europäische/nicht Muslime. Dann geht dieses dritte Welt Land hoffentlich bald endgültig kaputt.

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lola
lola

Gerichtliche Anordnungen sind nicht mehr nötig. Das bestimmt Erdugan einfach direkt. Dafür haben Ihnen die Türken ja zu deren König gewählt.

Gut das (viele) Türken nicht so doof sind und das kaum abhält. Leider ist der Weg zur Freiheit kaum noch gewaltfrei zu erreichen.

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thowe
thowe

Hauptsache, die EU diskutiert auf Malta weiterhin mit der Türkei über den EU Beitritt. Unglaublich. Dieses Land war nie Europa und wird es nie sein. Weder kulturell, politisch, noch religiös…

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