News

Warum Deutschlands größter Reisekonzern einen Blockchain-Experten anheuert

Bei der Digitalisierung setzt der Tui-Konzern neuerdings auf die Blockchain. (Foto: dpa)

Zum nächstmöglichen Eintrittstermin sucht die Tui einen Blockchain-Entwickler. Was hat der Reisekonzern damit vor?

Wenn die Tui nach neuen Mitarbeitern sucht, ist das Anforderungsprofil eigentlich klar: Reiseverkehrskaufleute, Finanzbuchhalter oder Animateure müssen her. Doch die Digitalisierung macht bekanntlich auch vor der Tourismusbranche nicht Halt.

Umso interessanter ist vor diesem Hintergrund eine neue Stellenanzeige, die der Reisekonzern aus Hannover vor wenigen Tagen ins Netz gestellt hat: Zum nächstmöglichen Eintrittstermin sucht die Tui einen Blockchain-Entwickler.

Zur Wiederholung: Mit der Blockchain-Technik lassen sich Daten und Zugriffsrechte im Internet völlig fälschungssicher verbreiten, ohne dass sie noch über eine zentrale Vermittlerstelle laufen müssen. Die virtuelle Währung Bitcoin, die auf einer Blockchain basiert, kommt so zum Beispiel ohne Zentral- und Geschäftsbanken aus.

„Planung und Programmierung von Anwendungen, vorwiegend auf Basis von Ethereum

Auch die Tui will von den neuen Möglichkeiten der Technologie profitieren. Tui-Chef Fritz Joussen ist überzeugt, dass mit Hilfe der Blockchain ähnlich wie Bitcoin in den nächsten Jahren in der Touristik „offene Marktplätze“ entstehen werden. Anbieter wie Airbnb oder booking.com müssten gar um ihre Marktmacht bangen.

„Sie beruhen alle auf Quasi-Monopolen und kassieren deshalb gigantische ungerechtfertigte Margen. Diese unguten Strukturen wird die Blockchain aufbrechen“, sagte Joussen im Gespräch mit dem Manager-Magazin.

Tui-Chef Fritz Joussen sieht in der Blockchain-Technologie große Chancen für die Reisebranche. (Foto: dpa)

Der gesuchte Blockchain-Entwickler soll für den Reisekonzern deshalb erste Pilotprojekte umsetzen. Zu den Erwartungen gehören etwa die „Planung, Programmierung und der Test von Prototypen wie produktiven Anwendungen, vorwiegend auf Basis von Ethereum“, heißt es in der Stellenanzeige. Um welche Projekte es sich konkret handelt, beantwortete die Tui auf Nachfrage nicht.

Mitbringen sollen Bewerber neben einem abgeschlossenen Studium der Informatik, Medien- oder Wirtschaftsinformatik allerdings sichere Kenntnisse im Umgang mit mindestens zwei Programmiersprachen wie Javascript oder Python. „Idealerweise haben Sie Kenntnisse in Solidity oder anderen Blockchain-relevanten Technologien und verteilten Systemen wie IPFS und Sie bringen Erfahrung mit relationalen und dokumentenorientierten Datenbanken mit“ schreibt die Tui weiter. Zur genauen Höhe der Verdienstmöglichkeiten äußerte sich der Reisekonzern auf Nachfrage von t3n.de nicht. Nur so viel: Es gebe eine „attraktive Vergütung mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld, betrieblicher Altersvorsorge und vermögenswirksamen Leistungen“.

Tui-Chef schwärmt von der Blockchain

Bereits in der Vergangenheit hat sich der Reisekonzern aufgeschlossen gegenüber der neuen Technik gezeigt. „Die Karten im Internet werden durch die Blockchain-Technologie bald völlig neu gemischt“, sagte Tui-Chef Fritz Joussen vor einigen Monaten im Interview mit der Welt am Sonntag. Joussen, selbst gelernter Software-Ingenieur, will einige Geschäftsmodelle des Konzerns in den nächsten Jahren auf die Blockchain umstellen. Erst im vergangenen Jahr habe man deshalb die Bettenbank Hotelbeds für 1,19 Milliarden Euro an Finanzinvestoren verkauft.

Noch kein t3n-Abo? Dann aber schnell! Wenn du jetzt bestellst, erhältst du die Ausgabe 49 und unseren t3n-Jutebeutel gratis dazu. Die Aktion läuft noch bis zum 1. Dezember 2017.

„Denn wenn ich darauf wette, dass die Blockchain kommt, muss sich das Geschäftsmodell einer Datenbank für Hotelbetten enorm wandeln. Wir haben uns damals dazu entschieden, das gesamte Hotelbetten-Inventar der Tui-Gruppe von Grund auf neu zu organisieren und auf eine Blockchain zu bringen“, sagte Joussen.

Zum Weiterlesen:

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung