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Tuifly verbietet Mitnahme bestimmter MacBook-Modelle

Eine Maschine der Fluggesellschaft Tuifly in Hannover. (Foto: dpa)

Die US-Luftfahrtbehörde verbietet einige ältere Macbooks in Flugzeugen, weil es zu Überhitzungen des Akkus kommen kann. Doch wie die Direktive umgesetzt werden soll, ist bisher unklar. Tuifly hat reagiert, andere noch nicht.

Es könnte sein, dass von den Sicherheitsmitarbeitern am Flughafen bald mehr technisches Know-how bei der Beurteilung von Notebook-Modellen und -serien erwartet wird. Denn die müssen oder sollten in Zukunft bestimmte Macbook-Modelle zweifelsfrei erkennen und zuordnen können. Die US-amerikanische Federal Aviation Administration hat jetzt die ihr unterstellten Fluggesellschaften angewiesen, bestimmte ältere Macbook-Pro-Modelle in Flugzeugen nicht mehr mitzunehmen – weder im Passagier- noch im Gepäckraum. Etwas weniger streng hatte das vor einigen Tagen die Luftfahrtbehörde EASA, das europäische Pendant der FAA, gesehen. Demnach dürften die Fluggesellschaften die Geräte zwar mitführen, nicht aber während des Fluges benutzen.

Konkret geht es um die Macbook-Pro-Modelle von 2015, die Apple wegen Akkuproblemen zurückgerufen hatte. Und hier sind auch nur jene Geräte auf der schwarzen Liste, die zwischen September 2015 und Februar 2017 verkauft wurden und nicht durch Apple ersetzt wurden. Ob dein Gerät davon betroffen ist, kannst du anhand der Seriennummer überprüfen. Auch ein Klick auf „Über diesen Mac“ kann hilfreich sein – steht dort „MacBook Pro (Retina, 15″, Mitte 2015)“, solltest du an der Rückrufaktion teilnehmen.

Tuifly verbietet Passagieren die Mitnahme

Ob die Fluggesellschaften hier allerdings genauer hinschauen und welche dies tun, bleibt abzuwarten. Besonders ernst nehmen die Warnung wohl die Fluggesellschaften der Tui Group Airlines, Thomas Cook Airlines, Air Italy und Air Transa, die laut Bloomberg Kunden die Mitnahme der entsprechenden Geräte untersagen. Sie weisen vor dem Flug darauf hin, dass die Geräte nicht mitgeführt werden dürfen – aber erlaubt sind, wenn der Akku ausgetauscht wurde.

Dabei ist unklar, wie die Fluggesellschaften erkennen wollen, ob ein solches betroffenes Gerät noch den alten Akku hat oder ob dieser ausgetauscht wurde. Es schadet gegebenenfalls nichts, ein entsprechendes Austauschprotokoll von Apple mitzuführen. Für die Lufthansa, die wir zu dem Thema ebenfalls kontaktiert haben, besteht derzeit aber kein Grund über die normalen Maßnahmen hinaus zu handeln: „Generell gilt, dass Passagiere Li-Ionen-Akkus, die Hersteller als defekt gemeldet haben oder die von einem Rückruf betroffen sind, nicht mitführen dürfen“, erklärt ein Sprecher. Im Falle der Macbook-Akkus wolle man aber nicht gezielte oder zusätzliche Kontrollen durchführen, zumal dies auch im konkreten Fall praktisch im Tagesbetrieb kaum umzusetzen sei.

Apple dürfte diese Unsicherheit für die Kunden dennoch nicht gefallen. Und auch die Fluggesellschaften werden es kaum schaffen, mehr als nur Hinweise für Passagiere zu geben. Dass die dann eingehalten werden, ist im Einzelfall unwahrscheinlich. Denn die Mitarbeiter am Sicherheits-Check prüfen ja airline-unabhängig und sind vielmehr von der Bundespolizei beauftragt, die diese hoheitliche Aufgabe an den Flughäfen in unterschiedlicher Form (je nach Flughafen) ausgelagert haben.

Einen ähnlichen Fall gab es vor einigen Jahren beim Samsung Galaxy Note 7, bei dem es in Einzelfällen zu Explosionen des Akkus kam und das daraufhin kurzerhand wieder vom Markt genommen wurde. Auch dieses Gerät findet sich bei einigen Airlines auf der Liste der nicht erlaubten Geräte. Doch waren von dem Modell so gut wie keine Geräte im Umlauf, anders als beim jetzt betroffenen Macbook Pro 2015, von dem es rund eine halbe Million Geräte geben soll, die von der Problematik betroffen sind. In den USA kam es bisher offenbar zu zwei Dutzend Fällen von Überhitzung.

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