News

Twitter: Kurznachrichtendienst verzeichnet nach eigenen Angaben weniger Hassrede und Belästigung

Twitter verzeichnet weniger Hassrede und Belästigung. (Foto: dpa)

Cybermobbing, Scams, Belästigung, Hass: Twitter wurde oft vorgeworfen, zu wenig gegen das schlechte Klima im sozialen Netzwerk zu tun. Jetzt sieht das Unternehmen erste Verbesserungen.

„A healthier twitter“ – so überschreibt der Kurznachrichtendienst im Blog seinen Beitrag, in dem er Bilanz zur Verbesserung der Stimmung zieht. Dass Twitter gesünder werden muss, verkündete das Unternehmen schon im März 2018. „Wir wollen, dass sich die Menschen auf Twitter sicher fühlen“, heißt es aktuell im Blog. Der Aufbau eines Twitters, das „frei ist von Missbrauch, Spam und anderen Dingen, die vom öffentlichen Diskurs ablenken“, habe seitdem Top-Priorität gehabt. Die bislang erzielten Fortschritte zählt Twitter auf:

  • 38 Prozent der missbräuchlichen Inhalte wurde vom Twitter-Team proaktiv erkannt und bearbeitet, ohne dass es dazu der Meldung eines Nutzers bedurfte.
  • Die Zahl von gemeldeten Inhalten, bei denen der Meldende zuvor eine unerwünschte Interaktion mit dem Gemeldeten hatte, ist um 16 Prozent zurückgegangen. Das ist möglicherweise ein direkter Effekt der intensiveren proaktiven Moderation.
  • Wiederholungstäter werden bekämpft: 100.000 Accounts, die gesperrte Nutzer im Zeitraum Januar bis März 2019 nach ihrer vorherigen Löschung neu angelegt hatten, wurden erneut gesperrt. Das ist eine Zunahme von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Anträge zur Aufhebung von Accountsperren wurden 60 Prozent schneller bearbeitet. Als Grund führt Twitter die Integrierung des Berufungsprozesses in die App an.
  • Die Twitter-Moderatoren reagieren schneller auf Beschwerden: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind innerhalb von 24 Stunden nach einer Meldung dreimal so viele Accounts gesperrt worden.
  • Durch einen einfacheren Meldeprozess konnte Twitter 2,5 mal mehr sensible private Inhalte entfernen. Dazu zählen vermutlich Kontoinformationen, Postadressen und Telefonnummern von Personen, die diese nicht veröffentlicht sehen wollen.

Nutzer sollen weniger Inhalte selbst melden müssen

Twitter sagt, es dürfe den Nutzern nicht die Verpflichtung auferlegen, potenziellen Missbrauch selbst melden zu müssen. Es betont, dass es im vergangenen Jahr dank der Verwendung von „Technologie“ erstmals ohne konkrete Nutzer-Meldungen gegen problematische Inhalte vorgegangen sei. Twitter nennt exemplarisch missbräuchliches Verhalten, Hassreden, Aufforderung zur Selbstverletzung sowie Drohungen. „Dieselbe Technologie, die wir verwenden, um Spam, Manipulation der Plattform und andere Regelverstöße zu entdecken, setzen wir ein, um missbräuchliche Inhalte für unser Review-Team zu markieren.“ Dabei dürfte es sich um automatische Filtersysteme handeln, die künftig in der EU bedeutender werden, wenn Artikel 17 (ehemals Artikel 13) der Urheberrechtsreform in den Mitgliedstaaten wirksam wird. Twitter wird wahrscheinlich von der Erfahrung mit Inhaltsfiltern profitieren, wenn sie auf urheberrechtlich geschützte Elemente ausgedehnt werden sollen.

Der Kurznachrichtendienst gibt einen Ausblick auf weitere Verbesserungen in der Zukunft. In den nächsten Monaten sollen die Twitter-Nutzer weitere Maßnahmen für eine gesündere Atmosphäre erwarten können:

  • Eine Verbesserung der Technologie zur Erkennung missbräuchlicher Inhalte.
  • Eine detailliertere Auswahl bei der Meldefunktion, insbesondere wenn die körperliche Gesundheit von Menschen auf dem Spiel steht.
  • Eine höhere Transparenz zum Kontext und dem Eingreifen von Twitter-Moderatoren. So etwa für den Fall, dass ein Tweet zwar gegen die Nutzungsregeln verstößt, aber dennoch nicht gelöscht wird, da ein öffentliches Interesse an seiner Sichtbarkeit besteht. Das dürfte auf manche Tweets prominenter Personen wie US-Präsident Trump abzielen.
  • Die Nutzungsbedingungen von Twitter sollen in den nächsten Wochen überarbeitet werden und dann kürzer, simpler und einfacher zu verstehen sein.
  • Ab Juni will Twitter mit der Möglichkeit experimentieren, dass die Nutzer Antworten auf ihre Tweets verbergen können. So sollen sie mehr Kontrolle über ihre selbst gestarteten Unterhaltungen haben.

Mehr zu Twitter lest ihr hier:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung