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Neuer Chef zeigt Demut: Uber will in Deutschland nochmal ganz neu anfangen

Uber-CEO Dara Khosrowshahi will nochmal den deutschen Markt erobern. (Foto: dpa)

Demonstrierende Taxifahrer vor dem Gebäude des DLD und der neue Uber-CEO Dara Khosrowshahi, der mit einer überraschenden Meldung zu Burdas Digitalkongress kam.

Taxikonkurrent Uber will in Deutschland einen kompletten Neustart hinlegen. Das versprach Dara Khosrowshahi, der neue CEO des Unternehmens, anlässlich der DLD-Konferenz in München. Der Uber-Chef gab sich zurückhaltend und räumte ein, man habe in der Vergangenheit Fehler gemacht. „Wir haben früher das getan, was wir tun mussten, in Zukunft wollen wir das Richtige tun – und zwar ausnahmslos“, erklärte Khosrowhshahi.

Dass der Uber-Chef damit die vor dem Gebäude demonstrierenden Taxifahrer besänftigen konnte, die ihn mit einem Hub- und Pfeifkonzert empfingen, ist unwahrscheinlich. „Unsere Deutschland-Strategie ist ein kompletter Neuanfang“, betonte er dennoch. Uber habe sich beim Markteintritt in Deutschland unangemessen und falsch verhalten. Statt Wachstum um jeden Preis wolle das Unternehmen in Zukunft auf verantwortungsvolles Wachstum setzen.

Neue Demut des Uber-Chefs

Khosrowhshahi machte deutlich, man wolle 2018 in mehreren deutschen Städten den Dienst neu auf die Straße bringen, möglicherweise mit Taxiunternehmen als Partner. Erste Standorte seien, so hieß es am Rande der Konferenz, neben Berlin und München auch Köln und Düsseldorf, wobei der CEO über die Partnerschaften noch keine näheren Angaben machte.

Zugleich nutzte er die Frage von Bild-Chefredakteurin Tanit Koch, welche deutsche Stadt Uber als nächstes erobern wolle, für eine Demonstration der neuen Demut. „Zuallererst würde ich nicht das Wort erobern benutzen“, sagte er. Uber ist in Deutschland aktuell in Berlin und München aktiv, der Betrieb in Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf „pausiert“.

Khosrowshahi deutete an, dass Uber mehr Leistungen für Fahrer erwäge. Vor allem gehe es um diejenigen, die ihren Lebensunterhalt komplett mit Uber bestreiten. „Wir müssen schauen, was unsere Verantwortung ist.“ Das könne zum Beispiel Unterstützung bei der Ausbildung oder Altersvorsorge sein. Zugleich deutete Khosrowshahi an, dass am Status der Fahrer als eigenständige Unternehmer nicht gerüttelt werde. Das ist ein ständiger Streitpunkt auch im Heimatmarkt USA.

Uber hat es „zu weit getrieben“

„In jedem Startup steckt ein rebellischer Geist. Ich denke nur, dass Uber es zu weit damit getrieben hat“, bis hin zu „Piraten-Mentalität“, sagte Khosrowshahi. Für Wandel sei es zwar richtig, Druck auf den Status Quo zu machen. „Aber die Grenzen auszuloten bedeutet nicht, sie zu überschreiten.“

„Wir machen das Richtige und Schluss“, gehöre zu den neuen Werten bei Uber. „Es ist ein Kulturwandel – aber ich denke, dass die Krise 2017 so groß war, dass ich niemanden überzeugen musste, dass ein Wandel notwendig ist.“ Sein erster Gedanke beim Jobangebot von Uber sei gewesen: „Nein, danke.“ Dann habe er sich aber mit der Herausforderung anfreunden können – auch nachdem der Chef des Musikdienstes Spotify, Daniel Ek, ihm dazu geraten habe.

Er glaube inzwischen, dass Uber wichtig für die Welt sein werde und sie zu einem besseren Ort machen könne, sagte Khosrowshahi. Die Wachstumsmaschine Uber funktioniere trotz der Image-Krise. „Nur bei der Profitabilität läuft es nicht so gut.“ Uber verlor im vergangenen Jahr laut Medienberichten rund vier Milliarden Dollar. Khosrowshahi strebt schwarze Zahlen zum für 2019 angepeilten Börsengang an.

Weiter erklärte der Uber-Chef,  das Unternehmen wolle neben der Entwicklung einer eigenen Software für autonome Autos auch selbstfahrende Autos anderer Hersteller auf seine Plattform nehmen. „Am Ende werden wir mit jedem arbeiten, der sich in unser Netzwerk einklinken will, egal, ob sie unsere oder ihre eigene Technologie nutzen.“

Mit Material von dpa

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