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Beschäftigte leisten fast eine Milliarde Überstunden – im ersten Halbjahr 2019

Überstunden in Deutschland sind rückläufig. (Foto: Shutterstock-Marvent)

Im ersten Halbjahr 2019 haben Beschäftigte in Deutschland rund 960 Millionen Überstunden angesammelt. Mehr als die Hälfte davon war unbezahlt.

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2019 zusammen rund 960 Millionen Überstunden geleistet. Davon waren 490 Millionen Überstunden unbezahlt. Die Zahlen gehen auf eine Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit zurück, die am Wochenende vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erstmals veröffentlicht wurde. Die Zahl der Überstunden habe sich der Auswertung zufolge vom zweiten Quartal 2018 zum ersten 2019 kaum verändert. Jedoch wird ein Unterschied zum Vorjahr deutlich: Im ersten Halbjahr 2018 waren es noch rund 1,1 Milliarden Überstunden. Die Zahl der Überstunden ist im Vorjahresvergleich also wieder rückläufig.

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Insgesamt wurden 2018 etwa 2,02 Milliarden Überstunden gezählt. Im Ergebnis waren das 1,8 Prozent mehr als im Jahr 2017. Laut den Analysten würden vor allem Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die zum Teil oder auch komplett im Homeoffice arbeiten, seit Jahren schon überproportional viele Überstunden mehr leisten: Beschäftigte mit Homeoffice-Nutzung würden im Durchschnitt 5,6 Überstunden pro Woche, Beschäftigte ohne Homeoffice-Nutzung im Durchschnitt 2,9 Überstunden pro Woche sammeln.

Gegenüber t3n hat der Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner bei Bird & Bird, Martin Nebeling, die Vorrausetzungen und gesetzlichen Regelung für Überstunden eingängig erklärt. Notwendig sei eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder eine Regelung im Tarifvertrag, die die Anordnung von Überstunden durch den Arbeitgeber zulässt. „Die muss jedoch so transparent sein, dass der Arbeitnehmer erkennen kann, wann und in welchem Umfang der Arbeitgeber diese Klausel nutzen kann“, erklärt der Jurist.

Formulierungen wie „Der Arbeitnehmer ist bei betrieblicher Erfordernis auch zur Mehrarbeit sowie Sonntags- und Feiertagsarbeit verpflichtet“ hat das Bundesarbeitsgericht bereits mehrfach für unzulässig erklärt.

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