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Überwachung in China: Firmen messen Gehirnaktivitäten von Mitarbeitern

(Foto: humphery/Shutterstock.com)

Effizienz und Produktivität steigern – das steckt angeblich hinter der Messung von Gehirnaktivitäten chinesischer Arbeiter, keine Überwachung. Eine KI wertet die erhobenen Daten aus.

China hatte zuletzt bei westlichen Datenschützern für Stirnrunzeln gesorgt. Denn der Staat arbeitet an einem Überwachungssystem, das es in sich hat. Dazu gehören Videoüberwachung und Gesichtserkennung im öffentlichen Raum, die Auswertung über populäre Dienste gesammelter Daten sowie ein Bonitätssystem, das tugendhaftes Verhalten belohnt. Jetzt setzen chinesische Firmen sowie das Militär zusätzlich auf Technologie zur Überwachung von Gehirnaktivitäten, wie die South China Morning Post berichtet.

Überwachung von Stimmungen: KI ordnet Pausen an

Demnach werden in Helme und Mützen eingebaute Sensoren dazu verwendet, Emotionen von Fabrikarbeitern, Soldaten sowie Lokfahrern zu messen. Die Daten werden anschließend von einer künstlichen Intelligenz (KI) ausgewertet. Die KI soll etwa über das Anpassen von Dauer und Frequenz von Pausen dazu beitragen, die Effizienz und Produktivität sowie die Sicherheit in den Unternehmen zu steigern. Sollte ein Lokfahrer einschlafen, würde er zum Beispiel durch einen Warnton geweckt werden.

Aber auch außergewöhnliche Stimmungen, Depressionen, Angst oder Wut sollen erkannt werden. Damit wiederum sollen stabile soziale Verhältnisse in den Betrieben und bei den Soldaten gewährleistet werden. Die hinter mehreren solcher Projekte stehende Psychologin Jin Jia erklärte, dass unausgeglichene oder überlastete Arbeiter ihre Kollegen in Gefahr bringen könnten.

Mehrere Firmen hätten nach eigenen Angaben schon deutliche Gewinnsteigerungen verbucht, seit sie die Gehirnaktivitäten ihrer Mitarbeiter messen, schreibt die South China Morning Post. Ganz ohne Bedenken lief die Einführung aber nicht ab. Laut Jin hätten viele der Arbeiter befürchtet, dass man ihre Gedanken lesen wolle. Jetzt würden sie die Helme aber problemlos tragen.

„Der Verkauf von Facebook-Daten ist schon schlimm genug.“

Kritischere Psychologen warnen aber vor einer neuen Qualität der Überwachung, wie es bei der Futurezone heißt. Die Technologie müsse eingeschränkt werden. Bisher diene sie lediglich dazu, Unternehmen mehr Profit zu bringen. Die Arbeiter hätten wenig Chancen, sich dagegen zu wehren, so die Kritik. Außerdem würde durch die Überwachung von Gehirnaktivitäten ein möglicher Datenmissbrauch auf eine ganz neue Ebene gehoben, sagte der Psychologe Qiao Zhian mit Verweis auf den aktuellen Facebook-Datenskandal.

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